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"Wir mussten eine Entscheidung treffen"

HSV feuert Titz! Nachfolger Hannes Wolf verspricht "Feuer"

HSV feuert Trainer Christian Titz
HSV feuert Trainer Christian Titz
Foto: © getty, Oliver Hardt
23. Oktober 2018, 17:37
sport.de
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"Big Titz" ist raus, Hannes Wolf übernimmt: Der als großer Hoffnungsträger gestartete Christian Titz ist nach nur 226 Tagen als Trainer des Hamburger SV schon wieder Geschichte. Der 47-Jährige wurde am Dienstag mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Der frühere Stuttgart-Trainer Wolf unterschrieb einen Vertrag bis 2020 und wird am Mittwoch sein erstes Training leiten.

"Das Feuer ist zu hundert Prozent da. Ich weiß, dass der Weg für den HSV relativ schwer ist. Aber alleine wegen der Bedeutung des HSV musste ich nicht lange überlegen. Das ist eine große Herausforderung, die ich gerne annehme", sagte der 37-Jährige bei seiner Vorstellung und ergänzte drei Tage vor seinem Debüt auf der HSV-Bank beim Aufsteiger 1. FC Magdeburg: "Wir werden nicht aufsteigen, wenn wir viel reden. Wir müssen viel und hart arbeiten."

HSV-Sportvorstand Ralf Becker begründete die Entlassung folgendermaßen: "Es war meine absolute Überzeugung, dass wir in dieser Konstellation mit Christian Titz unsere Saisonziele nicht erreichen. Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir leider nicht die angestrebte Entwicklung genommen haben." Titz habe die Entscheidung professionell aufgenommen, verriet Becker, der Wolf als eines der "größten Trainertalente in Deutschland" bezeichnete.

HSV-Boss Bernd Hoffmann sagte, dass er zu "120 Prozent" zu der Entscheidung seines Sportchefs stehe: "Ich bin froh, dass Hannes Wolf neben mir sitzt."

Teuerster Kader der 2. Bundesliga

Der Bundesliga-Absteiger ist nach zehn Spieltagen mit 18 Punkten Tabellenfünfter. Der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt einen Zähler, zum Tabellenführer 1. FC Köln sind es zwei. In den letzten drei Heimspielen holte der HSV nur zwei Punkte und erzielte dabei kein Tor. Am vergangenen Sonntag kam der Klub nicht über ein 0:0 gegen den VfL Bochum hinaus.

Saisonziel der Hamburger, die mit dem teuersten Kader der Liga-Historie (28,5 Millionen Euro Gehaltsetat) angetreten waren, ist der direkte Wiederaufstieg. Weil das nach Ansicht der Klub-Bosse aktuell in Gefahr ist, musste mit Titz inklusive Interimslösungen HSV-Trainer Nummer 16 seit 2008 gehen.


Mehr dazu: Von Doll bis Titz: Der Trainer-Schleudersitz beim HSV seit 2005


Christian Titz nur gut sieben Monate beim HSV tätig

Was Youngster Jann-Fiete Arp von der Entlassung des bei den Spielern beliebten Titz hält, offenbarte er in den Sozialen Netzwerken. Bei Instagram postete der Angreifer ein Bild, das ihn beim Handschlag mit dem Trainer zeigt. Darüber sechs fett gedruckte Ausrufezeichen, darunter sind finster dreinblickende Smileys abgebildet.

Am Nachmittag hatte der Jungstar seinen Post - wohl auch auf Druck des Klubs - wieder gelöscht. Arp muss sogar mit Konsequenzen rechnen. "Fiete ist ein junger Spieler, aber so eine Meinungsäußerung ist nicht akzeptabel", sagte Becker. Wolf wollte nicht über einzelne Spieler sprechen, sondern erst mit den Profis "eine gute Ebene finden". Zudem wünsche er sich von allen Profis "Offenheit".

Wolf für den HSV ein "Topkandidat"

Wolf, der den VfB 2017 zurück in die Bundesliga geführt hatte, geht das Himmelfahrtskommando an der Elbe auch mit Humor an. "Hier hört sich das Willkommen fast wie eine Drohung an", sagte er angesichts der Trainerfluktuation in der Hansestadt. Der 37-Jährige war am 28. Januar 2018 beim VfB entlassen worden. "Er steht für all das, was wir beim HSV wollen. Deshalb war er unser Topkandidat", sagte Becker.

Titz, noch vor wenigen Wochen in der Hansestadt als "Big Titz" gefeiert, hatte die HSV-Profis am 12. März von Bernd Hollerbach übernommen. Trotz verbesserter Leistungen konnte der gebürtige Mannheimer den ersten Abstieg des letzten verbliebenen Bundesliga-Gründungsmitglieds nicht verhindern. Einen Vertrag bis 2020 erhielt er in der Sommerpause dennoch, galt er bei Verein und Fans doch als Symbol des Neuanfangs.

In Liga zwei gab es für Titz und sein Team nach einem starken Saisonstart und vorübergehender Tabellenführung aber zuletzt nur fünf Punkte aus vier Partien, von den sechs Heimspielen wurden nur zwei gewonnen.

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