Trotz eines alles überragenden LeBron James mussten sich die Cleveland Cavaliers im ersten Spiel der NBA-Finals den Golden State Warriors geschlagen geben. Ein fataler Blackout kurz vor Spielende kostete den Außenseiter die Überraschung.
LeBron James zeigte verzweifelt in Richtung Korb. Zu spät. Nach dem fatalen Blackout seines Teamkollegen stand der "König" fassungslos da und stapfte danach stinksauer zur Bank. 4,7 Sekunden waren im ersten Duell der NBA-Finals noch zu spielen, als sich sein Teamkollege J.R. Smith von den Cleveland Cavaliers den folgenschweren Patzer leistete.
Statt nach einem Rebound aus kurzer Distanz den Wurf zu nehmen oder ein weiteres Foul zu provozieren, rannte Smith bei Gleichstand (107:107) völlig unverständlich in Richtung Mittellinie. James konnte es kaum glauben und wies seinem Mitspieler immer wieder den richten Weg. Doch die Sekunden tickten herunter, die Golden State Warriors um Stephen Curry retteten sich in die Verlängerung und sicherten sich schließlich mit 124:114 Spiel eins.
James, einer der besten Basketballer der Geschichte, reagierte zunächst äußerst reflektiert auf den Aussetzer. "Wir hatten Chancen. Es geht weiter, die Partie ist vorbei und ich würde niemals einen meiner Teamkameraden abschreiben", sagte der alles überragende Akteur. Doch in dem 33-Jährigen brodelte es gewaltig. Und so beendete er nach bohrenden Fragen der Journalisten zur Schlüsselszene kurzerhand die Pressekonferenz, schnappte sich sein glänzendes Täschchen sowie seine modische Sonnenbrille und marschierte von dannen.
Curry: "Verrückte Partie"
Smith versuchte unterdessen noch immer, sich zu rechtfertigen. "Ich wusste, dass es Unentschieden steht und dachte, wir nehmen eine Auszeit", sagte der erfahrene Point Guard nach der unnötigen Niederlage. Doch die Darstellung nahmen ihm längst nicht alle ab. Trainer Tyronn Lue widersprach seinem Profi. "Er dachte, wir sind mit einem Punkt vorne und es ist vorbei." Deutschlands Ausnahmespieler Dirk Nowitzki schätzte es vor dem Fernseher per Twitter ähnlich ein. "Es war eine verrückte Partie", sagte Curry. Mit jeder Menge Gesprächsstoff.
Der Art der Entscheidung war für James und Co bitter. Der Superstar hatte mit fantastischen 51 Punkten für einen persönlichen Playoff-Rekord gesorgt. Er hatte die Warriors so richtig am Wickel und die Cavs hatten gezeigt, dass sie mit starkes Physis die spielerische Finesse der Kontrahenten aufwiegen können.
Es ist bereits die vierte Finalserie nacheinander zwischen beiden Franchises, noch nie waren die Cavs so klar in der Rolle des Underdogs. Die Warriors gewannen bereits 2015 und 2017, die Cavs 2016.
Dass es für die Cavs nicht reichte, lag ihrer Meinung nach auch an einem Videobeweis gegen James kurz vor der unglücklichen letzten Aktion von Smith. Durant, neben Curry (29 Punkte) mit 26 Punkten bester Werfer, erhielt zum Ärger der Cavs zwei Freiwürfe und traf zum Ausgleich.
Cleveland-Coach Lue erklärte nach der Partie, er fühle sich wegen dieser Szene "beraubt". So etwas sei "noch nie gemacht worden, niemals in der Geschichte des Spiels. Und dann passiert es im Finale, auf der größten Bühne", sagte Lue. Schiedsrichter Ken Mauer verteidigte seine Entscheidung dagegen als korrekt.
Spiel zwei folgt am Sonntag (Ortszeit), Heimrecht haben erneut die Warriors.




































