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Leipzig reicht Remis für historischen Europapokal-Abend

Torschütze Jéan-Kevin Augustin wird nach seinem Tor bejubelt
Torschütze Jéan-Kevin Augustin wird nach seinem Tor bejubelt
Foto: © getty, Oleg Nikishin
15. März 2018, 20:55

RB Leipzig hat sich an der russischen Ostseeküste erstmals ins Viertelfinale der Europa League gezittert. Bei Zenit St. Petersburg reichte den höchst engagierten und ballsicheren Sachsen im Achtelfinal-Rückspiel am Donnerstag ein 1:1 (1:1) zum Weiterkommen. Der Traum vom Finale in der internationalen Debüt-Saison am 16. Mai in Lyon lebt.

"Das kann man noch gar nicht so richtig einordnen, was das für uns heißt. So weit zu kommen im ersten Jahr", sagte Hasenhüttl nach der Partie: "Wir haben uns schon in der Champions League sehr ordentlich verkauft und jetzt zwei K.o.-Runden zu überstehen, das ist schon nicht so selbstverständlich. So schnell werden wir dieses Jahr nicht vergessen."

Jean-Kévin Augustin (22.) traf per sehenswertem Drehschuss für RB, das somit den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel erfolgreich verteidigte. Sebastian Driussi (45.+1) erzielte den Ausgleich. Timo Werner verschoss in der 82. Minute noch einen Foulelfmeter. Entsprechend turbulent gestalteten sich die Schlussminuten in St. Petersburg.

Auf wen Leipzig am 5. und 12. April in der Runde der letzten Acht trifft, entscheidet sich am Freitag in Nyon. Dort steht ab 13:00 Uhr die Auslosung an.

Eines dürfte Leipzigs Freude trüben: Kapitän Willi Orban sah seine dritte Gelbe Karte der Europapokal-Saison und ist im nächsten Spiel gesperrt. Das Viertelfinal-Ticket bedeutet derweil den größten Erfolg der erst 2009 gegründeten Leipziger. Gleichzeitig sind sie das erste ostdeutsche Team seit Dynamo Dresden 1991, das es im europäischen Klubfußball so weit bringt. Die Dresdner hatten es im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der Champions League, ebenfalls ins Viertelfinale geschafft.

40 RB-Fans sehen starke Anfangsminuten

"Wir werden uns nicht verbarrikadieren", hatte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl vor der Partie gesagt. Dafür wechselte der Österreicher im Vergleich zum 0:0 gegen den VfB Stuttgart am Wochenende vor allem offensiv. In der Spitze begann Augustin für Yussuf Poulsen, auf den Flügel kamen Emil Forsberg und Bruma für den international nicht spielberechtigten Ademola Lookmann und den am Rücken verletzten Marcel Sabitzer in die Mannschaft. In der Innenverteidigung begann Stammkraft Dayot Upamecano für Ibrahima Konate.

Vor rund 40 mitgereisten RB-Fans im für die WM gebauten Sankt-Petersburg-Stadion beherzigten die Gäste die Vorgabe ihres Trainers.

Sie übernahmen zu Beginn das Kommando und drückten Zenit phasenweise tief in die eigene Hälfte. RB kombinierte sich ansehnlich bis zum Strafraum, doch selten dort hinein. Der Treffer von Augustin war die erste echte Chance im Spiel. Symptomatisch also, dass die Gastgeber ihre erste Möglichkeit durch einen direkten Freistoß hatten, den Leandro Paredes (26.) an die Latte zirkelte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte ließ Leipzig die Zügel schleifen und kassierte prompt den Ausgleich.

Chancen in Durchgang zwei Mangelware

Ähnlich energiegeladen kamen die Russen aus der Kabine und drängten auf den zweiten Treffer. Jeder Vorstoß, jeder lange Ball hinter die gegnerischen Linien strahlte Gefahr aus. RB aber konzentrierte sich entschlossen auf seine kontrollierte Offensive.

Forsberg (50.) vertändelte unter großer Bedrängnis aus nächster Nähe den erneuten Führungstreffer. Weitere Chancen waren rar gesät, da RB trotz Feldüberlegenheit meist der letzte Pass fehlte.

Werner wurde kurz vor Schluss gefoult, brachte den Elfmeter aber nicht im Tor unter. In der Folge versuchte es Zenit mit langen Bällen in die Spitze. Letztlich war dies gegen gut sortierte Leipziger kein Mittel.

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