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"Ein Spiel der Zentimeter"

VAR-Ärger: Club am Boden - aber noch nicht am Ende

Das Tor von Adam Zrelak wurde zurückgenommen
Das Tor von Adam Zrelak wurde zurückgenommen
Foto: © getty, Alex Grimm
26. Januar 2019, 19:35

Beim 1. FC Nürnberg haderten Spieler und Trainer nach der sechsten Niederlage in Folge mit einer Schiedsrichter-Entscheidung. Aufgegeben hat sich der Club aber offenbar noch lange nicht.

Am Ende eines gebrauchten Tages flüchtete sich Michael Köllner in Galgenhumor. "Wenn man eine Überschrift braucht: Das war ein Spiel der Zentimeter", sagte der sichtlich bediente Trainer des 1. FC Nürnberg nach dem nächsten herben Rückschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Die Situation beim Club sei jetzt "richtig beschissen" - vor allem wegen einer denkbar knappen Videobeweis-Entscheidung.

Knapp zwei Minuten lang hatte sich der Aufsteiger beim 1:2 (1:1) beim FSV Mainz 05 in Führung gewähnt. Doch Schiedsrichter Bastian Dankert nahm den vermeintlichen Treffer von Adam Zrelak (62.) in Absprache mit Videoassistent Marco Fritz zurück - Zrelak, oder zumindest dessen Fußspitze, befand sich ein paar Zentimeter im Abseits.

Entscheidung "ein Witz"

"Das war mit normalen Menschenaugen nicht zu erkennen", sagte Köllner: "Wir bewegen uns auf einem dünnen Eis, aber anscheinend wollen wir das." Immerhin räumte der Trainer ein, dass es rein "hypothetisch" wäre, darüber zu reden, was ohne die Intervention des Videoassistenten geschehen wäre.

Enrico Valentini ging dafür einen Schritt weiter, der Abwehrspieler fühlte sich ein Stück weit "beraubt". Die Entscheidung sei "ein Witz" gewesen, sagte er: "Ich will das nicht auf eine Szene reduzieren, aber viel mehr gab es ja nicht." Auch FSV-Trainer Sandro Schwarz äußerte, dass seine Spieler im Anschluss "auch psychologisch das Momentum" auf ihrer Seite gehabt hätten.

Köllner verspricht: "Das wird uns nicht umwerfen"

Robin Quaison (73.) nutzte den Vorteil zum Siegtreffer. Daniel Brosinski (12.) hatte die Gastgeber vor 22.005 Zuschauern per Elfmeter in Führung gebracht. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Georg Margreitter (43.) war am Ende wertlos - Nürnberg verlor zum sechsten Mal in Folge und bleibt Tabellenletzter.

"Das wird uns nicht umwerfen", sagte Köllner, der mit seinem Team seit dem 29. September 2018 auf einen Sieg wartet: "Wir werden das wegstecken und schauen, dass wir die Punkte holen, die uns am 34. Spieltag über den Strich bringen."

Nürnberg setzt auf das "'Jetzt-erst-recht'-Gefühl"

Ganz so aussichtslos ist die Lage in Franken tatsächlich nicht - vor allem, weil die "Mitbewerber" um den Abstieg ähnliche Ergebnisse abliefern. Zeitgleich zum Spiel in Mainz verloren auch Hannover 96 und der FC Augsburg. Das rettende Ufer, oder zumindest der Relegationsplatz, ist für den FCN noch lange nicht außer Reichweite, was auch dazu führt, dass im Verein selbst eine bemerkenswerte Ruhe zu herrschen scheint.

"Jeder hat eine Mannschaft gesehen, die um ihr letztes Hemd gekämpft hat", sagte Torwart Christian Mathenia: "Ich sehe nicht die Gefahr, dass wir auseinanderbrechen, sondern eher, dass ein 'Jetzt-erst-recht'-Gefühl entsteht."

Der FSV hingegen könnte inzwischen sogar nach oben schauen. Mit 27 Punkten sind die Rheinhessen glänzend platziert, der Rückstand auf die Europapokal-Plätze beträgt nur einen Zähler. Dennoch "werden die Saisonziele nicht korrigiert", sagte Innenverteidiger Alexander Hack. Für Mainz zähle weiterhin "nur der Klassenerhalt".

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