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Neues Kapitel im Weydandt-Märchen

Hendrik Weydandt traf für Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig
Hendrik Weydandt traf für Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig
Foto: © Joachim Sielski via www.imago-images.de
04. Oktober 2020, 11:57

Hannover 96 erhofft sich durch den Derbysieg Rückenwind für den Kampf um den Aufstieg. Hendrik Weydandt schreibt das nächste Kapitel in seinem Fußball-Märchen.

Hendrik Weydandt hatte seine 96-Kappe lässig verkehrt herum auf dem Kopf sitzen und brüllte immer wieder ins Mikrofon. "Derbysieger! Derbysieger", schrie der bullige Angreifer von Hannover und stimmte für die rund 400 Fans am Zaun vor dem Stadion und sein Team eine Humba an. Einige Meter voneinander entfernt hüpften der Anhang und ihre Helden selig auf und ab.

"Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Das Gefühl ist echt einmalig", sagte Weydandt nach diesem so wichtigen Sieg im "größtmöglichen Spiel in unserer Region" gegen den ewigen Rivalen Eintracht Braunschweig. Und ausgerechnet Weydandt, der vor den Toren der Stadt geboren wurde und beim bisher letzten Derby 2017 noch als Fan auf der Nordtribüne gestanden hatte, trug einen erheblichen Teil zu diesem 4:1 (0:0) bei.

Mit seinem Treffer zum 2:1 verpasste Weydandt Braunschweig den entscheidenden Schlag, die Löwen brachen danach komplett ein. Und Weydandt schrieb das nächste Kapitel in seinem Fußball-Märchen. Als Derbyheld auf dem Platz zu stehen, sei "ein Tick schöner", als nur auf der Tribüne zu jubeln, meinte der 25-Jährige, der vor zwei Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Weil es der BWL-Student innerhalb von nur gut vier Jahren vom TSV Groß Munzel aus der Kreisliga Hannover-Land in die Bundesliga zu 96 geschafft und dann auch noch mit seinen ersten drei Torschüssen im Profifußball drei Tore gemacht hatte.

Nun sorgte Weydandt, den sie in Hannover liebevoll "Henne" rufen, für den nächsten emotionalen Höhepunkt mit dem so wichtigen Derbysieg. Und trotz des Überschwangs vergaß Weydandt nicht die grassierende Pandemie und richtete einen Appell an die Fans: "Lasst uns gewissenhaft bleiben."

Insgesamt verlief die spontane Fan-Party trotz einzelner Pyro-Zündeleien friedlich, die Polizei appellierte allerdings relativ vergeblich an die Einhaltung der Abstandsregeln und das Tragen von Masken.

Nur 7300 statt der eigentlich erlaubten 9800 Fans wollten das Derby sehen. Trotzdem war "die Stimmung wahnsinnig gut", sagte 96-Trainer Kenan Kocak, der sich vom zweiten Sieg aus dem dritten Spiel der Saison noch einmal einen Schub für den Kampf um den Aufstieg erhofft.

Doch erst einmal wollen sie in Hannover den Moment auskosten, Derbysieger wird man ja nicht so oft. "Es freut mich sehr für unsere Spieler, aber natürlich auch für unsere Fans und die Stadt", sagte Kocak: "Wir wussten, was für eine Bedeutung die Partie hat." Ganz besonders auch für Weydandt.

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1. FC KaiserslauternIvan Prtajin011
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