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Verrückte Schlussphase im Duell der Verfolger

Wildes Remis: Hertha und Wölfe verpassen perfekte Ausbeute

Die Fans sahen am Samstag keinen Sieger in Wolfsburg
Die Fans sahen am Samstag keinen Sieger in Wolfsburg
Foto: © getty, Martin Rose
15. September 2018, 17:38

Kein Sieger im verrückten Duell der Bayern-Jäger: Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC haben sich nach einer nervenaufreibenden Nachspielzeit im direkten Vergleich der Verfolger des deutschen Rekordmeisters mit 2:2 (0:0) getrennt.

Die Hertha wähnte sich nach dem Treffer zum 2:1 durch Ondrej Duda (90.+1) schon als Sieger, doch Wolfsburg konterte im Gegenzug durch Admir Mehmedi (90.+3) und rettete das Remis. Für die Niedersachsen endete dennoch eine Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Serie.

Bundesliga-Frischling Javairo Dilrosun (61.) hatte bei seinem ersten Startelfeinsatz die Gäste in Führung geschossen. Der Ausgleich durch Yunus Malli, der in der 87. Minute einen Foulelfmeter nach Videobeweis verwandelte, läutete den Krimi in der Schlussphase ein.

TV-Mitarbeiter wird schwer getroffen

Mit überfallartigen Angriffen setzten die Norddeutschen ihre Gäste vor 25.090 Zuschauern von der ersten Sekunde an mächtig unter Druck. Drei Eckbälle in den ersten drei Minuten belegten die Überlegenheit der "Wölfe", bei denen Jérôme Roussillon mit kernigen Distanzschüssen für Erstaunen sorgte.

Der Außenverteidiger zwang in der zweiten Minute Hertha-Torhüter Rune Jarstein zu einer Glanzparade. Nur 60 Sekunden später nahm der Abwehrspieler aus 25 Metern per Volleyschuss Maß, traf dabei aber nicht das Tor, sondern einen Kameramann am Kopf.

Der TV-Mitarbeiter sackte benommen zu Boden und wurde nach einer vierminütigen Behandlungsphase von Sanitätern aus dem Stadion geführt, ein Kollege übernahm seinen Arbeitsplatz. Roussillon entschuldigte sich umgehend bei dem Pechvogel.

Partie wird im zweiten Durchgang offener

Das offensive Feuerwerk der Platzherren endete nach ziemlich genau einer Viertelstunde. Die Berliner fanden nun besser in die Zweikämpfe und damit auch in die bis dahin einseitige Partie. Und da die VfL-Hintermannschaft mehrfach etwas sorglos agierte, kam auch die Mannschaft von Trainer Pál Dárdai zu Chancen.

Der sehr bewegliche Salomon Kalou zielte in der 20. Minute knapp über den Querbalken, in der 43. Minute scheiterte der offensive Mittelfeldspieler per Kopfball an VfL-Keeper Koen Casteels.

Nach dem Seitenwechsel war die Dárdai-Truppe mit Erfolg darum bemüht, sich nicht wieder in der eigenen Spielhälfte einschnüren zu lassen. Mit Erfolg: Die Partie wurde offener, auch weil die Passsicherheit der Platzherren der ersten 45 Minuten nachließ.

Schiedsrichter Dingert wird überstimmt

Nun suchten auch die Schützlinge von Coach Bruno Labbadia ihr Heil öfter in Konterattacken. Ein Patzer in der Vorwärtsbewegung allerdings führte zum 1:0: Unbedrängt spielte William den Berlinern einen Pass in die Beine, die blitzschnell umschalteten und den Torschützen Dilrosun präzise freispielten.

Erst durch eine Videobeweis-Entscheidung kassierten die Gäste doch noch den ersten Gegentreffer in dieser Saison. Maximilian Arnold war an der Strafraumgrenze von Herthas Arne Maier umgestoßen worden und stand dabei ganz knapp auf der Linie, der Elfmeter war somit berechtigt. Schiedsrichter Christian Dingert hatte zuvor lediglich auf Freistoß für Wolfsburg entschieden.

Danach überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst schoss Duda einen Freistoß in der Nachspielzeit clever unter der Wolfsburger Mauer ins Tor. Doch die Niedersachsen kamen noch einmal zurück. Mehmedi drückte einen Kopfball des Ex-Herthaners Brooks noch über die Linie.

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