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Sturz, Motor, Reifen: Viele Probleme bei Ducati

Jorge Lorenzo hat viel Luft nach oben
Jorge Lorenzo hat viel Luft nach oben
Foto: © getty, Mirco Lazzari gp
01. Juni 2018, 19:26

Der Trainingsauftakt der MotoGP zum Grand Prix von Italien sorgte am Freitag im Ducati-Lager für reichlich Kopfschmerzen - und das nicht nur wegen des schweren Sturzes von Gaststarter Michele Pirro.

Ein Motorschaden verhagelte Andrea Dovizioso das zweite Freie Training, außerdem kommen er und einige seiner Markenkollegen mit den Reifen nicht richtig zurecht. Aktuell ist der Vorjahressieger nicht für Q2 qualifiziert. Bester Ducati-Fahrer war am Freitag Pramac-Pilot Jack Miller auf Rang fünf.

Auch die Tatsache, dass Dovizioso mit 356,4 km/h auf der Geraden der schnellste war, konnte den Italiener kaum trösten. "Heute bin ich nur sauer darüber, wie der Tag gelaufen ist, diese Geschwindigkeit ist mir egal", sagt Dovizioso. Denn nachdem das erste Training bei kaum repräsentativen Bedingungen stattgefunden hatte, verlor Dovizioso im zweiten Training durch einen Motorschaden auf der Start-Ziel-Geraden wertvolle Abstimmungszeit.

Bei der Suche nach der Ursache für den Defekt tappt Ducati laut Dovizioso noch im dunkeln, allerdings scheint das Problem kein Einzelfall zu sein. "Ich hatte mehr oder weniger fast das gleiche Problem, aber ich konnte den Motor retten", berichtet Pramac-Fahrer Danilo Petrucci.

Auch Pettrucci beinahe mit Motorschaden

"Ich hatte Glück, dass ich kurz davor das Gas zugedreht habe und der Motor in den Sicherheitsmodus gewechselt ist", sagt er. Als Grund für die Probleme sieht Petrucci die Bodenwellen auf der Geraden. "Das Problem ist, dass bei maximaler Geschwindigkeit das Hinterrad nicht ständig den Boden berührt. Dadurch schlägt die Drehzahl mehrere Male nach oben aus", erklärt er.

Doch nicht nur der Motorschaden ärgert Dovizioso, der nach zwei Nullnummern in Folge beim Heimspiel unter Zugzwang steht. "Nachdem wir das Motorrad gewechselt haben, hat der Reifen nicht funktioniert. Das ist sehr schlecht, denn wir haben kaum Zeit um daran zu arbeiten. Im Grunde haben wir zwei Sessions verloren."

Auch Petrucci beklagte Probleme mit den Reifen. "Es war ein schwieriger Freitag für alle Ducati-Fahrer. Im Vorjahr lief es besser. Die Reifen sind härter als erwartet, oder der Asphalt wird von Jahr zu Jahr schlechter", sagt er. Auf jeden Fall harmonieren die Michelin-Pneus des Jahrgangs 2018 in Mugello nicht mit der Desmosedici.

Neuer Tank für Jorge Lorenzo

"Das Motorrad ist zu steif und die Dämpfer arbeiten nicht richtig. Deshalb rutschen in der Kurve beide Reifen und das Bike ist sehr instabil, wenn man die Bremse löst", beschreibt Petrucci das Problem. Auch der neue asymmetrische Vorderreifen sei da keine Hilfe, weil "er für uns etwas zu hart ist."

Jorge Lorenzo, der zweite Fahrer des Werksteams, versuchte den fehlenden Grip durch eine Verkleidung mit Winglets auszugleichen, die ihn auf der langen Gerade aber Höchstgeschwindigkeit kostet. "Im Moment ziehe ich die Verkleidung mit viel Abtrieb vor, denn so habe ich beim Bremsen und bei der Beschleunigung mehr Vertrauen", sagt er.

"Dass wir damit auf der Geraden 10 km/h verlieren, müssen wir akzeptieren. Das sind ein oder zwei Zehntelsekunden", so Lorenzo, dessen Motorrad mit einem neuen Tank ausgerüstet wurde, der ihm beim Anbremsen mehr Unterstützung geben soll.

Italien GP 2018

1SpanienJorge Lorenzo41:43.230m
2ItalienAndrea Dovizioso+6.370s
3ItalienValentino Rossi+6.629s
4ItalienAndrea Iannone+7.885s
5SpanienÁlex Rins+7.907s

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