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Bruchhagen will bei Abstieg "keine Apokalypse ausrufen"

Heribert Bruchhagen (l.) weiß selbst keine Lösung mehr für die HSV-Krise
Heribert Bruchhagen (l.) weiß selbst keine Lösung mehr für die HSV-Krise
Foto: © getty, Stuart Franklin
17. Februar 2018, 19:56

Der Hamburger SV verliert im Abstiegskampf immer mehr den Anschluss und liefert keine Argumente für ein erneutes Happy End. Am Sonntag kommt es bei der Mitgliederversammlung zum Duell ums Präsidentenamt.

Heribert Bruchhagen wehrte sich nach Kräften. "Wir sind heute nicht abgestiegen. Das wäre ja noch schöner", sagte der Vorstandsboss des Hamburger SV nach dem deprimierenden 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen. Bruchhagen blickte finster drein und sprach in energischem Tonfall: "Es gibt keine Resignation." Argumente, die für eine erneute Rettung des Bundesliga-Dinos sprechen, fand der 69-Jährige nicht. Was soll diesen HSV noch retten?

Zum Relegationsplatz klafft mittlerweile eine große Lücke von sechs Punkten, die Mannschaft ist völlig verunsichert und auch die Fans wenden sich immer entschlossener ab. Vor dem so wichtigen Duell hängten einige vermeintliche Anhänger eine Drohung an die Absperrung hinter dem Tor: "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt", stand auf einem Plakat geschrieben.

"Keine Apokalypse ausrufen"

Entsprechend verschüchtert trat das Team des bislang glücklosen Trainers Bernd Hollerbach gegen Leverkusen auf. "Wir dürfen uns nicht zerfleischen", sagte Hollerbach anschließend. Derzeit deutet sehr viel darauf hin, dass die Bundesliga-Uhr der Hamburger im Mai stehenbleibt.

Falls dies so komme, dürfe man "keine Apokalypse ausrufen", sagte Bruchhagen, um dann sofort wieder seine Hoffnung auf den Klassenerhalt zu betonen. Ebenso wie Sportchef Jens Todt, der seinen Optimismus aus den besseren zwanzig Schlussminuten nach dem Anschlusstreffer von André Hahn (71.) gewann. Zuvor hatten die Norddeutschen aber nicht nur bei den Gegentoren durch Leon Bailey (40.) und Kai Havertz (50.) ein denkbar schlechtes Bild abgegeben.

Hollerbach analysiert die Fehler

"In den ersten 60 Minuten waren wir viel zu gehemmt und im letzten Drittel zu schlampig. Darüber muss ich mit dem Team reden", sagte Hollerbach folgerichtig. In seinen bisherigen vier Partien als Nachfolger von Markus Gisdol hat der Franke bislang nicht den richtigen Hebel gefunden, um sein Team zu Punkten zu führen. Die Situation ist dramatischer als in den Vorjahren, als sich der HSV immer noch knapp aus dem Sumpf zog. Dementsprechend emotional dürfte es am Sonntag zugehen.

Denn die Partie gegen Bayer 04 war nur der erste Teil eines auf mehreren Ebenen richtungweisenden Wochenendes für die Hanseaten. Am Tag nach der 14. Saisonniederlage folgt die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung des HSV e.V. mit dem Duell zwischen Amtsinhaber Jens Meier und Herausforderer Bernd Hoffmann um das Präsidentenamt. Der frühere Vorstandsboss Hoffmann hatte zuletzt medienwirksam Wahlkampf betrieben und immer wieder Attacken gegen Meier geritten.

Abstiegsendspiel im Nordderby

Mit dem "regelmäßigen Spielen um Platz 15 bis 17" und einem jährlichen Verlust von "15 bis 20 Millionen Euro" könne es nicht weitergehen, sagte der 55-Jährige, der schon von 2003 bis 2011 den Klub führte. Und sich in seiner Zeit nicht nur Freunde machte. Ob Meier oder Hoffmann - auf die größte Baustelle dürfte der künftige HSV-Präsident zumindest kurzfristig nur einen äußert geringen Einfluss haben.

Hier ist Hollerbach im Zusammenspiel mit Todt und dem schwer angeschlagenen Team gefragt. Das Nordderby am kommenden Samstag bei Werder Bremen ist ein Abstiegsendspiel für den am Boden liegenden HSV.

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