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"Nicht die weiße Fahne hissen"

HSV-Debakel: VfB will "Blockade schnellstmöglich lösen"

Der VfB kassierte eine böse Abreibung beim HSV
Der VfB kassierte eine böse Abreibung beim HSV
Foto: © David Hecker, getty
27. Oktober 2019, 10:34

Stuttgart wollte an der Elbe die Trendwende und erlebt stattdessen im Spitzenspiel beim Hamburger SV ein Debakel. Der HSV geht nach dem "Riesentag" mit viel Rückendwind in das Pokalduell mit den Schwaben am Dienstag.

Tim Walter kletterte nach der 2:6-Abfertigung in Hamburg erstaunlich gut gelaunt in den Flieger Richtung Heimat. Er werde seinem Team "aufzeigen, was man schlecht gemacht hat. Aber vor allem, was man gut gemacht", sagte der Trainer des VfB Stuttgart, nachdem sein Team in einem wilden Spitzenspiel der 2. Liga beim HSV ein ziemliches Debakel einstecken musste: "Ich glaube, dass viele Situationen im Spiel sehr, sehr gut waren. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Doch die Wahrheit ist: Der HSV wird nicht gerade vor Ehrfurcht erzittern, wenn die Schwaben schon am Dienstag wieder zum Pokalduell im Volkspark vorstellig werden. Zu pomadig, zu fehleranfällig, zu inkonsequent - die Stuttgarter erwischten einen ganz miesen Tag und kassierten die dritte Pleite in Serie. Was der Beginn der Trendwende werden sollte, wurde zur Demütigung. Kapitän Oliver Kempf sprach hinterher von einer "Verunsicherung" im Team: "Wir müssen unsere Blockade schnellstmöglich lösen und die Leichtigkeit wieder reinkriegen."

"Riesentag" für den HSV

Auch wenn dem HSV vor 57.000 Zuschauern längst nicht alles gelang, für Sonny Kittel war es dennoch ein "Riesentag", sagte der Doppel-Torschütze. Schließlich bauten die Hamburger als Tabellenführer ihren Vorsprung auf Stuttgart auf vier Punkte aus.

Und während in Stuttgart das schwäbisch-typische Bruddeln nach dem Sturz auf Platz drei nun weiter zunehmen dürfte, sangen die Fans in Hamburg nach den Treffern von Kittel (13., Foulelfmeter/36.), Bakery Jatta (24.), Martin Harnik (76.) und Adrian Fein (90.+1) sowie eines Eigentores von Gonzalo Castro (57.) aus voller Kehle: "Ohhhh, wie ist das schön." Die Treffer von Nicolas Gonzalez (33.) und Silas Wamangituka (63.) waren für Stuttgart zu wenig.

HSV-Innenverteidiger Rick van Drongelen konnte sich nach dem Prestigesieg im Duell der beiden Aufstiegsfavoriten einen kleinen Seitenhieb in Richtung der Konkurrenz dann auch nicht verkneifen: "Ich habe gehört, dass Mario Gomez gesagt hat, der VfB gewinnt beide Spiele", sagte der Niederländer und stellte genüsslich fest: "Das klappt schon mal nicht mehr."

VfB will "nicht die weiße Fahne hissen"

Doch die Stuttgarter wollen nach ihrem kurzen Wundenlecken im Ländle am Montagabend dann gestärkt wieder zurück in den Norden fliegen - um am Dienstag im Pokal Revanche zu nehmen und wenigstens einen Teil des Doppel-Duells zu gewinnen. "Für uns geht es weiter. Wir kommen am Dienstag wieder und probieren es auf ein Neues", sagte Walter: "Wir werden nicht die weiße Fahne hissen."

Doch auch wenn Walter den Stuttgart-Fans versprach, dass sein Team die begangenen Fehler "in der Art und Weise nicht mehr machen" werde, Favorit auf Platz eins in der Liga und für das Pokalspiel am Dienstag ist jetzt der HSV. Trainer Dieter Hecking sah eine "herausragende Leistung". So etwas "passiert nicht jeden Tag", stellte der HSV-Trainer richtig fest: "Es war ein klasse Vortrag gegen einen sehr starken Gegner."

Das mit dem sehr starken Gegner war dann aber doch etwas geflunkert.

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