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Nach Leipzig-Pleite: Hummels warnt Bayern vor Sevilla

Mats Hummels bitter enttäuscht nach der 1:2-Pleite in Leipzig
Mats Hummels bitter enttäuscht nach der 1:2-Pleite in Leipzig
Foto: © getty, Ronny Hartmann
19. März 2018, 11:08

Das 1:2 bei RB Leipzig wird an der 28. Meisterschaft von Bayern München nichts ändern. Mit Blick auf die Champions League ist die verdiente Niederlage aber eine Warnung.

Im seltenen Gefühl der Niederlage sah Weltmeister Mats Hummels bei Bayern München die Zeit für eine Mahnung an die Teamkollegen gekommen. "Wir müssen vorsichtig sein", sagte der deutsche Nationalspieler nach dem verdienten 1:2 (1:1) bei Vizemeister RB Leipzig: "Es war ein gutes Beispiel dafür, wie das Spiel in Sevilla laufen könnte."

Denn der FC Sevilla, Bayerns Viertelfinalgegner in der Champions League (3. und 11. April), hat ähnliche Qualitäten wie Leipzig und könnte somit zum Stolperstein auf dem Weg zum anvisierten Triumph in der Königsklasse werden - sollten die Münchner erneut so passiv und pomadig agieren.

Stürmer Sandro Wagner, der den Rekordmeister in Führung gebracht hatte (12.), trat aus Wut über die schwache Leistung seines Teams mit dem Fuß gegen die Kabinentür.

Meisterschaft bleibt nur eine Frage der Zeit

Auf den Ausgang der Bundesliga hatte die erste Niederlage seit vier Monaten keine nennenswerten Auswirkungen. Mit 17 Punkten Vorsprung auf Schalke 04 thront Bayern nach wie vor mehr als souverän an der Tabellenspitze, die 28. Meisterschaft kann schon im Heimspiel nach der Länderspielpause gegen den angeschlagenen Herausforderer Borussia Dortmund perfekt gemacht werden.

Alle Sinne sind bei den Bayern aber seit Wochen auf den Gewinn der Champions League geschärft. Und für dieses Ziel könnte sich die schmerzvolle Niederlage im Prestigeduell gegen RB sogar als hilfreich erweisen. "Es ist eine Lehre für uns", war sich zumindest Sportdirektor Hasan Salihamidzic sicher: "Wir können den Rhythmus nur behalten, wenn wir in jedem Spiel Vollgas geben."

Ins Spiel der im Vergleich zum Sieg bei Besiktas Istanbul (3:1) auf sechs Positionen veränderten Bayern hatten sich ungewohnt viele Nachlässigkeiten eingeschlichen. Gegen den lauffreudigen Vizemeister aus Leipzig konnte das Team von Trainer Jupp Heynckes spielerisch und kämpferisch nicht dagegenhalten.

Viel zu harmlos in der Offensive

In der anfälligen Defensive war es einzig dem starken Torhüter Sven Ulreich zu verdanken, dass München nicht mehr Treffer als die von Naby Keita (37.) und Timo Werner (56.) kassierte. Offensiv fand München ohne den erst spät eingewechselten Top-Torjäger Robert Lewandowski kaum statt.

Gegen Leipzig hat aber weniger Lewandowski, sondern die Ordnung gefehlt. "Wir hätten auch in der ersten Halbzeit schon in Rückstand geraten können. Unsere Rückwärtsbewegung war nicht gut, wir haben Leipzig viel zu viel Raum gelassen", kritisierte Heynckes.

Der Gewinn der Meisterschaft ist nur eine Frage der Zeit. Es sei ihm gleichgültig, wann es soweit sei, sagte Heynckes in der Sicherheit des baldigen Erfolgs. "Ob nächste Woche oder in zwei Wochen - das sind Gedankenspiele der Medien. Die Mannschaft hat einen riesengroßen Vorsprung", sagte der 72-Jährige, für den die Niederlage in Leipzig "kein Beinbruch" war.

Die Pleite hatte schließlich auch etwas Gutes: Der FC Bayern ist gewarnt.

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