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Mi, 02.02. - So, 20.02.

"Leck mich am Arsch": Dreßen hadert nach Hirscher-Gold

Thomas Dreßen (l.) gratuliert Marcel Hirscher
Thomas Dreßen (l.) gratuliert Marcel Hirscher
Foto: © getty, Tom Pennington
13. Februar 2018, 08:00

Thomas Dreßen hat sein erstes Rennen bei Olympischen Spielen mit einem guten neunten Rang beendet. Während der Überflieger Marcel Hirscher aus Österreich endlich sein erstes Gold auf der größten aller Bühnen gewann, konnte sich der 24 Jahre alte Triumphator von Kitzbühel immerhin über den "Halbzeitsieg" in der Kombination freuen. Platz eins in der Kombinationsabfahrt ist außerdem ein Ausrufezeichen mit Blick auf die Spezialabfahrt am Donnerstag.

Weniger erfreulich war am Dienstag freilich die Entscheidung der Rennjury, wegen des starken Windes die Abfahrt zu verkürzen und zusätzlich zu entschärfen. Die Slalom-Spezialisten waren dadurch eindeutig im Vorteil, was sich auch in den Medaillengewinnern widerspiegelte: Neben Hirscher, der bislang bei Olympia allein Silber 2014 in Sotschi gewonnen hatte, standen die Franzosen Alexis Pinturault (+0,23 Sekunden) und Victor Muffat-Jeandet (+1,02) auf dem Podium.

Als Dreßen nach einer tapferen Slalomfahrt die Ziellinie in Jeongseon überquerte, fiel Hirscher ein Stein vom Herzen. Der einzige Makel in seiner Bilderbuch-Karriere ist nun getilgt. Nach sechs Titeln bei Weltmeisterschaften, nach sechs Siegen nacheinander im Gesamtweltcup endlich der erste Olympiasieg für den Außerirdischen - und der erste in der Kombination für Österreich seit 20 Jahren.

"Bis jetzt fühlt sich der Sieg nicht anders an", sagte Hirscher kurz nach dem Rennen und bekannte, dass ihm ein wichtiges Kleidungsstück für die Siegerehrung fehle: "Schade ist, dass ich meine Lederhose vergessen habe."

"Leck mich am Arsch"

Im Zielraum gab es dafür ein Küsschen von Freundin Laura - und einen ehrlichen Glückwunsch vom ein wenig enttäuschten Dreßen. "Ich bin gestern beim Training besser gefahren. Das nervt mich ein bisschen. Ob es für das Podium gereicht hätte, sei mal dahingestellt, aber ein bisschen weiter vorne wäre schön gewesen", so ein enttäuschter Dreßen bei "Eurosport", der aus seiner guten Abfahrt allerdings Hoffnung schöpft.

Im Slalom der Super Kombination habe er zum Schluss nur gedacht: "Leck mich am Arsch. Entweder geht es sich aus oder nicht". 

Immerhin: Es war die beste deutsche Platzierung in der Kombination seit dem fünften Rang von Markus Wasmeier 1992 in Albertville, und auch Dreßen kam schnell zu der Erkenntnis, dass es so schlecht dann doch nicht war.

"Ich kann das Positive mitnehmen"

"Ich kann das Positive mitnehmen, dass es in der Abfahrt gepasst hat. Die Erkenntnis ist, dass der Plan, den ich grundsätzlich habe, gut ist. Im ersten Moment wurmt es mich, aber die Abfahrt ist meine Hauptdisziplin", sagte Dreßen. Will heißen: Wenn am Donnerstag die am Sonntag abgesagte Spezialabfahrt ausgetragen wird, gehört er auf jeden Fall zum Kreis der Medaillenanwärter. Dreßens Fahrt, merkte sein im Slalom wie Linus Straßer und Andreas Sander ausgeschiedener Teamkollege Josef Ferstl an, sei "ein Ausrufezeichen" für die Spezialabfahrt am Donnerstag (11:00 Uhr OZ/3:00 Uhr MEZ).

Nach der wegen des Winds geradezu verstümmelten Abfahrt - auf der um rund 20 Fahrsekunden verkürzten Strecke wurden auch die Sprünge entschärft - sonnte sich der mit der Nummer eins ins Rennen gestartete Dreßen rund eine Stunde lang auf dem Sitz für den Führenden. "Das war cool", sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. Dabei fuhr er "hier und da ein bisschen die weitere Linie", wie er selbst berichtete. Seine Stärke, das gefühlvolle Fahren, spielte er in Abwesenheit nur des Topfavoriten für die Abfahrt, Beat Feuz (Schweiz), aber voll aus.

Am Donnerstag bieten sich damit zwei Chancen auf deutsche Alpin-Medaillen, sogar eine realistische auf Gold. Um die Abfahrt der Männer herum haben die Organisatoren den von Montag verschobenen Riesenslalom der Frauen gelegt (10:00/13.45 Uhr OZ, 2:00/5:45 Uhr MEZ). Viktoria Rebensburg geht als Topfavoritin in das Rennen von Yongpyong. "Die Form passt definitiv", sagt die Olympiasiegerin von 2010, "ich bin sehr zuversichtlich."

Super-Kombination 2018

1NiederlandeMarcel Hirscher2:06.52m
2FrankreichAlexis Pinturault+0.23s
3FrankreichVictor Muffat-Jeandet+1.02s
4ÖsterreichMarco Schwarz+1.35s
5USATed Ligety+1.45s

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