Anfang Oktober steigt das nacholympische Highlight der Kunstturner in Montreal. Wie geht es dem Hero de Janeiro und wie stehen die Chancen auf WM-Medaillen?
Was steht an?
Gut ein Jahr nach den Spielen von Rio de Janeiro sind die Weltmeisterschaften vom 2. bis 8. Oktober in Montreal der sportliche Höhepunkt der nacholympischen Kunstturn-Saison.
Um welche Titel geht es?
Die Welttitelkämpfe im Jahr nach Olympia sind traditionell reine Einzel-Weltmeisterschaften, Mannschafts-Wettbewerbe gibt es erst wieder bei der WM 2018 in Doha. Dort werden dann auch bereits die ersten Olympia-Tickets für Tokio 2020 vergeben.
Wie geht es Andreas Toba, dem "Hero de Janeiro"?
Nach seinem Kreuzbandriss in Brasilien und drei Knieoperationen kehrt auch der Hannoveraner in der kanadischen Metropole wieder ins internationale Wettkampfgeschehen zurück. Der 27-Jährige startet am Pauschenpferd und an den Ringen, hat aber keine realistischen Endkampfchancen.
Und was ist mit Hambüchen?
Der Reck-Olympiasieger wurde im Juni anlässlich des Deutschen Turnfestes in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich im Olympiastadion aus der deutschen Nationalriege verabschiedet. Nach einer Schulteroperation lässt der Ex-Weltmeister seine Karriere mit gelegentlichen Einsätzen für die KTV Obere Lahn in der Kunstturn-Bundesliga ausklingen.
Sind WM-Medaillen zu erwarten?
Eher nicht. Erfolge wären bereits Final-Qualifikationen für Ex-Europameister Marcel Nguyen aus Stuttgart am Barren sowie am Reck für Andreas Bretschneider am Reck. Sollte der Chemnitzer allerdings tatsächlich den Endkampf erreichen, ist vieles möglich, wenn ihm der selbst kreierte "Bretschneider" gelingt.
Wie sind die Chancen der Frauen?
Am Stufenbarren könnte was gehen. Die EM-Dritte Elisabeth Seitz aus Stuttgart hat rechtzeitig vor der WM ihre Rückenprobleme überwunden. Immer für einen Spitzenplatz gut ist am Schwebebalken Pauline Schäfer aus Chemnitz, die 2015 in Glasgow WM-Bronze an diesem Gerät gewann.