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Hannover im Jubiläumsspiel "ängstlich und verunsichert"

Die Spieler von Hannover 96 waren nach der Pleite sichtlich enttäuscht
Die Spieler von Hannover 96 waren nach der Pleite sichtlich enttäuscht
Foto: © getty, Cathrin Mueller
20. Januar 2019, 11:51

Trauriges Bundesliga-Jubiläum für Hannover 96: Das 1000. Bundesligaspiel leitete nicht die erhoffte sportliche Wende ein, sondern endete mit einer deprimierenden 0:1-Heimniederlage gegen Werder Bremen.

Pfiffe auf den Rängen, Katerstimmung im Team und ein ratloser Trainer: Das 1000. Bundesligaspiel von Hannover 96 hat den Anfang vom Ende des André Breitenreiter bei den Niedersachsen mächtig forciert. Zu chancenlos waren die Platzherren bei der deprimierenden 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den alten Nordrivalen Werder Bremen.

"Die Liga ist doch etwas anderes als die Vorbereitung. Wir waren zu ängstlich, verunsichert und haben zu viele Zweikämpfe verloren", tadelte der Coach den über weite Strecken blutleeren Auftritt seiner Mannschaft. Bundesliga-reif war er definitiv nicht, die Gastgeber konnten noch von Glück sagen, dass die Mitkonkurrenten Augsburg und Stuttgart ihre Heimspiele ebenfalls verloren.

Erstliga-Ansprüchen genügte nur 96-Torhüter Michael Esser, der mit zahlreichen starken Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. Ohne es direkt auszusprechen, offenbarte der Schlussmann, dass es in der Vorbereitung auf die Rückrunde möglicherweise etwas zu harmonisch zuging.

"Wir müssen endlich klar ansprechen, was schlecht war und was besser werden muss", sagte der 31-Jährige, der sich nur beim Treffer des Tages durch den Bremer Angreifer Milot Rashica in der 32. Minute geschlagen geben musste. Das dürften lange Gespräche werden, denn in jedem Mannschaftsteil gibt es bei den "Roten" dringenden Verbesserungsbedarf.

Neuzugänge Müller und Jonathas bleiben wirkungslos

Das Trio der Neulinge jedenfalls wird allein wenig ausrichten können. Während Abwehrspieler Kevin Akpoguma vor 44.300 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften WM-Arena am Maschsee zumindest solide agierte, blieben in der Offensive sowohl Nicolai Müller als auch der nach 63 Minuten eingewechselte Brasilianer Jonathas nahezu wirkungslos.

Und wenig spricht dafür, dass dieser ängstliche Haufen ausgerechnet beim Herbstmeister Borussia Dortmund oder im folgenden Heimspiel gegen RB Leipzig sportlich die Kurve bekommt. Spätestens dann könnte die Geduld von 96-Präsident Martin Kind mit Breitenreiter zu Ende sein.

Denn um doch noch irgendwie die Klasse zu halten, ist dem exzentrischen Klubboss bekanntermaßen jedes Mittel recht. Auch die drei Wintertransfers, so verriet Manager Horst Heldt bei "Sky", finanzierte der millionenschwere Unternehmer aus eigener Tasche.

Einen solchen Mäzen braucht Werder derzeit nicht, die Hanseaten fanden an der Leine auch ohne personelle Blutauffrischung in die Erfolgsspur zurück. Doch die spielerisch ansprechende Vorstellung allein war Trainer Florian Kohfeldt zu wenig.

"Zur Wahrheit gehört auch, dass wir das eine oder andere Tor mehr erzielen müssen", sagte der 36-Jährige, der beim Schlusspfiff von Schiedsrichter Marco Fritz voller Erleichterung einen mächtigen Urschrei ausstieß.

Im kommenden Heimspiel am nächsten Samstag (18:30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt mit dem "magischen Dreieck" Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic dürfen sich die Bremer solche Nachlässigkeiten nicht erlauben. Kohfeldt: "Denn jetzt kommen diese drei Verrückten aus Frankfurt auf uns zu."

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