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PSG schwankt nach "Lektion" von München

Neymar (li.) hatte mit PSG gegen die Bayern das Nachsehen
Neymar (li.) hatte mit PSG gegen die Bayern das Nachsehen
Foto: © getty, Alexander Hassenstein
06. Dezember 2017, 12:21

Nach dem Warnschuss von München hängt bei Paris Saint-Germain der Haussegen schief: Der Präsident rüffelt seine Milliardentruppe, Superstar Neymar schmollt.

Mit Stöpseln im Ohr, den Blick starr aufs Handy gerichtet schlurfte der auf Normalmaß zurechtgestutzte Neymar als erster Star der geschlagenen Pariser Milliardentruppe aus der Münchner Arena. Nur weg - das 1:3 (0:2) bei Bayern München und die harten Worte von Präsident Nasser Al-Khelaifi hatten Spuren hinterlassen beim 222-Millionen-Mann. Der mit Ach und Krach gerettete Gruppensieg änderte daran nichts.

"Das war eine große Lektion für alle", sagte Al-Khelaifi, dessen Halbzeitbesuch in der Kabine in Frankreich große Wellen schlug. Julian Draxler wies Spekulationen zurück, wonach der mächtige Klubchef seine Stars dort für schwache 45 Minuten gerüffelt habe. "Der Präsident ist in der Halbzeit immer in der Kabine, zumindest nah dran, er hat sich zurückgehalten wie immer und stand am Rand", beteuerte er.

Dafür sprach Al-Khelaifi in die Kameras Klartext. "Wir haben nicht Fußball gespielt", sagte er verärgert, "ich bin sehr enttäuscht vom Ergebnis, von der Qualität des Spiels, besonders in der ersten Halbzeit." Als mildernde Umstände machte er geltend, dass Paris Saint-Germain "gegen die großen Bayern" gespielt habe, "aber wir haben großartige Spieler und nicht alles gegeben. Ich bin nicht hierhergekommen, um 1:3 zu verlieren". Es gelte nun, "sorgfältig nachzudenken".

Beinahe historisch: Zwei Niederlagen am Stück

Zumal Paris erstmals seit Dezember 2014 zwei Pflichtspiele hintereinander verlor. Zum letzten Mal drei Gegentreffer gab es am 30. April (1:3 bei OGC Nizza). Das Sportblatt "L'Equipe" rief die "Alarmstufe Rot" aus, die Euphorie des Saisonbeginns sei "verflogen und die Frage stellt sich, wie es in der Champions League weitergeht". So wie immer in der Scheich-Ära, mit dem Aus spätestens im Viertelfinale? Oder reicht es doch zum großen Coup? PSG habe nichts gezeigt, was zum Titel befähigen würde, schrieb "Le Parisien".

Auch Neymar hatte nicht seinen besten Tag und musste sich von den Bayern-Fans verhöhnen lassen, die den Brasilianer bei Ecken mit Spielgeld bewarfen. "Ich bin ruhig, weil ich weiß, dass er die Mannschaft nach vorne bringt", sagte Trainer Unai Emery. Grundsätzlich, gab er zu, sei "nicht alles so gelaufen, wie wir wollten und besprochen haben".

Darüber täuschte der Torrekord mit 25 Treffern in der Gruppenphase nicht hinweg. Seine Mannschaft könne "in solchen Spielen viel lernen", ergänzte Emery. Das klang nicht, als würde er Paris zu den Titelfavoriten zählen. "Das wirft uns nicht um", betonte Draxler, schob aber eine Warnung an die Kollegen hinterher: Im Achtelfinale, wo mit Real Madrid, Juventus Turin oder dem FC Chelsea namhafte Gegner warten, "müssen wir höchst konzentriert sein".

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