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"Kabelbrand im Herzschrittmacher!" Schuster fix und fertig

Dirk Schuster sah eine Schlussphase der Extraklasse
Dirk Schuster sah eine Schlussphase der Extraklasse
Foto: © Thomas Eisenhuth, getty
20. Oktober 2019, 12:57

Erzgebirge Aue sorgt nach seinem spektakulären 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg in der 2. Liga weiter für Furore. Auch nach dem Spiel ging es hoch her.

Sieben Tore, ein gehaltener Elfmeter in der 10. Minute der Nachspielzeit und sechsmal Videobeweis: Das irre 4:3 von Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga hatte es am Freitagabend in sich. Doch damit nicht genug. Nach dem Abpfiff kochten die Emotionen über.

Aues Torwartheld Martin Männel, der den letzten Elfmeter von Nürnbergs Michael Frey in allerletzter Sekunde gehalten hatte, erhob nach dem Spiel schwere Vorwürfe gegen die Nürnberger. Die hätten sich in ihrem Hotel in Aues Kurort Bad Schlema schlimm aufgeführt und die Angestellten als Bauern bezeichnet, wetterte der Kapitän.

Nürnberg nur ein Mittelfeld-Team

Das Hotel wollte die Vorwürfe jedoch im Anschluss nicht bestätigen, Männel musste zurückrudern. Er habe den Eindruck erweckt, dass Nürnberg ein undiszipliniertes Team sei. "Das war nicht meine Absicht und aus der Emotion heraus", sagte der Keeper und ergänzte: "Deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Aussagen zu revidieren und mich in aller Form zu entschuldigen."

Die Entschuldigung dürfte die Clubberer jedoch auch nicht über einen völlig missglückten Ausflug ins Erzgebirge hinwegtrösten. Die Franken rangieren nach dem 3:4 mit 13 Punkten im grauen Mittelfeld, die geplante direkte Rückkehr ins Oberhaus ist in weite Ferne gerückt.

Aue hingegen blieb mit 18 Punkten am Spitzenfeld dran und hat unter Trainer Dirk Schuster weiter einen guten Lauf. Mit dem gebürtigen Chemnitzer holten die Lila-Weißen 12 Punkte aus den letzten sechs Spielen und haben sich im Verfolgerfeld festgesetzt. Gegen den Club zeigten die Veilchen einen irren Kampfgeist und spielten auch auf Sieg, als Nürnberg in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Foulelfmeter - natürlich samt Videobeweis - durch Johannes Geis zum 3:3 ausgeglichen hatte.

Schuster schlägt VAR-Änderung vor

"Das war ja geisteskrank", sagte Aues Pascal Testroet über das kuriose Spiel bei "Sky". Testroet hatte das 4:3 in der vierten Minute der Nachspielzeit durch Florian Krüger vorbereitet, ebenfalls mit anschließendem Videobeweis. "Allein die Nachspielzeit, wie viel Tore haben wir gesehen am Schluss? Dann gab es noch 18-mal Videobeweis", meinte Testroet, obwohl es am Ende nur sechs Videobeweise waren.

Trainer Schuster war auch fix und fertig. "Bei diesem irren Spiel hat man ja fast einen Kabelbrand im Herzschrittmacher bekommen", stöhnte Schuster bei "t-online.de". Der 51-Jährige schlug prompt eine Regeländerung beim Videobeweis vor. Jeder Verein solle pro Spiel nur zweimal das Recht auf eine Kontrolle erhalten, dann wäre der inflationäre Gebrauch gestoppt und "allen geholfen", sagte Schuster.

Dem früheren Bundesliga-Prof (Karlsruher SC) wird in Aue einiges zugetraut, zumal er gute Erfahrungen mit dem Aufstieg hat. Seinen früheren Klub Darmstadt 98 führte Schuster von der 3. Liga direkt in die 1. Bundesliga. Am Freitag kommt es für den Coach zum Wiedersehen mit der alten Liebe Darmstadt, wenn Aue zum Punktspiel am Böllenfalltor aufschlägt. Die Lilien gegen die Veilchen.

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