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VfL Wolfsburg bezwingt tapfere Kieler

Divock Origi traf für den VfL zum 1:0
Divock Origi traf für den VfL zum 1:0
Foto: © getty, Ronny Hartmann
17. Mai 2018, 22:30
sport.de
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Pflicht erfüllt, Rettung in Sicht: Der VfL Wolfsburg hat den Überfliegern von Holstein Kiel im Relegations-Hinspiel die Flügel gestutzt und darf am Ende einer Katastrophen-Saison auf den Klassenerhalt im Nachsitzen hoffen.

Das Team von Trainer Bruno Labbadia besiegte den Zweitligadritten im Duell der Gegensätze mit 3:1 (2:1) und hat am Montag alle Trümpfe in der Hand, den ersten Abstieg nach 21 Jahren in der deutschen Eliteklasse noch abzuwenden. Kiel vergab in der Schlussphase beste Möglichkeiten, der Durchmarsch rückt damit in weite Ferne.

"Es war ganz ordentlich, aber wir haben das vierte Tor verpasst, daher kamen wir am Ende ins Schwimmen", sagte Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold bei "Eurosport": "Als 16. der Bundesliga haben wir so oft draufbekommen, da ist es normal, dass es nicht 90 Minuten lang klappt."

Kiels Marvin Ducksch sagte: "Wir hätten hier mindestens ein Tor mehr verdient gehabt." Der Torjäger kündigte für das Rückspiel "ein Feuerwerk" an.

Für die spielfreudigen Wölfe, die schon im vergangenen Jahr erst in der Sonderschicht die Klasse gehalten hatten, trafen Divock Origi (13.), Josip Brekalo (40.) und Yunus Malli (56.). Kingsley Schindler hatte für die keinesfalls chancenlosen Kieler den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (34.). Für den Außenseiter, der vor einem Jahr noch in der 3. Liga spielte, geht es um den ersten Bundesliga-Aufstieg überhaupt.

Wolfsburg erwischt den besseren Start

"Wir glauben daran. Wir wollen mutig sein, wir wollen nach vorne spielen", hatte Kiels Trainer Markus Anfang gesagt und damit eine forsche Spielweise angekündigt: "Wir sind bislang in jedes Spiel gegangen, um es zu gewinnen. Und das wollen wir gegen Wolfsburg auch."

Von den "Ballermännern" der 2. Liga (71 Saisontore) war allerdings zunächst kaum etwas zu sehen. Wolfsburg startete mit viel Energie und bestimmte von Beginn an Spieltempo und -rhythmus. Weil Kiel zu tief verteidigte und das Mittelfeld nahezu komplett preisgab, kamen die Hausherren angetrieben vom starken Malli immer wieder gefährlich ins letzte Drittel - und gingen folgerichtig in Führung.

Kiel trifft aus dem Nichts, Brekalo antwortet

Auch danach dominierten die Wolfsburger, deren Personaletat mit etwa 60 Millionen Euro rund zehnmal so hoch ist wie beim Underdog von der Förde. Doch anstatt nachzulegen, traf das bis dahin mit dem VfL-Tempo überforderte Kiel fast aus dem Nichts. Nach einem fein vorgetragenen Angriff ließ Dominick Drexler an der Torauslinie zwei Gegenspieler stehen und legte zurück auf Schindler, der den Fuß nur noch hinzuhalten brauchte.

Es folgten die Minuten des jungen Brekalo. Erst traf der 19-Jährige nach einem kapitalen Abwehrschnitzer der Störche volley zur erneuten Führung. Dann umkurvte er drei Gegenspieler, bevor er mit seinem Linksschuss am stark reagierenden Holstein-Keeper Kenneth Kronholm hängen blieb.

Mühling verpasst das 2:3

Genauso munter ging es nach der Pause weiter. Zunächst hatten die Gastgeber Glück, als Drexler freistehend aus elf Meter direkt in die Arme von VfL-Torhüter Koen Casteels schoss. Kurze Zeit später zeigte Liverpool-Leihgabe Origi sein ganzes Können und bediente nach einem starken Solo Malli, der Kronholm stehen ließ und zum 3:1 traf. Die große Chance zum Anschlusstor verpasste Holsteins Alexander Mühling (71.).

In den insgesamt 19 Bundesliga-Relegationsduellen seit 1982 setzte sich lediglich fünfmal der klassentiefere Klub durch. Als bislang letzter Zweitligist schaffte Fortuna Düsseldorf über die Playoff-Spiele (gegen Hertha BSC) den Sprung nach oben. Das war 2012.

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