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Achterbahnfahrt endet in erster Liga

Trotz Pleite: SCP schafft Durchmarsch in die Bundesliga

Paderborn durfte trotz Pleite in Dresden jubeln
Paderborn durfte trotz Pleite in Dresden jubeln
Foto: © getty, Thomas Eisenhuth
19. Mai 2019, 18:06

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga brachen beim SC Paderborn alle Dämme. Der Rückkehrer konnte sein Glück nach dem 1:3 in Dresden kaum fassen.

Kapitän Uwe Hünemeier und seine Mitstreiter schlichen nach dem Schlusspfiff mit hängenden Köpfen in den Spielertunnel. Trainer Steffen Baumgart floh nach der 1:3 (1:2)-Pleite bei Dynamo Dresden wie ein begossener Pudel sogar in die Kabine. Als plötzlich aber das Ergebnis aus Bochum bekannt wurde und die Rückkehr der Ostwestfalen ins Oberhaus perfekt war, wich die Schockstarre dem Jubel, der Zeugwart holte schnell die Aufstiegsshirts aus dem Versteck.

Regionalliga durchgestrichen, Pfeil nach oben Richtung Bundesliga Saison 2019/20 - auf den Hemden war die emotionale Achterbahnfahrt des SCP in den vergangenen beiden Jahren treffend dargestellt. "Jetzt brauchen wir ein paar Tage, um das zu realisieren", sagte Stürmer Sven Michel, der sein Glück zunächst gar nicht fassen konnte.

Durch das 2:2 von Union Berlin beim VfL Bochum folgt Paderborn dank der besseren Tordifferenz dem 1. FC Köln als Tabellenzweiter ins Oberhaus. Damit gelang den Ostwestfalen der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga.

Baumgart: "Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat"

Philipp Klement (10.) brachte Paderborn in Führung, ehe Baris Atik (18./37./63.) den achtmaligen DDR-Meister per Dreierpack auf die Siegerstraße führte. Vor 30.000 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion verletzte sich Paderborns Keeper Leopold Zingerle nach einem Zusammenprall und musste zur zweiten Halbzeit durch Michael Ratajczak ersetzt werden.

"Ich freue mich einfach, dass es geklappt hat. Es wurde am Ende richtig eng. Die Jungens haben es sich aber verdient. Ich hasse Niederlagen, aber die heute ist mir egal", sagte ein überglücklicher und völlig geschaffter Paderborner Trainer Steffen Baumgart am "Sky"-Mikrofon, ehe der frühere Union-Profi mit Ehefrau Katja und seinen Kindern das kleine Wunder gebührend feierte.

Die Gäste waren anfangs spielerisch überlegen, hatten mehr individuelle Klasse und gingen nach einer Einzelaktion von Klement verdient in Führung. Doch Dresden hielt mit Kampf dagegen und hatte Glück beim Ausgleich. Nach Atiks Fernschuss prallte der Ball vom Pfosten an den Rücken von SCP-Keeper Zingerle und von dort ins Tor.

Baumgart, der auf dieselbe Startelf wie beim grandiosen 4:1 in der Vorwoche gegen den Hamburger SV setzte, trieb seine Elf immer wieder nach vorne. Nach einem bösen Schnitzer von Michel am gegnerischen Strafraum startete aber erneut Atik zum Konter und schob zum 2:1 ein.

Seit 2014 fünf Auf- und Abstiege für Paderborn

Paderborn kam trotz des Torwartwechsels gut aus der Kabine und drängte auf den Ausgleich. In der 61. Minute fiel dann aber die Vorentscheidung aus Sicht der Gastgeber durch Atiks dritten Streich. Am Ende reichte es aber dennoch für die Gäste, die direkt nach dem Spiel per Charterflug zurückflog. Dort soll am Montag ab 17.00 auf dem Rathausplatz die große Aufstiegsfeier starten. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt werden die Aufstiegshelden auf einer Partybühne präsentiert. Rund 15.000 Fans werden erwartet.

Der Bundesliga-Aufstieg ist für Paderborn der vorläufige Höhepunkt einer wahren Odyssee durch die Ligen. Seit 2014 sind die Ostwestfalen fünfmal auf- oder abgestiegen. 2015 sorgte das missglückte Intermezzo von Stefan Effenberg als Trainer für Wirbel, 2017 war der Klub sportlich schon in die vierte Liga abgestiegen. Nur durch die Lizenzverweigerung an 1860 München blieb der SCP in Liga drei und arbeitete sich seitdem wieder nach oben.

 

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