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Gold-Triple schürt beim DEB "Lust auf Medaillen"

Das DEB-Team ist bereit für Olympia - aber nicht in Bestbesetzung
Das DEB-Team ist bereit für Olympia - aber nicht in Bestbesetzung
Foto: © getty, Robert Hradil
13. Februar 2018, 11:46

Nach einer Woche Training und Medaillen für die anderen geht es für die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstag endlich los. Nach acht Jahren ist sie zurück auf der großen Bühne.

Schon vor dem ersten Bully haben die deutschen Eishockey-Spieler in Pyeongchang abgeräumt - als Glücksbringer. "Wir waren dreimal draußen, und dreimal gab's Gold", berichtete Torjäger Patrick Reimer schmunzelnd. Ob bei Andreas Wellingers Sieg im Skispringen oder bei Laura Dahlmeiers Doppel-Triumph im Biathlon, die Puckjäger jubelten mit und fanden Gefallen daran.

"Natürlich hat man Lust auf Medaillen", sagte Reimer, "aber es ist ein langer und harter Weg." Am Donnerstag fast eine Woche nach der Ankunft in Südkorea, geht es für die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm gegen Finnland endlich los. Ab dann wird nur noch über eigene Treffer gejubelt. "Wir sind ja nicht als Touristen hier", betonte Reimer.

Vielleicht drückt beim Auftaktspiel Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier als Dankeschön für die Unterstützung ihrerseits im Gangneung Hockey Centre die Daumen. "Es wäre natürlich schön", sagte Verteidiger Christian Ehrhoff, "es wollen einige zum Eishockey kommen."

Endlich wieder Olympia

Nach acht Jahren sind Erhoff und Co. zurück auf der größten Bühne, und sie genießen es sichtlich. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaute beim Training vorbei, Olympia-Neuling Yannic Seidenberg durfte im Flugzeug neben der Ski-Queen Lindsey Vonn Platz nehmen, und überall wollen andere Sportler Selfies mit ihnen machen.

"Du bist nur eine Sportart, wenn du bei Olympia vertreten bist", betonte DEB-Präsident Franz Reindl und mahnte: "Du bekommst hier eine ganz andere Plattform, diese Chance musst du nutzen." Dafür schalteten die Nationalspieler nach ihren goldenen Ausflügen am Dienstag "um auf Business", wie Ehrhoff es nannte - volle Konzentration auf ein Auftaktprogramm, das es in sich hat.

Härtetest gegen WM-Sieger

Nach dem sechsmaligen Medaillengewinner Finnland wartet am Freitag Weltmeister Schweden. Es ist 34 Jahre her, dass eine deutsche Mannschaft bei Olympischen Spielen gegen eines dieser Teams gewonnen hat.

1984 in Sarajaveo siegten Reindl, Udo Kießling und Dieter Hegen im Spiel um Platz fünf 7:4 gegen Finnland. Erich Kühnhackl erzielte drei Tore in 15 Minuten. Gegen Schweden gab es damals ein 1:1. Seitdem hagelte es gegen die Nordeuropäer elf Niederlagen auf olympischem Eis.

Ohne die NHL-Stars, die erstmals seit 1994 nicht dabei sind, werden die Karten neu gemischt. "Unsere Chancen sind besser", glaubt Ehrhoff, der dreimal die aussichtslosen Olympiaduelle mit den Besten der Besten miterlebte, "es ist ein kleiner Vorteil für uns." Dennoch ist das deutsche Team klarer Außenseiter.

Torwartfrage bereitet Kopfschmerzen

Auf der vielleicht wichtigsten Position ist es ohne seine Nordamerikaner sogar womöglich entscheidend im Nachteil: Ohne Thomas Greiss und Philipp Grubauer, die die Mannschaft mit ihren Paraden in den letzten beiden Jahren jeweils ins WM-Viertelfinale und überhaupt erst zu Olympia führten, fehlt ein herausragender Torwart. "Wir haben drei solide Torhüter, die aber auch in ihren Vereinen nicht die klare Nummer eins sind", klagte Sturm.

Danny aus den Birken, mit München zweimal in Folge Meister, patzte bei der Heim-WM im vergangenen Mai gleich mehrfach. Der Mannheimer Dennis Endras, WM-Held beim Halbfinaleinzug 2010, scheint die besten Jahre hinter sich zu haben. Und der Ingolstädter Timo Pielmeier ist im DEB-Team nie über eine Reservistenrolle hinausgekommen.

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