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Blackout von Popp führt zum Wolfburger Final-K.o.

Alexandra Popp sieht in der Verlängerung Rot
Alexandra Popp sieht in der Verlängerung Rot
Foto: © getty, David Ramos
25. Mai 2018, 06:50

Alexandra Popp hatte ein schlechtes Gewissen. "Es tut mir unendlich leid. Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Mit der Aktion habe ich die Mannschaft in die Bredouille gebracht. Das war die Kehrtwende", sagte die Fußball-Nationalspielerin des VfL Wolfsburg zur vielleicht entscheidenden Szene im mit 1:4 (0:0) nach Verlängerung verlorenen Champions-Finale gegen Titelverteidiger Olympique Lyon in Kiew.

Der VfL war am Donnerstagabend gerade in der Verlängerung mit 1:0 in Führung gegangen, als sich Popp bei einer Grätsche in der gegnerischen Hälfte eine Gelb-Rote Karte einhandelte. "Eine blöde Aktion kann der Mannschaft schaden. Ich will Alexandra gar nicht anklagen. So etwas kann passieren, aber das hat das Spiel verändert", sagte Torfrau Almuth Schult. Denn nach dem Platzverweis brach beim deutschen Meister alles auseinander, Lyon holt sich durch vier Tore den dritten Titel in Serie.

So herrschte bei den Wolfsburgerinnen im Walerij-Lobanowski-Stadion nur noch Frust. "Es tut weh im Moment, weil wir mit Lyon komplett auf Augenhöhe waren", sagte der Sportliche Leiter Ralf Kellermann, fügte aber hinzu: "In ein, zwei Tagen werden wir realisieren, dass wir eine Top-Saison gespielt haben."

In der Tat fehlte nicht viel, um zum zweiten Mal nach 2013 das Triple zu gewinnen. In einem hart umkämpften Spiel hielten die Wolfsburgerinnen gegen die Übermannschaft um die deutsche Nationalmannschaftskapitänin Dzsenifer Marozsán mit viel Leidenschaft dagegen. Und als Pernille Harder in der 93. Minute den Führungstreffer erzielte, schien der Coup zum Greifen nah.

Vier Gegentore in 18 Minuten

Doch dann kamen der Blackout von Popp - und vier Tore von Lyon durch Amandine Henry (98.), Eugenie Le Sommer (99.), Ada Hegerberg (102.) und Camille Abily (116.).

Zuviel für Wolfsburg, nachdem sie erst am Samstag beim DFB-Pokalsieg gegen den FC Bayern einen ähnlichen Kraftakt hinlegen mussten. In Köln hatte der VfL erst im Elfmeterschießen gewonnen. So scheiterte die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch zum dritten Mal in Serie an Lyon.

DFB-Präsident Reinhard Grindel zollte den Wolfsburgerinnen trotzdem Respekt: "Es war ein großer Kampf von Wolfsburg, wobei Lyon über 120 Minuten die bessere Mannschaft war. Am Ende war es in Unterzahl schwierig."

Jubeln durfte indes Marozsán, die wie im Vorjahr triumphierte und mit Lyon vor dem zweiten Triple in Serie steht. Nur das französische Pokalfinale steht noch aus. Zugleich wurde die Mittelfeldspielerin erneut zur "Fußballerin des Jahres" in Frankreich gewählt. Mehr geht nicht.

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