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BVB geht mit "Scheiß-Gefühl" in die Winterpause

Lucien Favre und der BVB gehen mit einem schlechten Gefühl in die Winterpause
Lucien Favre und der BVB gehen mit einem schlechten Gefühl in die Winterpause
Foto: © Christian Kaspar-Bartke, getty
22. Dezember 2019, 12:30

Die Vorfreude auf ein besinnliches Weihnachtsfest ist allen Dortmundern gründlich vergangen.

Erst die völlig überflüssige Niederlage am Freitag bei der TSG Hoffenheim, dann die Siege der Konkurrenten aus Leipzig und München gut 19 Stunden später: Der BVB geht mit einem "Scheiß-Gefühl" in die Winterpause, wie Angreifer Thorgan Hazard verärgert bekundete. Die Probleme sind hausgemacht.

"Das ist dumm, muss ich sagen, das ist dumm. Das kostet sehr, sehr viel", sagte selbst der ansonsten bedachte Dortmunder Trainer Lucien Favre nach dem 1:2 (1:0) in Sinsheim. Der desillusionierte Schweizer hatte wenig Lust, sich erneut schützend vor seine rätselhafte Mannschaft zu stellen.

Wie schon beim 3:3 vier Tage zuvor gegen Leipzig hatte die Borussia einen Sieg verschenkt. Beide Partien taugen als Spiegelbild der Hinserie. "Wir haben unter der Woche schon zwei Punkte verloren, jetzt drei. Das ist frustrierend. Es wäre so viel mehr möglich gewesen", schimpfte Sebastian Kehl. Der Lizenzspielleiter brachte die Stimmung auf den Punkt: "Jetzt stehen wir doof da. Das wird noch ein wenig nachhängen."

Dem BVB fehlt ein "echter Mittelstürmer"

Weil die Konkurrenz im Titelkampf am Samstag geschlossen punktete, gehen die Dortmunder mit schwerer Hypothek in die Rückserie. Kaum vorstellbar, dass der auf sieben Punkte angewachsene Abstand zu Tabellenführer RB Leipzig noch aufgeholt werden kann.

Der Redebedarf bei der angeblich noch vor dem Weihnachtfest angesetzten Sitzung der Führungskräfte dürfte dementsprechend hoch sein. "Wir werden viel arbeiten müssen, denn wir müssen in der Rückrunde zulegen, um unsere Ziele zu erreichen", sagte Kehl.

Neben der Arbeit des Trainers wird bei der turnusmäßigen Zusammenkunft von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit Sportdirektor Michael Zorc, Berater Matthias Sammer und Kehl vor allem die Zusammensetzung des Kaders auf dem Prüfstand stehen.

Zum wiederholten Mal wurde auch in Hoffenheim deutlich, dass dem Tabellenvierten ein echter Mittelstürmer fehlt. "Wir schießen, wenn wir flanken sollen und passen, wenn wir schießen sollen. Das sind Dummheiten", beklagte Favre den verschwenderischen Umgang mit Konterchancen.

Bessert der BVB das Angebot für Haaland auf?

Geschäftsführer Watzke hatte es schon vor wenigen Wochen bei der Mitgliederversammlung als Fehler bezeichnet, im vergangenen Sommer kein Mittelstürmer verpflichtet zu haben.

Angesichts der großen Not ist es nicht auszuschließen, dass die Klubbosse das Angebot für den Salzburger Erling Haaland noch einmal aufbessern, um im Transferpoker des von mehreren Klubs umworbenen 19 Jahre alten Talents die besseren Karten zu haben. Ein Wechsel schon im Winter könnte den Glauben an eine erfolgreiche Aufholjagd zurückbringen.

Der noch zu Saisonbeginn hochgelobte Paco Alcácer gilt offenbar nicht als Teil der Lösung. Vielmehr stehen die Zeichen auf Trennung. Auch in Hoffenheim schmorte der verletzungsanfällige, aber derzeit fitte ehemalige Barça-Profi bis zur 84. Minute auf der Bank. Seine Äußerung in der Zeitung "Marca", dass er seine Zukunft mehr in Spanien sieht, dürfte seinem Stellenwert weiter geschadet haben.

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