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Tapfere Arminia verzweifelt am Werder-Dusel

Frank Kramer und die Arminia unterlagen dem SV Werder
Frank Kramer und die Arminia unterlagen dem SV Werder
Foto: © Ulrich Hufnagel via www.imago-images.de
11. März 2021, 10:45

Frank Kramer und Florian Kohfeldt standen bei ostwestfälischem Schmuddelwetter noch lange beisammen. Die Trainer gestikulierten, stellten die Schlüsselszenen des Kampfspiels zwischen Arminia Bielefeld und Werder Bremen nach. Wie seine Mannschaft ließ allerdings auch Kramer eine Großchance ungenutzt: Der Arminen-Coach versäumte es, Kohfeldt nach dem Erfolgsrezept im Abstiegskampf zu fragen.

"Ich werde den Florian noch mal anrufen. Er hat das letztes Jahr mit seiner Truppe durchgestanden und die Rettung geschafft. Vielleicht kriegen wir noch einen Tipp", scherzte Kramer nach dem "ganz bitteren" 0:2 (0:0) im Nachholspiel, das für beide Mannschaften richtungweisenden Charakter hatte.

Während Werder mit einer höchst effizienten Vorstellung die Weichen auf Klassenerhalt stellte und halbwegs gelassen ins Aufeinandertreffen mit Tabellenführer Bayern München gehen kann, vergab "die über 90 Minuten bessere Arminia" (O-Ton Kohfeldt) die große Chance, den Relegationsplatz zu verlassen und Großklubs wie Hertha BSC oder den 1. FC Köln noch tiefer in den Abstiegskampf hineinzuziehen.

Stattdessen ist der Effekt des Trainerwechsels vom Aufstiegshelden Uwe Neuhaus zu Kramer zumindest auf dem Papier ausgeblieben. Zwei Heimspiele, kein Tor erzielt - so wird es schwierig mit dem Klassenerhalt.

"Der Gegner war gnadenlos effizient"

Werder, das laut Kohfeldt bis zum Seitenwechsel "mit dem Ball fast nichts hinbekommen" hatte, erteilte der Arminia Anschauungsunterricht, wie man die nötigen Punkte sammelt. "Der Gegner war gnadenlos effizient, wir haben genau diese Qualität vermissen lassen", benannte Kramer den Knackpunkt.

Josh Sargent traf in der 47. Minute mit der ersten Torchance für bis dahin ratlose Gäste und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Die durchaus diskutable Rote Karte gegen Bielefelds Nathan de Medina (71.) erschwerte die Aufgabe der Gastgeber zusätzlich, erstmals in dieser Saison nach Rückstand zu punkten. Doch selbst nach dem 0:2 durch den eingewechselten Kevin Möhwald (75.) ließ sich Bielefeld nicht hängen.

Ein Faktor in der Schlussoffensive war Fabian Klos. Der Kapitän wurde von Kramer erstmals in dieser Saison nicht für die Startformation berücksichtigt, kam nach gut einer Stunde und warf sich voll rein. Kramer erklärte, er würde wieder so entscheiden. Klos sei ein "Spielentscheider", der für diese Fähigkeit allerdings "Frische" benötige.

Der Trainer hofft, dass der Aufwärtstrend, den er in den ersten 180 Spielminuten unter seiner Führung ausgemacht hat, bald zu Punkten führen wird. "Wir haben wie am Sonntag gegen Union intensiv gearbeitet, hatten aber diesmal deutlich mehr Chancen und Abschlüsse. Jetzt wäre der dritte Schritt, dass wir uns belohnen", rechnete Kramer vor. Bei Europacup-Anwärter Bayer Leverkusen könnte das komplizierter werden als gegen ein schwaches Werder.

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