Am Freitag starten die deutschen Volleyballer in die neu geschaffene Nations League. Bundestrainer Andrea Giani begeistert der neue Wettbewerb, in dem er mit dem EM-Zweiten die Teilnahme an der Finalrunde anpeilt.
Andrea Giani kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. "Die Einführung der Nations League", sagte der Bundestrainer schon vor Wochen, "ist eine hervorragende Nachricht für den deutschen Volleyball." Jetzt, unmittelbar bevor es für den EM-Zweiten mit einem heftigen Auftaktprogramm losgeht, hat sich die Begeisterung des 48-Jährigen nicht gelegt. "Es ist unheimlich wichtig, auf einem hohen Niveau dazuzulernen."
Am Freitag (17:00 Uhr) starten die deutschen Männer im serbischen Kraljevo gegen Italien in den neu geschaffenen Wettbewerb. Die Nations League ersetzt die in den 90er Jahren eingeführte World League. Einen Monat lang läuft die Vorrunde nach dem Modus jeder gegen jeden, in der sechsten Woche ermitteln die sechs besten Teams die Sieger.
"Unser Traum ist natürlich das Final-Six in Lille, allerdings wissen wir um die Schwierigkeit", betont der Italiener vor dem schwierigen Auftakt gegen seine Landsmänner - an die seine Mannschaft gute Erinnerungen hat. Der Olympiazweite war Auftaktgegner bei der EM 2017 in Polen. Das überraschende 3:2 war der Start für ein starkes Turnier, in dem die DVV-Auswahl im September schließlich überraschend Silber gewann.
"Erfahrungen in jedem Spiel"
Nach dem Duell mit Italien folgt am Samstag (19:00 Uhr) das Spiel gegen Gastgeber Serbien, ehe am Sonntag (16:00 Uhr) Olympiasieger Brasilien der deutsche Gegner sein wird. Insgesamt absolviert jede Mannschaft fünf Viererturniere. Für Deutschland steht auch ein "Heimspiel" in Ludwigsburg gegen Japan, Argentinien und Russland (15. bis 17. Juni) auf dem Turnierplan.
"Wir haben 15 Spiele auf höchstem Niveau. In jedem unserer Partien werden wir Erfahrungen machen", sagt Giani dem "SID". Gegen die besten Teams der Welt steht die Entwicklung seiner Mannschaft im Vordergrund. In seinem 14 Mann starken Kader für das Turnier in Serbien sind viele junge Spieler dabei, neun von ihnen waren Teil der EM-Silber-Mannschaft im vergangenen Jahr. Diagonalangreifer Georg Grozer erhält eine Pause.
Deutschland bis 2024 gesetzt
Zuletzt war Deutschland lediglich in der Gruppe drei der nun abgeschafften World League angetreten und dort auf Gegner wie Kasachstan oder Griechenland getroffen. Jetzt warten ausschließlich Topteams. Ein Fortschritt mit Blick auf die sportliche Konkurrenz der Nationalmannschaft - zumal der WM-Dritte die Teilnahme an der diesjährigen Weltmeisterschaft in Italien (10. bis 30. September) verpasste.
Innerhalb eines Monats bereist das Giani-Team nun drei Kontinente: Nach dem Auftakt in Serbien folgen die Turniere in Polen (1. bis 3. Juni), Kanada (8. bis 10. Juni), Deutschland und Teheran (22. bis 25. Juni). Bis 2024 ist Deutschland als sogenanntes Core-Team einer von zwölf festen Teilnehmern der Nations League. Komplettiert wird das Feld durch vier "Challenger Teams", die gegen den Abstieg kämpfen.
