Der Unterschied zwischen 5:0 und 4:4 war im 173. Revierderby eine Frage von Sekunden. Als Schalkes Torhüter Ralf Fährmann sich vor der Dortmunder Südtribüne peinlich verdribbelt hatte, stand Pierre-Emerick Aubameyang plötzlich mit dem Ball direkt neben dem Pfosten. Fährmann lag am Boden.
Alle im Stadion sahen es, die BVB-Fans rissen schon die Arme hoch: Ein Pass zurück, und es würde definitiv 5:0 stehen. Welch ein Tag!
Doch Aubameyang schaltete auf Egoismus. Er wollte es unbedingt selbst machen, sein siebtes Derbytor erzielen, vielleicht auch einen am Boden liegenden Gegner nochmals demütigen. Fährmann brachte irgendwie noch eine Hand dazwischen. "Das darf nie passieren, dass Auba so das 5:0 verschenkt. Dann gewinnen wir", klagte BVB-Trainer Peter Bosz.
Das Drama nahm seinen Lauf. Das Spiel begann zu kippen, es loderte lichterloh im BVB-Strafraum - und Aubameyang, der kürzlich erst wegen neuerlicher Eskapaden suspendiert worden war, wurde mit seinem Platzverweis zum Brandbeschleuniger.
Weidenfeller contra Aubameyang
Roman Weidenfeller schlug in die gleiche Kerbe, bezog seine Kritik allerdings vor allem auf die Gelb-Rote Karte, die der Stürmer in der 72. Minute kassierte, nachdem er Amine Harit die Beine weggezogen hatte.
"Es war einfach schwachsinnig, sich da eine Gelb-Rote Karte abzuholen", giftete der BVB-Keeper gegenüber "Sport 1". Zum Zeitpunkt des Platzverweises hatten die Schwarzgelben noch 4:2 geführt. Danach nahm das Unheil endgültig seinen Lauf.



























