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Pizarro in Köln: Auch mit 39 längst nicht satt

Claudio Pizarro trifft mit dem 1. FC Köln auf Werder Bremen
Claudio Pizarro trifft mit dem 1. FC Köln auf Werder Bremen
Foto: © getty, Christof Koepsel
12. März 2018, 11:36

104 Tore in 206 Ligaspielen: Claudio Pizarro war einer der prägenden Spieler von Werder Bremen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Am Montagabend kehrte er ins Weserstadion zurück. Als Spieler des 1. FC Köln.

Ein Wiedersehen mit der alten Liebe ist nie besonders leicht. Da gibt es viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen. Auch schöne Momente kommen wieder hoch, und doch gehören diese Momente zum Leben einfach dazu. Die meisten Menschen können Geschichten davon erzählen, und auch Claudio Pizarro, der Rekord-Ausländer der Fußball-Bundesliga, kennt derartige Situationen zur Genüge.

Am Montagabend war es für Pizarro wieder einmal so weit. Mit dem 1. FC Köln war der 39-Jährige bei seiner alten Liebe zu Gast. Bei Werder Bremen. Im Weserstadion, in dem er vor fast 19 Jahren erstmals mächtig Eindruck hinterließ, und wo er noch heute verehrt und geliebt wird.

Pizarro wird in Bremen zum Hauptdarsteller

Die Erfolgsgeschichte des Peruaners in Bremen begann im September 1999. Der damals 20-jährige Pizarro lief im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern erstmals für Werder im Weserstadion auf. Er war erst zwei Wochen zuvor aus seiner Heimat von Alianza Lima nach Deutschland gewechselt - doch Anlaufschwierigkeiten? Für Pizarro damals wie heute ein Fremdwort.

Zurück zum Spiel: Flanke Dieter Eilts, Ablage Rade Bogdanovic, und Pizarro war in der 20. Minute eiskalt per Kopf zu Stelle - kurz danach legte er auch noch das 2:0 durch Marco Bode auf. Am Ende stand es 5:0 für Werder. Die Fans träumten von Erfolgen mit Pizarro als Hauptdarsteller. Und der Peruaner enttäuschte nicht. 104 Tore in 206 Ligaspielen für Bremen sind eine überragende Quote, das Highlight war der DFB-Pokalsieg 2009. Dass er den Verein zwischenzeitlich in Richtung Bayern München verließ? Geschenkt!

Am Montagabend also war Pizarro zurück in Bremen. Wohl zum letzten Mal, denn der Zahn der Zeit nagt auch an dem ausländischen Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Pizarro wird am 3. Oktober 40 Jahre alt, er ist längst nicht mehr so schnell und agil wie früher. Was er in all den Jahren im Profifußball aber nie verloren hat, ist seine positive Einstellung. Ende September 2017 wurde er in Köln vorgestellt, beim FC brannte es damals lichterloh. Pizarro aber strahlte Zuversicht aus. Wieso aufgeben, wenn noch so viel Zeit ist?

"Er bringt mit seiner Erfahrung Ruhe ins Spiel"

Ein ähnlich glanzvoller Einstand wie damals in Bremen gelang ihm in Köln nicht. Der damalige Trainer Peter Stöger setzte nur sporadisch auf Pizarro, dazu kamen Verletzungen und mangelnde Fitness. Doch im Laufe der Saison wurde der 39-Jährige immer wichtiger.

Als Sportler auf dem Platz - jüngst erzielte er gegen Stuttgart sein erstes Tor für den FC - aber auch menschlich. Im Training übersetzt Pizarro die Einheiten für die spanisch sprechende Gruppe um Jhon Cordoba, vielen Spielern ist allein aufgrund seiner vielen Profijahre eine große Hilfe. "Er bringt mit seiner Erfahrung Ruhe ins Spiel. Das tut uns gerade gut", sagte FC-Coach Stefan Ruthenbeck über Pizarro.

"Ich kann viel reden und sagen und mit meiner Erfahrung die jungen Spieler unterstützen", meinte Pizarro selbst: "Ich spiele für den FC und will für Köln alles geben. Ich glaube, dass mich die Menschen dort genau deswegen lieben, weil ich immer alles gebe." In Bremen, Köln und München können sie das nur bestätigen.

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