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Kommentar zum Ausscheiden von Bayern, BVB und Schalke

Selbst schuld! Das Königsklassen-Aus ist hausgemacht!

Der FC Bayern musste sich im Achtelfinale dem FC Liverpool geschlagen geben
Der FC Bayern musste sich im Achtelfinale dem FC Liverpool geschlagen geben
Foto: © getty, Lars Baron
14. März 2019, 15:37
sport.de
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Traurige Wahrheit: Erstmals seit der Saison 2005/06 steht keine deutsche Mannschaft im Viertelfinale der Champions League. Der FC Bayern, Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 sind allesamt kläglich an ihren englischen Gegnern gescheitert. Wer sich jetzt nach der Königsklassen-Schmach jedoch ungläubig die Augen reibt, hat die Entwicklung des internationalen Fußballs nicht verstanden. Ein Kommentar.

Nur wenige haben sie vorausgesehen, die deutsche Schmach in der Königsklasse. Doch spätestens, nachdem den deutschen Vertretern im Achtelfinale von den englischen Topklubs aus London, Liverpool und Manchester "Grenzen aufgezeigt" (O-Ton Niko Kovac) wurden, sollte allen klar sein: Die Bundesliga-Klubs werden im internationalen Vergleich abgehängt - allerdings nicht erst seit dem Ausscheiden der Bayern gegen Liverpool.

Die Entwicklung fußt vielmehr in dem Bestreben, beim allgemeinen Wahnsinn auf dem Transfermarkt nicht mitspielen zu wollen. "Ich möchte keinen Spieler für 150 oder 200 Millionen kaufen, diesen Wahnsinn möchte ich nicht mitmachen. Das sind Dinge, die wir beim FC Bayern total ablehnen", so FCB-Präsident Uli Hoeneß noch im Sommer 2017 entschieden.

Doch die Realität zeigt mit aller Deutlichkeit: Wer sich millionenschweren Investitionen verschließt, hat keine Chance im internationalen Fußball. Die nächste traurige Wahrheit.

Liverpool, Manchester City und Co. machen es vor

Die Klubs von der Insel machen es Transferphase um Transferphase vor: Vor horrenden Ablösesummen (beispielsweise 75 Millionen Euro für Liverpool-Keeper Alisson oder 67 Millionen Euro für ManCity-Ergänzungsspieler Riyad Mahrez) schreckt niemand zurück.

Auch Tottenham Hotspur, das Borussia Dortmund im Hinspiel eine Lehrstunde erteilte und auf Neuzugänge im Sommer gar verzichtete, investiert viel. Die Londoner stecken das Geld beispielsweise in hochdotierte Verträge (zwölf Mio. Euro Jahresgehalt für Harry Kane), um Superstars trotz lukrativer Abwerbeversuche zu halten.

Die nackten Zahlen verdeutlichen, wie groß die Kluft zwischen Europas Elite und den abgehängten deutschen Vereinen ist: Bayerns Rekordtransfer, Corentin Tolisso, kostete 41,5 Millionen Euro. Dortmund bezahlte 30 Millionen für seinen Rekordtransfer André Schürrle, Schalke nahm 26,5 Millionen Euro für Breel Embolo in die Hand. Peanuts im internationalen Vergleich.

FC Bayern muss Festgeldkonto in die Hand nehmen

Natürlich versprüht das Vorgehen der englischen Viertelfinalisten kein bisschen Fußball-Romantik. Katarische Prinzen, millionenschwere US-Unternehmer oder russische Oligarchen pumpen das viele Geld seit Jahren in ihre Klubs. Eine 50+1-Regel, an der hierzulande weiter festgehalten wird, gibt es dort nicht.

Darüber hinaus profitieren die englischen Erstligisten von den garantierten TV-Einnahmen, die gesondert von einem Platzierungsbonus ausgeschüttet werden. Selbst der Absteiger streicht dreistellige Millionensummen ein.

Völlig richtig allerdings, dass der deutsche Fußball nicht dieselbe Entwicklung nimmt und seine Grundfesten nicht zerstört. Nicht zuletzt deshalb können sich Bundesliga-Fans in Zeiten des modernen Fußballs auch noch mit ihren Klubs identifizieren.

Dennoch kann und muss sich vor allem der FC Bayern den neuen Zeiten anpassen, zu selten haben die Münchner ihr Festgeldkonto bislang in Anspruch genommen. Dank lukrativer Sponsorendeals à la BMW sind die Kassen auch in Zukunft prall gefüllt.

Immerhin scheint es ein, wenn auch spätes, Umdenken zu geben. Der BVB hat den viel zitierten Umbruch im vergangenen Sommer begonnen und freut sich zumindest auf nationaler Ebene über eine äußerst positive Entwicklung.

Auch die Münchner wollen im Sommer auf dem Transfermarkt zuschlagen, um auch international konkurrenzfähig zu sein. Man werde im Sommer "viel machen", so der Bayern-Präsident zuletzt. Eine zu späte Erkenntnis, Herr Hoeneß.

Gerrit Kleiböhmer

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