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Bayer beendet VfB-Serie - Fieses Foul gegen Brandt

Große Aufregung nach dem schweren Foul an Brandt
Große Aufregung nach dem schweren Foul an Brandt
Foto: © getty, Alex Grimm
08. Dezember 2017, 22:32
sport.de
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Bayer Leverkusen hat die Festung Stuttgart eingenommen und ist erstmals in dieser Saison auf einen Champions-League-Platz geklettert. Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich fügte dem VfB zum Auftakt des 15. Bundesliga-Spieltags beim 2:0 (1:0) die erste Heimniederlage 2017 zu und baute zugleich ihre Serie auf elf Pflichtspiele ohne Pleite aus.

Die Treffer für die nur phasenweise überzeugenden Gäste erzielten Junioren-Nationalspieler Kai Havertz (20.), der erstmals in dieser Saison erfolgreich war, und Kapitän Lars Bender (80.). Der starke Ex-Stuttgarter Bernd Leno hielt die Punkte mit guten Paraden fest, der eingewechselte Benjamin Henrichs traf den Pfosten (73.).

"Wir hätten die Heimserie gerne behalten. Es war insgesamt ein verdienter Sieg für Leverkusen, weil sie ihre Situationen konsequenter ausgespielt haben", analysierte VfB-Coach Hannes Wolf nach der Partie. Das sah auch Heiko Herrlich so. "Insgesamt war es ein verdienter Sieg für uns. Wir hatten sicher nach der Pause eine Phase, in der uns Bernd Leno im Spiel gehalten hat", erklärte der Gäste-Trainer und füge an: "Danach haben wir aber wieder das Spiel dominiert und hätten sogar noch das dritte Tor machen können."

VfB-Profi Santiago Ascacibar hatte Glück, dass er nach hartem Einsteigen gegen Nationalspieler Julian Brandt mit Gelb davon kam (71.). In einer hektischen Schlussphase verwies Schiedsrichter Deniz Aytekin Bayer-Coach Herrlich auf die Tribüne (76.), nachdem dieser beim Reklamieren eine Wasserflasche auf den Boden geworfen hatte.

"Wir haben verdient gewonnen. Stuttgart hatte etwas Glück, dass sie keine Rote Karte bekommen haben", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler nach dem Abpfiff bei "Eurosport" und fragte zur Szene Ascacíbar gegen Brandt in Richtung Aytekin: "Wo war der Videoassistent?"

Erste VfB-Heimniederlage nach fast einem Jahr

Für Stuttgart, das keines der letzten 13 Duelle mit Leverkusen gewann, war es die 600. Niederlage in der Bundesliga und die erste zu Hause seit dem 18. Dezember vergangenen Jahres (1:3/Würzburg).

54.650 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine zähe Anfangsphase. Beide Mannschaften machten die Räume im Mittelfeld geschickt eng und attackierten früh, weshalb sich dort viel konzentrierte und es kaum Torraumszenen gab. Leverkusen gelang es nach einer Viertelstunde, aus diesem Korsett auszubrechen, die Abschlüsse von Julian Brandt (17.) und Kevin Volland (18.) waren jedoch nicht entschlossen genug.

Anders Havertz, der sich am Fünfmeterrraum im Rücken der VfB-Abwehr geschickt freilief und nach kluger Hereingabe von Leon Bailey mühelos vollstreckte. Der VfB geriet damit erstmals in dieser Saison in einem Heimspiel in Rückstand.

Foul an Brandt erregt die Gemüter

Wer jetzt wütende VfB-Angriffe erwartete, sah sich aber getäuscht. Stuttgart erspielte sich zwar ein Übergewicht, hatte allerdings große Mühe, die aufmerksame Leverkusener Defensive in Verlegenheit zu bringen. Wenn Gefahr aufkam, dann über den auffälligen Anastasios Donis auf der rechten Seite, dem letzten Pass fehlte jedoch die Präzision. Sturmspitze Simon Terodde, erstmals seit fast zwei Monaten in der Startelf, wurde viel zu selten in Szene gesetzt.

Leverkusen musste mit Wiederbeginn umstellen, Julian Baumgartlinger kam für den angeschlagenen Panagiotis Retsos, Lars Bender rückte in die Abwehrkette. Und jetzt endlich spielte der VfB entschlossener auf das Tor von Leno. Der Ex-Stuttgarter parierte stark gegen Emiliano Insua (52./61.) und Berkay Özcan (56.).

Bayer tat in dieser Phase viel zu wenig, um seinen Ansprüchen als Spitzenmannschaft gerecht zu werden. Erst nach über einer Stunde befreite sich Leverkusen wieder etwas. Henrichs hatte bei seinem Schuss Pech, dass Ron-Robert Zieler noch mit den Fingerspitzen an den Ball kam.

In der 71. Minute kochten die Gemüter hoch. Aytekin hatte einen Zweikampf im Mittelfeld abgepfiffen, doch Ascacíbar und Brandt bekamen den Pfiff nicht mit und spielten weiter. Der Stuttgarter ging im folgenden Zweikampf mit der offenen Sohle auf den Knöchel von Brand, der wegknickte und wahrscheinlich Glück hatte, nicht schwer verletzt aus diesem Duell herauszugehen. Der Videoschiedsrichter korrigierte die Fehlentscheidung Aytekins, Ascacíbar nur Gelb zu zeigen, nicht.

Für ein ähnliches Vergehen hatte der Leverkusener Wendell in der Vorwoche die Rote Karte gesehen und war vier Spiele gesperrt worden. 

Neun Minuten später sorgte dann Lars Bender mit seinem zweiten Saisontreffer für die Entscheidung. Damit untermauerte die Werkself ihren Ruf als Angstgegner des VfB und blieb auch im 13. Spiel in Folge gegen Stuttgart ungeschlagen.

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