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Streitpunkt Lasogga am Ende ausschlaggebend?

HSV-Chef Becker: Titz-Entlassung "geht auf meine Kappe"

Ralf Becker musste beim HSV in den ersten Wochen viel Gegenwind aushalten
Ralf Becker musste beim HSV in den ersten Wochen viel Gegenwind aushalten
Foto: © getty, Martin Rose
05. November 2018, 09:35
sport.de
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Im Norden nichts Neues? Nachdem sich der HSV einmal mehr vorzeitig von einem Trainer getrennt hat, hagelte es von vielen Seiten heftige Kritik. HSV-Sportvorstand Ralf Becker hat nun erklärt, warum er die Trennung von Christian Titz als alternativlos betrachtete. Auch unterschiedliche Auffassungen was das Personal angeht haben demnach eine Rolle gespielt. 

Nachdem der Hamburger SV in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung so viele Trainer verschlissen wie Punkte geholt hat, musste mit Christian Titz Ende Oktober der nächste Chefcoach des HSV seinen Hut nehmen. Für die anschließende Kritik zeigt Sportchef Ralf Becker Verständnis.

"Mir war klar, dass die Entscheidung in der Öffentlichkeit nicht losgelöst von der Vergangenheit bewertet wird", erklärte Becker im "kicker"-Interview, dass der Aufschrei in seinen Augen auch eine Folge der Altlasten war: "Aber ich kann ja nichts für den Personalverschleiß des HSV in der Vergangenheit."

Die Entscheidung, Titz vorzeitig zu entlassen, geht "voll auf meine Kappe", gestand der 48-Jährige, der die Entscheidung "am Ende" mit seinen Vorstandskollegen abgesprochen habe.

Differenzen im Fall Pierre-Michel Lasogga

Die Trennung von Titz sei letztlich auch das Resultat unterschiedlicher Auffassungen gewesen. "Ich habe sehr genau wahrgenommen, dass Christian Titz im Frühjahr einen Umschwung bewirkt hat, [...] aber letztlich geht es auch um unsere Ziele", so Becker, der schon früh in der Saison Korrekturbedarf sah.

"Wir waren nach den Siegen gegen Heidenheim und Dresden am 5. Spieltag Erster, hatten aber dennoch das Gefühl, dass wir gewisse Dinge verändern müssen. Es hätten deutlich weniger Punkte sein können", so der Sportchef, der in den Spielen danach kaum eine Entwicklung erkannte.

>> Die HSV-Trainer der letzten 13 Jahre

Auseinander gingen die Meinungen unter anderem bei Stürmer Pierre-Michel Lasogga. Während Titz den 26-Jährigen nach dem 4. Spieltag nicht ein einziges Mal über 90 Minuten spielen ließ, sah Becker einen Lasogga, der "eigentlich von Anfang an seine Leistung gebracht" hat. In ihm erhofft sich der Sportchef einen "wichtigen Bestandteil für das Erreichen unserer Ziele". Titz sah das offenbar anders. 

HSV-Nicht-Aufstieg hätte "erhebliche Abstriche" zur Folge

Von Neu-Trainer Hannes Wolf sei er "restlos überzeugt", versicherte Becker. "Hannes Wolf hat als Trainer eine wahnsinnig hohe Qualität. Er kann sich bei uns und mit uns noch weiterentwickeln und ein richtig, richtig erfolgreicher Bundesligatrainer werden. Am besten hier beim HSV", so der Sportchef.

Wie wichtig es wäre, dass Wolf schon in der nächsten Saison beim HSV Bundesliga-Trainer ist, betonte Becker ebenfalls: "Der HSV wäre nicht in seiner Existenz bedroht, aber es würden sich natürlich grundlegende Dinge ändern, wenn wir in der 2. Liga blieben." Der Klub müsse in diesem Fall "erhebliche Abstriche" machen. "Wir wären dann eher ein normaler Zweitligist", gestand Becker.

 

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