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Olympia-Quali wird für Kunstturner zur Hängepartie

Lukas Dauser bedankte sich für die Unterstützung in Stuttgart
Lukas Dauser bedankte sich für die Unterstützung in Stuttgart
Foto: © Francois Nel, getty
06. Oktober 2019, 21:33

Hoffnung ja, Gewissheit nein: Der Kampf der deutschen Kunstturner bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart um die Olympia-Tickets für Tokio ist noch nicht endgültig gewonnen und zur Hängepartie geworden. Nach einem Auf und Ab an den sechs Geräten nehmen die WM-Gastgeber, die von 7500 Zuschauern unterstützt wurden, nach dem ersten von zwei Qualifikationstagen den fünften Platz ein.

Somit wird sich erst am Montag entscheiden, ob die Auswahl von Chefcoach Andreas Hirsch wie schon die Frauenriege des Deutschen Turner-Bundes bei den Sommerspielen 2020 in der japanischen Hauptstadt an den Start gehen darf. Das Teamfinale am Mittwoch (13:30 Uhr) dürfte schwer zu erreichen sein.

"Es war eine Stimmung in der Halle wie beim Fußball. Ich kann jedem Zuschauer, der gekommen ist, nur für die Unterstützung danken", sagte Teamkapitän Lukas Dauser, er und seine Teamkollegen winkten den Besuchern zum Abschied abgekämpft zu.

Die WM-Gastgeber begannen am Barren mit Licht und Schatten. Der Berliner Philipp Herder konnte seinen Abgang nicht stehen, dafür turnte Dauser fast alle Übungsteile auf den Punkt. Mit 15,033 Punkten half der Unterhachinger nicht nur seinen Team, sondern brachte sich auch für das Gerätefinale am Sonntag in Stellung. Der 26-Jährige hatte während der Vorbereitungen einen Mittelhandbruch erlitten und sich in einem Wettlauf gegen die Zeit doch noch in die Mannschaft geturnt.

Mehrkampf-Meister Dauser der Stabilisator des Team

Am Reck stabilisierte sich das Team und kam nahezu fehlerfrei durch. In den Jubel des Publikums stimmte auch Marcel Nguyen ein. Der an der Schulter verletzte Routinier klatschte begeistert Beifall, am Mittwoch muss der zweimalige Barren-Europameister operiert werden.

Der positive Trend setzte sich am Boden fort. Erneut blieben größere Fehler aus, und der sonst so ruhige Cheftrainer Hirsch wurde ungewohnt emotional. Sein "sauber, sauber" war trotz der lautstarken Begeisterung des Publikums in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gut zu vernehmen.

Am gefürchteten Pauschenpferd allerdings musste das Turn-Team Deutschland Federn lassen. Herder musste das Gerät vorzeitig verlassen, Dauser verließen wenige Sekunde vor dem Ende seiner Übung die Kräfte.

Auch an den Ringen ließ das DTB-Quintett mehrere Zehntelpunkte liegen, auch an diesem Gerät wurde Nguyen schmerzlich vermisst. In dieser Phase war in erster Linie der deutsche Mehrkampf-Meister Dauser der Stabilisator des Teams, ganz nebenbei erreichte der Hannoveraner nach seiner stabilen Leistung das Mehrkampf-Finale am Freitag.

An die Spitze setzte sich erwartungsgemäß das Quintett aus Russland vor Taiwan und Brasilien. Die mitfavorisierten Mannschaften aus China, Japan und den USA gehen allerdings erst am Montag an die Geräte.

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