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Blamage gegen Lübeck wirkt nach

HSV zwischen Transfer-Euphorie und Test-Frust

Dieter Hecking hofft beim HSV auf viele Tore von Joel Pohjanpalo
Dieter Hecking hofft beim HSV auf viele Tore von Joel Pohjanpalo
Foto: © ABS Michael Schwarz via www.imago-images.de
24. Januar 2020, 13:03

Der Hamburger SV strebt mit Nachdruck zurück in die Bundesliga und rüstet personell weiter auf. Die Testspiel-Blamage am Donnerstag in Lübeck ließ bei Trainer Dieter Hecking aber die Alarmglocken schrillen.

Hecking verpackte seine deutliche Kritik in eine betont sachliche Sprachmelodie. Oberste Prämisse des routinierten Trainers war es, größere Aufregung beim Hamburger SV bloß zu vermeiden. Der Klub und sein Umfeld neigen ja dazu. Und die Testspiel-Blamage beim Regionalligisten VfB Lübeck bot allerlei Ansatzpunkte.

"Das war nicht ansatzweise das, was wir uns von diesem Test erwartet hatten", sagte Hecking nach der genauso überraschenden wie alarmierenden 2:5-Niederlage eine Woche vor dem Auftakt der Hanseaten ins Aufstiegsrennen 2020: "Das war alles andere als in Ordnung. Das hat mit dem Kopf zu tun."

Bis zum Duell am Donnerstag gegen den 1. FC Nürnberg sollte Hecking den Fokus seiner Profis neu justiert haben. Nicht im Ansatz kann sich der HSV in der Rückrunde eine Fehlerdichte wie beim Traditionsklub aus Schleswig-Holstein leisten. Sonst drohen erneute Probleme wie in der Rückrunde der vergangenen Saison.

2018/19 verspielten die Hanseaten ihre komfortable Ausgangsposition im Rennen um die Erstliga-Tickets noch - nur 19 Punkte und Rang 15 in der Rückrundentabelle reichten nicht.

Es folgten der Trainerwechsel von Hannes Wolf zu Hecking und ein größerer Umbruch im Kader, der erst dominierte und dann zum Ende der Hinrunde Schwierigkeiten bekam - nur ein Sieg aus den vergangenen sieben Partien gelang den "Rothosen".

Pohjanpalo soll den HSV zum Aufstieg schießen

Also legte der HSV im Winter noch einmal entschlossen nach, um im Rennen mit den Hauptkonkurrenten Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart an Power zu gewinnen. Mit Joel Pohjanpalo verpflichteten die Hanseaten am Freitag den dritten Winter-Zugang, allesamt weisen Erfahrung aus der Bundesliga auf.

"Ich kann es kaum erwarten, das erste Mal im HSV-Trikot auf dem Platz zu stehen. Das ist ein großer Klub mit tollen Fans, der mir die Möglichkeit gibt, meine Bestform zu erreichen", sagte Pohjanpalo. Zuvor hatten sich schon Louis Schaub (1. FC Köln) und Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach) optimistisch geäußert.

Der HSV ist nicht zum Aufstieg verdammt, das betont Klub-Boss Bernd Hoffmann immer wieder. Aber jedes Jahr in der 2. Liga gehe wirtschaftlich an die Substanz. "Wir schwimmen im falschen Teich", betonte der 56-Jährige bei der Mitgliederversammlung - und stellte dabei seinen Vierjahresplan vor.

2024 will der stolze Klub aus dem hohen Norden wieder eine fest etablierte Kraft in der Bundesliga sein und sich sogar mit Kontrahenten wie Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 messen können. Vor Hoffmann, Hecking und Co. liegt also noch viel Arbeit.

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