Valtteri Bottas gilt als Spezialist für Low-Grip-Strecken, und das hat er im ersten Freien Training zum Grand Prix von Mexiko unter Beweis gestellt. Der Mercedes-Pilot erzielte bei sonnigen Bedingungen in Mexiko-Stadt eine Bestzeit von 1:17.824 Minuten und war damit um zwei Sekunden schneller als Sebastian Vettel bei seiner Freitagsbestzeit 2016 auf Ferrari.
Bottas hatte schon in Sotschi, wo ähnliche Gripverhältnisse herrschen wie in Mexiko, immer wieder seine Klasse aufblitzen lassen. Das gelang ihm auch am Freitagmorgen, als er sich von Anfang an vor Teamkollege Lewis Hamilton setzen konnte. Letztendlich lagen 0,466 Sekunden zwischen den beiden. Vielleicht ein erstes Anzeichen dafür, dass ab sofort der fast schon feststehende Weltmeister Hamilton Bottas dabei helfen soll, Vettel noch vom zweiten WM-Platz zu verdrängen?
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Dritter wurde Max Verstappen, gefolgt von Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo und den beiden Ferraris. Vettel hatte 0,762 Sekunden Rückstand, Räikkönen war gar 1,184 Sekunden langsamer als sein Landsmann. Lokalmatador Sergio Perez (Force India) belegte den siebten Platz. Nico Hülkenberg (Renault) wurde Zehnter und war damit schneller als sein Teamkollege, der auf Platz elf landete.
Top-Piloten auf Abwegen
Die Bedingungen waren für die Fahrer extrem schwierig. Bei zu Beginn 15 Grad Lufttemperatur, staubiger Strecke und der Höhenlage, durch die der Anpressdruck seine Wirkung verliert, taten sich nicht nur die vier Freitagstester schwer. Selbst Top-Piloten wie Hamilton, Vettel und Räikkönen leisteten sich den einen oder anderen Dreher. Diese blieben aber ohne Folgen.
Glück, das Lokalmatador Alfonso Celis (Force India) nicht hatte: Der Mexikaner, der anstelle von Esteban Ocon fahren durfte, rutschte nach etwa einer Stunde in der Zielkurve Peraltada in die Leitplanken und brach dabei den Frontflügel ab. "Ein Anfängerfehler", urteilt 'Sky'-Experte Marc Surer. Bis dahin hatte Celis 17 Runden gedreht. Unterm Strich wurde er mit 4,518 Sekunden Rückstand 19.
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Hamilton-Ansage an Vettel
Hamilton geht nach seinem Sieg zuletzt in den USA mit 66 Punkten Vorsprung auf Vettel ins drittletzte Saisonrennen, dem 32-Jährigen ist sein vierter WM-Titel kaum noch zu nehmen. Selbst wenn Vettel gewinnen sollte, reicht dem Briten in Mexiko schon ein fünfter Platz zur Krönung.
Wenn Vettel nicht gewinnt, muss er nur Neunter werden. Doch mit Rechenspielen beschäftigt sich Hamilton nach eigener Aussage nicht, er möchte den Titel mit Stil einfahren. "Ich will gewinnen - das ist das Ziel", sagte er: "Ich habe nicht die Absicht hier nur Fünfter zu werden und dabei zuzusehen, wie jemand anderes auf dem Podium steht."

