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"Wir nehmen diesen Titel gerne mit"

BVB putzt Bayern und holt den Supercup - Ärger um Kimmich

Der BVB siegt gegen den FC Bayern und sichert sich den Supercup
Der BVB siegt gegen den FC Bayern und sichert sich den Supercup
Foto: © Stuart Franklin, getty
03. August 2019, 23:09
sport.de
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Der selbst ernannte Titelanwärter Borussia Dortmund hat die Supercup-Siegesserie des FC Bayern München beendet und das erste Ausrufezeichen gesetzt. Der Vizemeister bezwang den deutschen Rekordchampion bei der Saison-Ouvertüre im eigenen Stadion mit 2:0 (0:0) und verhinderte den vierten Supercup-Triumph der Münchner in Folge.

"Wir freuen uns. Wir wussten, dass das Spiel eine spezielle Brisanz hat. Wir nehmen diesen Titel gerne mit, weil er uns Schwung bringt", sagte Sebastian Kehl, Lizenzspieler-Abteilungsleiter beim BVB, im "ZDF".

Bayern-Torwart Manuel Neuer sah eigene Fehler als ausschlaggebend. "Die erste Halbzeit hat mir gut gefallen, da hätten wir ein Tor machen können. Dann haben wir die Dortmunder ins Spiel gebracht", monierte der Nationaltorhüter. "Natürlich sind wir traurig. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, wenn auch kein sehr gutes. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, deswegen sind wir der Verlierer", erklärte Trainer Niko Kovac.

Paco Alcácer (48.) und Jadon Sancho (68.) schossen den BVB zum sechsten Sieg in diesem Wettbewerb. Zuletzt hatte der achtmalige deutsche Meister diesen Titel 2014 gewonnen.


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Beide Teams mussten einige Ausfälle verkraften. Beim BVB fehlten die angeschlagenen Neuzugänge Mats Hummels, Julian Brandt und Thorgan Hazard. Die Münchner traten vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Stadion ohne 80-Millionen-Mann Lucas Hernández, Serge Gnabry und Javi Martinez an.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Nach einem Fehler von Bayern-Innenverteidiger Niklas Süle scheiterte Marco Reus nach 50 Sekunden aber am stark reagierenden Nationalmannschafts-Teamkollegen Manuel Neuer. Die Gäste übernahmen danach zwar wie gewohnt die Spielkontrolle, waren in ihren Aktionen aber häufig zu fehlerhaft. Die daraus resultierenden Ballgewinne nutzte der BVB zu seinem gefürchteten schnellen Umschaltspiel.

Übermotivierter Neuer im Glück

Bayern-Coach Niko Kovac hatte seiner Mannschaft ein offensives 4-1-4-1-System mit Thiago als einzigem Sechser verordnet. BVB-Trainer Lucien Favre ließ sein Team defensiv in einem 4-4-2 agieren, bei eigenem Ballbesitz wurde daraus ein 4-2-3-1.

Chancen hatten zunächst nur die Schwarz-Gelben. Torjäger Paco Alcácer verfehlte aus rund 40 Metern aber sein Ziel, Neuer war zuvor übermotiviert aus seinem Tor geeilt (14.). Gegen Raphael Guerreiro machte der Schlussmann seine Sache dann deutlich besser (20.).

Erst danach wurden die Aktionen des Doublesiegers zielstrebiger. Kingsley Coman fand bei der ersten guten Bayern-Möglichkeit aber seinen Meister im guten Bürki-Ersatz Marwin Hitz (23.).

Insgesamt merkte man beiden Mannschaften an, dass sie noch mitten in der Vorbereitung stecken. Der BVB war erst am Freitag aus seinem Trainingslager aus Bad Ragaz in der Schweiz zurückgekehrt, die Bayern setzen ihre Saisonvorbereitung am Montag am Tegernsee fort. Einige Aktionen waren noch zu unpräzise, in manchen Situationen fehlte noch die Spritzigkeit.

Sancho nutzt Thiagos Fehlpass zur Vorlage

Kurz nach dem Wechsel ging Dortmund mit der ersten Aktion in Führung. Nach einem Fehlpass von Thiago und auf Vorarbeit von Sancho traf Paco Alcácer von der Strafraumgrenze.

Die Münchner leisteten sich nach dem Rückstand immer wieder einfache Ballverluste und brachten damit die BVB-Angreifer in gefährliche Situationen.


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Erst nach einer Chance von Goretzka (scheiterte an Hitz/55.) fanden die Münchner wieder besser ins Spiel und hatten die riesige Doppelchance zum Ausgleich. Coman scheiterte freistehend mit seinem Kopfball am stark reagierenden Hitz, den Nachschuss von Thomas Müller rettete Manuel Akanji kurz vor der Linie (beide 58.).

Kimmichs Tätlichkeit bleibt (quasi) unbestraft

Die Intensität nahm nun zu. Die Bayern erhöhten den Druck, der BVB lauerte auf Konter und schloss einen durch Sancho erfolgreich ab.

Glück hatte Nationalspieler Joshua Kimmich, als er nach einem unnötigen Tritt auf den Fuß von Sancho (76.) nur Gelb sah - eine klare Fehlentscheidung.

Nach dem Spiel erklärte Kimmich gegenüber "DAZN": "Ich war sauer, dass ich ich Gelb bekommen habe. Das war keine Absicht. Ich wollte den Ball mit der Sohle holen". Eine zweifelhafte Aussage in Anbetracht der Tatsache, dass Sancho nach der Partie mit einem Verband am Fuß aus dem Stadion humpelte. 

Auch Ex-Schiri Thorsten Kinhöfer zeigte sich verwundert darüber, dass es keinen Platzverweis gab. "[Das ist] Dunkelrot! Der Ball war aus, man sieht, dass Kimmich mit Absicht draufgeht. Unverständlich, dass der Video-Schiri Daniel Siebert das nicht signalisiert", erklärte Kinhöfer gegenüber "Bild". 

 

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