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Punktgleich mit München: Berlin springt auf Rang 2

Ratloser FC Bayern verliert 0:2 bei Hertha BSC

Ratlose Bayern verlieren bei Hertha BSC
Ratlose Bayern verlieren bei Hertha BSC
Foto: © getty, Boris Streubel
28. September 2018, 22:14

Hertha BSC hat dank einer bärenstarken und cleveren Leistung einen Überraschungs-Coup gelandet und Titelverteidiger Bayern München unter Trainer Niko Kovac die erste Bundesliga-Niederlage beigebracht.

Die Berliner feierten einen etwas glücklichen, aber verdienten 2:0 (2:0)-Sieg und schlossen in der Tabelle zu Spitzenreiter München auf. Werder Bremen, Borussia Dortmund und theoretisch auch Borussia Mönchengladbach können am Wochenende noch vorbeiziehen.

Vedad Ibisevic per Strafstoß (23.) mit seinem vierten Saisontreffer und Ondrej Duda (44.) mit Saisontor Nummer fünf trafen für Hertha zum ersten Sieg über die Bayern seit 2009. Am Ende fehlte den Hauptstädtern ein Tor, um zumindest bis Samstag sogar die Tabellenführung zu übernehmen.

>> Die sport.de-Noten zum Spiel: Vier Mal mangelhaft für pomadigen FC Bayern

"Wir waren in der ersten Halbzeit nicht ganz so präsent wie in der zweiten. Da haben Kleinigkeiten gefehlt, und das macht den Unterschied", sagte Münchens Kapitän Manuel Neuer nach dem Abpfiff am "Eurosport"-Mikrofon und ergänzte: "Die Chancenverwertung ist ein großes Thema. Wir müssen die Dinger rein machen, das hat wieder gefehlt."

Kovac verwies derweil auch auf Fehler vor den Gegentreffern. "Die dürfen nicht passieren." Fragen nach einer aufkommenden Krise seines Teams wies der Kroate zurück: "Wir sollten nicht anfangen, jetzt alles schlecht zu reden. Wer die Bayern kennt, weiß, dass wir uns das nicht gefallen lassen werden."

Sein Berliner Kollege Pál Dárdai war unterdessen rundum zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf: "Wir waren spritzig und haben in den wichtigen Momenten die Tore gemacht", sagte der Ungar und lobte besonders das Verhalten seiner Spieler bei Ballbesitz: "So damit gegen die Bayern umzugehen, ist die Kunst gewesen.

>> Hertha überrumpelt den FC Bayern: Der Berliner Sieg gegen München zum Nachlesen

München erlebt nach nunmehr zwei Liga-Spielen ohne Sieg unter Trainer Kovac die erste schwierige Phase und geht etwas angeschlagen in das Heimspiel der Champions League am Dienstag gegen Ajax Amsterdam (21:00 Uhr). Zwei Spiele in Folge ohne Sieg hatte es für den Rekordmeister in der Bundesliga zuletzt vor einem Jahr im September 2017 gegeben.

Die 74.669 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion erlebten von Beginn an eine äußerst intensive Partie mit zwei hochkonzentrierten Teams. Kovac setzte wieder auf seine Stammkräfte Robert Lewandowski, Arjen Robben und Franck Ribéry. Auch Jérôme Boateng war von Beginn an dabei und hatte per Kopfball die erste Chance (14.).

Boatengs Fehler ermöglicht Hertha die Führung

Hertha hielt mit spielerischen Mitteln dagegen und sorgte vor allem auf der rechten Seite mit Valentino Lazaro für sehenswerte Szenen. Eine Flanke aus dem rechten Halbfeld von Duda leitete auch die Führung ein: Manuel Neuer konnte den Kopfball von Ibisevic noch abwehren, im Nachsetzen holte Boateng aber Salomon Kalou völlig unnötig von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ibisevic sicher zum 1:0. Kurios: In allen vorherigen Spielen der neuen Saison hatte Hertha jeweils einen Strafstoß verursacht.

Bayern drängte wütend auf den Ausgleich. Ribery suchte über links immer wieder die Eins-gegen-eins-Situationen, seine Bälle fanden aber nur selten Lewandowski und Robben in der Mitte. Nach einem Schuss von Joshua Kimmich aus kurzer Distanz stand Ribéry zum Ärger des Bayern-Verteidigers im Weg. Kurz vor der Pause zog Robben den Ball noch knapp übers Tor.

Duda erzielt sein fünftes Saisontor

Hertha sammelte Kraft und startete kurz vor der Pause nochmal zur Attacke - wieder über rechts: Lazaro sprintete bis zur Torlinie durch, legte zurück auf Duda, und der Slowake drosch den Ball unhaltbar für Neuer in die Maschen. Bayerns Trainer Niko und Robert Kovac steckten ratsuchend die Köpfe zusammen, der Pausenpfiff ging im Jubel der freudetrunkenen Berliner Fans unter.

In der zweiten Halbzeit wurde der Druck der Bayern noch größer. Thomas Müller (52.) kam für Robben, bei Hertha tauschte Trainer Dárdai mit Davie Selke für Ibisevic den Stürmer aus. Mit Serge Gnabry (62.) für den wenig überzeugenden Renato Sanches erhoffte sich Kovac mehr Druck, doch Hertha machte weiterhin die Außen dicht und behielt im Zentrum kühlen Kopf. Es spielten zwar nur noch die Bayern, doch im Abschluss fehlten den Münchnern die Übersicht und das Glück.

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