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Bremer "enttäuscht", Berliner nach Pokal-Blamage froh

Hertha eiskalt: Werder geht im ersten Heimspiel baden

Hertha BSC besiegte den SV Werder Bremen
Hertha BSC besiegte den SV Werder Bremen
Foto: © nnordphoto / Kokenge via www.imago-images.de
19. September 2020, 17:26

Eine Woche nach dem Pokal-Aus in Braunschweig hat Hertha BSC in die Erfolgsspur zurückgefunden. Bei Werder Bremen gab es einen 4:1-Sieg.

Pfiffe begleiteten die Beinahe-Absteiger von Werder Bremen in die Kabine, als sie ein bitteres Déjà-vu erlebten - diesmal mit Ton. 75 Tage nach der glücklichen Rettung in der Relegation begann die neue Spielzeit schon wieder mit einer Heimpleite. Das 1:4 (0:2) gegen Hertha BSC erinnerte nicht nur Trainer Florian Kohfeldt an die verkorkste Vorsaison mit zwölf Niederlagen im Weserstadion.

"Die Enttäuschung ist groß. In den wichtigen Momenten haben wir nicht den Schalter gefunden, um ein Tor zu erzielen", sagte der Werder-Coach. Dabei hatte sich Kohfeldt so über die Rückkehr der Zuschauer gefreut: "Das ist wunderschön. Es fühlt sich wieder nach richtigem Fußball an."

Die letzten vier Heimpleiten der vergangenen Saison hatte Werder vor leeren Rängen erlitten. Diesmal waren immerhin 8400 Zuschauer im Stadion - Grund zur Freude hatten sie nicht.

"Das war ein Superstart nach dem Pokal-Aus"

Nur Bruno Labbadia und die Berliner jubelten: Acht Tage nach den peinlichen Ausscheiden im DFB-Pokal beim Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig fand die Hertha zurück in die Erfolgsspur. "Das war ein Superstart nach dem Pokal-Aus. Wir waren in der Defensive kompakter und aggressiver", sagte Torschütze Peter Pekarik nach dem ersten Hertha-Sieg an der Weser seit 14 Jahren.

In einer starken Phase kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit stellten die Gäste die Weichen auf Sieg. In der 42. Minute drückte der aufgerückte Rechtsverteidiger Pekarik den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Mit einem Distanzschuss unter die Latte legte Dodi Lukebakio noch vor dem Pausenpfiff nach (45.+2).

Den dritten Berliner Treffer erzielte Matheus Cunha (62.). Sieben Minuten später gelang Davie Selke per Kopfball noch der Ehrentreffer für die Grün-Weißen. Für den Endstand sorgte der eingewechselte Neuzugang Jhon Cordoba (90.).

Hertha feiert verdienten Auswärtssieg

Bis zu den beiden ersten Toren hatte das Publikum im Weserstadion eine nahezu ausgeglichene Partie erlebt. Beide Mannschaften setzten auf Sicherheit, riskierten wenig, und so waren Torchancen Mangelware. Joshua Sargent prüfte Hertha-Torhüter Alexander Schwolow in der 31. Minute mit einem Schrägschuss, zwölf Minuten zuvor traf Krzysztof Piatek per Kopfball nur die Querlatte des Bremer Gehäuses.

Kohfeldt reagierte in der Pause auf den Rückstand und ersetzte den unglücklich agierenden Japaner Yuya Osako durch Leonardo Bittencourt. Die Hanseaten riskierten nun zwar mehr, es fehlte aber weiterhin an Durchschlagskraft in der Offensive.

Die Gäste setzten in dieser Phase nur wenige Nadelstiche, der durch Cunha erfolgreich abgeschlossene Konter zog den Norddeutschen fast schon den Zahn. Hertha übernahm wieder die Spielkontrolle und fuhr ungeachtet des Gegentores einen verdienten Erfolg ein.

Statt der zugelassenen 8500 Zuschauer verfolgten nur 8400 Besucher die Partie. 100 Werder-Fans aus dem Landkreis Cloppenburg durften das Stadion nicht betreten, ihre Tickets wurden wegen einer erhöhten Anzahl von Infektionen in der Region storniert. Das Eintrittsgeld wird erstattet.

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