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Schwächstes Länderspieljahr der DFB-Geschichte

Kommentar: Dieser Umbruch kam zu spät, Herr Löw!

Bundestrainer Joachim Löw sitzt beim DFB-Team weiter fest im Sattel
Bundestrainer Joachim Löw sitzt beim DFB-Team weiter fest im Sattel
Foto: © getty, Matthias Hangst
20. November 2018, 10:11
sport.de
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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das schlechteste Länderspieljahr ihrer Geschichte mit einem 2:2 in der Nations League gegen die Niederlande abgeschlossen. Joachim Löw muss sich vor allem vorwerfen lassen, die Zeichen der Zeit zu spät erkannt zu haben. Ein Kommentar.

Brasilien, Österreich, Mexiko, Südkorea, Niederlande, Frankreich: Gegen all diese Teams verlor das DFB-Team im Jahr 2018.

Sechs Niederlagen, so viele wie nie zuvor in der 110-jährigen Länderspielgeschichte Deutschlands – in lediglich 13 Spielen. In der Bundesliga wäre das die Bilanz eines Abstiegskandidaten.

Erstmals musste eine Auswahl des größten Sport-Verbandes der Welt schon in der Vorrunde einer WM die Segel streichen. In der neu geschaffenen Nations League stieg der vierfache Weltmeister sang- und klanglos ohne Sieg in die zweitklassige Division B ab.

Dass Joachim Löw trotz dieser desaströsen Ausbeute verbandsintern quasi unumstritten als Bundestrainer ins Jahr 2019 geht, grenzt an ein Wunder.

Denn die Liste von Löws Versäumnissen in den zurückliegenden zwölf Monaten ist lang. Sein Umgang mit der "Erdogan-Affäre" um Mesut Özil und Ilkay Gündogan steht ganz sicher darauf, womöglich auch die Nicht-Nominierung von Leroy Sané für die WM.

Problematischer Umgang von Joachim Löw mit Weltmeistern von 2014

So etwas wie die Wurzel allen Übels aber war Löws Nibelungentreue zur Weltmeister-Generation von 2014.

Schon im Frühjahr zeichnete sich ab, dass Motivation und Leistungsniveau des einen oder anderen Helden von damals nicht mehr ausreichen würden. Das Leistungsprinzip setzte Löw nicht nur für den lange Zeit verletzten Kapitän Manuel Neuer außer Kraft. 

Als Resultat zogen sich bei der Endrunde in Russland tiefe Gräben durch die Mannschaft - nicht nur, aber auch zwischen alten und jungen Spielern.

Das auf die erfahrenen Recken zugeschnittene, fast ausschließlich auf Ballkontrolle angelegte deutsche Spielsystem war ebenfalls überholt.

Löw versäumte es, junge Spieler frühzeitig ernsthaft in die Mannschaft zu integrieren, zwischen den Grüppchen im Kader zu moderieren. Und, wie er auch selbst später eingestand, dem Team eine taktisch flexiblere Philosophie einzuimpfen.

Joachim Löw nach Blamage gegen die Niederlande vor dem Aus

Sogar das Desaster in Russland nahm der 58-Jährige nach einer wochenlangen Fehleranalyse zunächst nur zum Anlass, an kleinen Stellschrauben zu drehen. Erst die 0:3-Blamage in den Niederlanden öffnete Löw endgültig die Augen.

Schonungslose Selbstkritik und das Bekenntnis zu einem weitreichenden Umbruch retteten ihm in der Nacht nach der Partie angeblich den Job.

Die über weite Strecken Mut machenden Auftritte danach gegen Frankreich, Russland und im Rückspiel gegen die Elftal zeigten, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Klar ist aber auch: Joachim Löw beschritt ihn viel zu spät.

Tobias Knoop

Portugal
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21:00
So, 08.06.
i.E.
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