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Der "Torero" tritt ab

Mario Gomez - die unterschätzte Tormaschine

Mario Gomez schoss den VfB Stuttgart 2007 zur Meisterschaft
Mario Gomez schoss den VfB Stuttgart 2007 zur Meisterschaft
Foto: © unknown
29. Juni 2020, 12:54

Er war über Jahre hinweg einer der besten Torjäger Deutschlands, wahrscheinlich sogar der beste – trotzdem flogen ihm nie die Herzen zu. Jetzt hat Mario Gomez sein letztes Spiel bestritten. Zum Karriereende eine Verbeugung vor dem "Torero".

Ein Mann für große Momente war er schon immer. 12. Mai 2007, Ruhrstadion in Bochum, 55. Minute. Nach zweimonatiger Verletzungspause kommt beim VfB Stuttgart die Nummer 33 ins Spiel. Eine Vorahnung geistert durchs Stadion. "Hier wird gleich etwas passieren." Der Schlaks aus dem Schwabenland braucht dann exakt sieben Minuten, um angeschlagen den Ausgleich zu köpfen und seinen "Signature Jubel", den Torero, zu zeigen. Das Spiel kippt. Der Rest ist Geschichte. Gomez kam, sah und war das, was er so oft war: ein Game Changer. Schon mit 22 Jahren.

Mario Gomez traf mit allen Körperteilen

Gomez rannte nicht am schnellsten, sprang nicht am höchsten, besaß bei weitem nicht die beste Technik, dennoch: Er war eine Tor-Maschine. Wie sie in diesen Tagen in der Bundesliga vermutlich nur ein Robert Lewandowski verkörpert. Gomez war die Personifizierung des Mittelstürmers mit dem richtigen Näschen, einer erstaunlichen "Klebe" und Variationen. Der 1,89-Meter-Hüne traf mit rechts, links, dem Kopf und vom Elferpunkt. Das ganze Paket.

Mitunter netzte er auch mit Körperteilen ein, die nicht originär zum Toreschießen gedacht sind. Unvergessen sein "Penis-Tor" 2007 gegen den späteren Arbeitgeber FC Bayern. So war es oft, die "Wie hat er den denn gemacht?"- Frage gehörte zu Gomez-Toren wie sein Torero-Jubel.

Gomez rutschte in den Ball und das Ding war irgendwie drin (passend auch der Songtitel der Band "Die Fraktion": Mario Gomez und der Ball ist drin). Darüber kann man sicher lachen, sich lustig machen. Klar ist aber auch: Am Ende lacht Mario Gomez.

Meister, Torschützenkönig und Dreierpacker

Auch dank dieser wichtigen Tore holte der VfB Stuttgart 2007 völlig überraschend den Meistertitel, 2009 hievte er seinen Klub fast im Alleingang auf Augenhöhe mit den Bayern und Meister Wolfsburg. Beim FC Bayern zuckelte die Maschine kurz unter dem neuen Trainer Louis van Gaal, lief dann aber gut geölt in Richtung Meistertitel und Torschützenkanone (28 Treffer in der Saison 2010/2011). In dieser Spielzeit schnürte er unglaubliche fünfmal (!) einen Dreierpack. Die Quote von 113 Toren bei 174 Spielen macht ihn trotz allerlei Fan-Naserümpfen zu einem der besten Bayern-Stürmer der Geschichte.


Mehr dazu: Die Rekordtorjäger der Bundesliga


Auch in der Champions League lieferte der Torero konstant ab. Nach Thomas Müller ist er der erfolgreichste deutsche Torschütze in der Königsklasse, benötigte aber deutlich weniger Partien als der Ur-Bayer. Auch im Europapokal weist Gomez eine überragende Quote auf: 26 Tore in 44 Spielen – darunter so wichtige wie das 2:1 im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid 2012. Die Gomez-Torfabrik produzierte national wie international. Ex-Trainer Jupp Heynckes lobte ihn jüngst als "großen und verdienten" Spieler des deutschen Fußballs.

Zwei DFB-Geschichten hängen ihm nach

Früh begann schon seine Zeit in der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Joachim Löw. Überstrahlt wurden seine 31 Tore in 78 Spielen allerdings von zwei "Schlaglicht"-Momenten. Nach dem EM-Gruppenspiel 2012 gegen Portugal giftete ARD-Experte Mehmet Scholl mit dem Spruch "Ich hatte Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss" gegen Gomez. Es sollte wohl nicht ganz ernst gemeint sein, dennoch blieb es an Gomez haften. Dabei hatte eben jener "wund gelegene" Gomez das entscheidende Tor erzielt. Im Spiel darauf legte der Stürmer mit einem Doppelpack gegen Holland nach. In Erinnerung blieb vielen aber eher der Scholl-Spruch.

Vier Jahre zuvor hatte die Fußballnation schon einmal kollektiv geächzt, als Gomez beim EM-Spiel gegen Österreich aus kurzer Distanz den Ball über das Tor stolperte. Einen "Gomez" machen wurde zum geflügelten Wort. Der Chancentod zum Running Gag. Auch deswegen haftete ihm stets der Ruf des Unvollendeten an – dabei war er über Jahre ein vollendeter Goalgetter. Womöglich der beste aus Deutschland.

Das Nicht-Tor gegen Österreich war beileibe nicht entscheidend (3:0-Sieg). Nervenschwach ist auch nicht unbedingt das erste Wort, das man mit Gomez verbinden sollte. 2012 im "Finale dahoam" gegen Chelsea versenkte er im Gegensatz zu drei FCB-Kollegen seinen Schuss aus elf Metern. Den VfL Wolfsburg rettete er 2017 in der Relegation, obwohl ihn die gegnerischen Fans minutenlang mit "Hurensohn"-Sprechchören beschimpften.

Ausgerechnet 2014 nicht dabei

Die unrunde DFB-Karriere wird insofern rund, als dass Gomez ausgerechnet beim Titelgewinn der WM 2014 nicht dabei war. Es war das einzige Turnier in den zehn DFB-Jahren, das er verpasste. Doch Gomez rehabilitierte sich. Nach zwei verletzungsgeplagten Jahren beim AC Florenz fand er in der Türkei bei Besiktas zurück zu alter Goalgetter-Stärke, schnappte sich dort die Torschützenkönig-Trophäe (26 Tore in 33 Spielen) und ballerte Besiktas zum Titel –  hier wurde Gomez ausnahmslos gefeiert. Wegen der politischen Unruhen zog es ihn zurück nach Deutschland. Erst nach Wolfsburg, dann an die alte Wirkungstätte in Stuttgart, wo sich nun der Kreis nach 16 Jahren schloss.

Das Ende der Gomez-Karriere geriet dann fast schon kitschig: Den Wiederaufstieg mit dem VfB gepackt, im allerletzten Spiel gegen Darmstadt warf ihn Coach Pellegrino Matarazzo von Beginn an rein – und es kam, wie es kommen musste: Gomez traf, in dem er in einen Ball reinrutschte. Und ihm wurde ein Treffer aberkannt.

Auch das hat in dieser Saison Tradition. Gegen Sandhausen winkte der VAR gleich drei Gomez-Tore ab, der 34-Jährige fluchte, Fußball-Deutschland lachte mal wieder über Gomez und seinen aberkannten Hattrick. "Typisch Gomez" werden sich viele gedacht haben.

Irgendwie passt es auch, dass Gomez nun wegen der Corona-Pandemie eine eher leiseren Abschied feiert. Tor, Aufstieg – und ein leises "Servus Bundesliga!"

Immerhin seine Mitspieler feierten eine wilde Gomez-Kabinenparty mit dem Song zum legendären "Gomez-Button". Den Respekt der Fans hatte er nicht immer, den seiner Mitspieler schon.

Emmanuel Schneider

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