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Wolfsburger Déjà-vu: "Ein ernüchternder Tag"

Gegen den BVB ist der Plan des VfL Wolfsburg nicht aufgegangen
Gegen den BVB ist der Plan des VfL Wolfsburg nicht aufgegangen
Foto: © dpa
20. August 2017, 10:26

Es war wie ein Déjà-vu. Trotz eines vermeintlichen Umbruchs im Sommer scheint schon nach dem ersten Spieltag klar: Auch in der neuen Saison dürfte der VfL Wolfsburg kaum ein ernsthafter Anwärter auf die Europapokalplätze sein.

"Das war ein ernüchternder Tag, den wir schnell aufarbeiten müssen", schimpfte ein sichtlich angefasster VfL-Sportchef Olaf Rebbe nach dem deutlichen 0:3 (0:2) gegen Borussia Dortmund. Dem DFB-Pokalsieger reichte für den Auftakterfolg dafür der Schongang.

50 Millionen Euro hatte Rebbe für acht neue Spieler in die Mannschaft investiert, nachdem der Abstieg des Volkswagen-Clubs erst in der Relegation gerade eben noch abgewendet worden war. Das Resultat: keine Besserung in Sicht. Wie in der Vorsaison war Wolfsburg gegen den BVB auch mit vier Neuen in der Startelf hilflos, taktisch und spielerisch überfordert, dazu defensiv nicht bundesligareif. Für letzteres gibt es durchaus Gründe, auch wenn Rebbe diese offensichtlich nicht gelten lassen wollte und kritisierte: "Wir haben es Dortmund bei allen drei Gegentoren zu leicht gemacht und das ist frustrierend."

Die Abwehr wackelt gewaltig

Für alle anderen Dinge ist nun Trainer Andries Jonker gefragt. Für die Situation in der Abwehr kann der Niederländer nur bedingt was. In Jeffrey Bruma und 17-Millionen-Euro-Zugang John Anthony Brooks fällt die Stamm-Innenverteidigung bis auf weiteres verletzt aus. Vertreter Robin Knoche und der als Perspektivspieler von 1860 München geholte 19 Jahre alte Felix Uduokhai waren überfordert.

Auch U21-Europameister Yannick Gerhardt auf der linken Außenposition patzte vor dem 0:1 durch Christian Pulisic (22. Minute). Neuzugang Paul Verhaegh auf der rechten Seite zeigte ebenfalls noch deutliche Abstimmungsprobleme. Jeder einzelne Abwehrspieler leistete sich vor den Gegentoren mindestens einen individuellen Fehler. Jonker aber nahm die Abwehr in Schutz. "Es ist nicht einfach zu verteidigen, wenn die ganze Mannschaft nicht in der Lage ist, den Gegner zu stoppen."

Gomez: "Unser Plan ist nicht aufgegangen"

Auch das ist Teil der Wahrheit, aber eben auch Jonkers Verantwortung. Denn an Taktik und Aufstellung war durchaus auch leichte Kritik aus der Mannschaft herauszuhören. "Wir wollten abwarten. Aber wenn Dortmund 80 Prozent Ballbesitz hat, wird das schwer", sagte etwa Daniel Didavi. Der Offensivspieler monierte: "Die konnten immer spielen, wie sie wollten. Wir haben nur lang und weit gespielt." Und Kapitän Mario Gomez gestand: "Unser Plan ist nicht aufgegangen."

Jonker selbst äußerte sich unglücklich, als er nach einem Spiel gegen den Pokalsieger und vermeintlichen Herausforderer von Bayern München gestand: "Die Dortmunder haben mich überrascht. Die waren wirklich gut heute." Sein Team war indes nicht in der Lage, dagegen zu halten.

Neuzugänge wirken orientierungslos

Auf der linken offensiven Außenposition agierte das 19 Jahre alte englische Talent Kaylen Hinds, zuletzt noch Spieler der Reserve des FC Arsenal, genauso orientierungslos wie Riechedly Bazoer im defensiven Mittelfeld. U21-Europameister Maximilian Arnold saß indes auf der Bank wie Josuha Guilavogui. "Das war schon eine Überraschung für mich", gestand der Franzose, der bislang gesetzt war.

Offenbar Grund genug, um über einen Wechsel noch bis Ende des Monats nachzudenken. "Ich werde gucken, was das Beste für mich ist", sagte Guilavogui, der zuletzt bereits mit OGC Nizza in Verbindung gebracht worden war. "Ich will jetzt nicht über Nizza sprechen", sagte der 26-Jährige, tat es dann aber doch: "Nizza ist eine gute Mannschaft. Die können in der Champions League spielen." Wolfsburg dagegen kaum. Die nächsten Gegner heißen Frankfurt und die Aufsteiger Hannover und Stuttgart. "Das sind die Mannschaften, die mit uns auf Augenhöhe sind", sagte Gomez. Trübe Aussichten.

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