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Frankfurt zwischen Trainertheater und Pokalfieber

Fredi Bobic und die Eintracht stehen derzeit teils ungewollt im Fokus
Fredi Bobic und die Eintracht stehen derzeit teils ungewollt im Fokus
Foto: © getty, Alex Grimm
16. Mai 2018, 15:50

Trainertheater statt Pokalfieber: Kurz vor dem DFB-Pokal-Finale gegen den Rekordsieger Bayern München am Samstag in Berlin schlägt die anscheinend beendete Trainersuche beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt hohe Wellen. Erst wurde Slaven Bilic heiß gehandelt, nun soll angeblich Adi Hütter übernehmen.

Zunächst meldeten diverse Medien am Mittwoch, dass Bilic Favorit auf die Nachfolge von Niko Kovac sei. Am Nachmittag berichteten dann das Schweizer Boulevardblatt "Blick" und zahlreiche deutsche Medien, dass der Österreicher Hütter neuer Eintracht-Coach werde. Eine Bestätigung vonseiten der Eintracht gab es noch nicht. "Die Mannschaft weiß noch nichts" sagte Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng am Mittwoch: "Aber natürlich sind wir gespannt, wer Trainer wird."

Der 48 Jahre alte Hütter hatte die Young Boys Bern in seiner dritten Saison zum ersten Meistertitel in der Schweiz seit 32 Jahren geführt. Am 27. Mai kann Hütter mit einem Sieg im Pokalfinale gegen den FC Zürich sogar das Double holen. 2015 gelang dem Vorarlberger mit RB Salzburg der Titelgewinn in seinem Heimatland. Als Spieler war Hütter für den SCR Altach, den Grazer AK, LASK Linz, Austria Salzburg und Kapfenberg aktiv, dazu kamen 14 Länderspiele für Österreich.

Bobic: "Es muss ein Arbeiter sein"

Der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic hatte zuletzt betont, dass es "nicht mehr allzu lange dauern wird, bis wir einen neuen Trainer vorstellen". Das Anforderungsprofil von Bobic war klar. "Wir haben eine spezielle Mannschaft, wir sind ein spezieller Verein. Der Trainer muss zum Multikulti und der Internationalität passen", sagte Bobic am Sonntag: "Es muss ein Arbeiter sein, kein Niko 2.0., aber er braucht Persönlichkeit. Unser Fußball ist nicht ganz schick, aber rau und robust."

Bereits am Mittwochvormittag brodelte in Frankfurt die Gerüchteküche. Zunächst verdichteten sich die Hinweise auf den Kroaten Bilic. David Wagner (Huddersfield Town) und Marco Rose (RB Salzburg) wurden aber auch noch Chancen eingeräumt. Als das Ende des Engagements von Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig bekannt wurde, kam auch er wieder zu den Kandidaten hinzu.

Hütter wünscht sich Bundesliga-Engagement

Nun soll es aber sein Landsmann Hütter werden. Der Coach hatte mit Bern den übermächtigen FC Basel, der achtmal in Folge Meister geworden war, in der Schweiz vom Thron gestoßen. An Hütters Seite war dabei der frühere Eintracht-Kapitän Christoph Spycher, der bei den Young Boys als Sportchef arbeitet.

Hütter hatte in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus gemacht, dass er gern in der Bundesliga arbeiten würde. Da der Trainer allerdings noch ein Jahr in Bern unter Vertrag steht, muss die Eintracht eine Ablöse bezahlen.

"Viele Vereine hätten gerne solche Probleme wie wir"

In Frankfurt würde Hütter ein schweres Erbe antreten. Kovac rettete die Eintracht zunächst vor dem Abstieg und führte den Klub danach zweimal in Folge ins Pokalfinale. Seit der Bekanntgabe seines Abschieds sind die Hessen allerdings ins Straucheln geraten. Am letzten Spieltag fiel die Eintracht aus den Europacup-Plätzen, die Frankfurter Medien gaben ihrem einstigen Liebling Kovac dafür die Schuld.

"Die Saison ist für mich auch absolut in Ordnung, wenn wir nicht Pokalsieger werden. Natürlich waren wir lange gefühlt auf Champions-League-Kurs und hatten die Europa League fast sicher. Aber ein einstelliger Tabellenplatz ist für uns eine gefühlte Meisterschaft", kommentierte Bobic die Kritik: "Viele Vereine hätten gerne solche Probleme wie wir. Wir sind in der Entwicklung."

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