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Bayern zieht keine einsamen Kreise

Hertha BSC duckt nicht vorm großen FC Bayern

Hertha-Coach Pál Dárdai (l.) und Michael Preetz glauben an ihre Chance
Hertha-Coach Pál Dárdai (l.) und Michael Preetz glauben an ihre Chance
28. September 2018, 07:23

Für Michael Preetz ist auch der Serienmeister FC Bayern München eine verwundbare Mannschaft. "Ohne Niederlage werden sie nicht durch die Saison kommen", sagte der Manager von Hertha BSC vor dem Freitagspiel der Fußball-Bundesliga in Berlin.

"Das es wahnsinnig schwer ist, ist klar. Aber Augsburg hat auch ein gutes Spiel gegen sie gemacht", bemerkte der einstige Torjäger Preetz: "Man muss alles auf seiner Seite vereinen und der Gegner muss vermutlich auch noch mithelfen." Der jüngste Punktverlust der Bayern würde der Liga gut tun. "Aber da steckt noch eine andere Information dahinter: Die Bayern haben ihre besten Spieler geschont für Freitag, nicht umgedreht."

AUSGANGSLAGE: Das überraschende 1:1 gegen den FC Augsburg hat für neue Spannung gesorgt an der Tabellenspitze. Hinter den Münchnern (13 Punkte) hat sich der BVB in Lauerstellung gebracht. Hertha (10) könnte mit einem Sieg gegen Bayern zum Branchenführer aufschließen. "Im Moment ist es ja nicht so, dass sie einsam ihre Kreise ziehen", sagte Preetz zu den Münchnern. Die Verfolger würden "hoffentlich dafür sorgen, dass es spannender wird als letztes Jahr".

AUFMERKSAMKEIT: Das Olympiastadion ist mit 74.469 Zuschauern ausverkauft, das Interesse der Fans und der Medien übersteigt die normalen Berliner Verhältnisse weit. "Das ist für Bayern München, nicht für uns. Aber es ist schon gut, dass alle sehen, wie wir arbeiten, welches Konzept und welche Visionen wir haben", erklärte Hertha-Trainer Pál Dárdai und fügte an: "Es wäre schön, wenn wir in jedem Spiel so eine Kulisse hätten, das gibt noch einen Tick mehr Motivation. Das soll uns nicht lähmen. Wir wollen auch vernünftig nach vorne spielen. Gegen die Bayern so zu glänzen wie gegen Gladbach, wäre nicht schlecht. Aber erst einmal müssen wir die Räume eng machen."

LOB: Die einstigen Hertha-Spieler Dárdai und Niko Kovac haben viel Respekt füreinander. Dárdai sieht die Bayern unter dem neuen Chefcoach Kovac klar verbessert. "Bei Ballverlusten sind sie richtig aggressiv. Defensiv stehen sie besser. Das ist eine riesen Qualität." Der gebürtige Berliner Kovac ist "sehr angetan" vom Ex-Kollegen: "Hertha hat sich super entwickelt unter Pál Dárdai. Sie haben sich spielerisch sehr gut präsentiert. Es ist balltechnisch eine sehr versierte Mannschaft. Es wird eine Herausforderung im vollen Olympiastadion."

LETZTER SIEG: Als im Februar 2009 Hertha letztmals gegen die Bayern gewann (2:1), stand Dárdai als Mittelfeldspieler auf dem Platz. "Ich habe wirklich nur gestanden. Ich war kurz zuvor am Knie operiert worden und durfte eigentlich gar nicht spielen. Aber alle anderen für die Position waren verletzt", erinnerte sich der Ungar.

Der damalige Coach Lucien Favre, jetzt Cheftrainer von Borussia Dortmund, rief Dárdai an und sagte: "Es reicht, wenn du stehst und organisierst." Nach 65 Minuten musste Dárdai auf die Anzeigetafel schauen und dachte: "So viel Zeit noch zu spielen." Doch er hielt durch, sicherte den Sieg mit. "Das ist immer ein besonderes Gefühl. Aber jetzt ist ein anderer Tag, jetzt ist es schwieriger", betonte Dárdai.

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