Dank eines Treffers von Jérôme Gondorf in letzter Sekunde hat sich Schlusslicht Darmstadt 98 am Ostersonntag eine Schonfrist erkämpft und den unausweichlichen Abstieg aus der Bundesliga vertagt.
Nachdem Gondorf in letzter Sekunde das Unausweichliche zumindest sechs Tage hinausgezögert hatte, sendete Darmstadts Siegtorschütze noch schöne Grüße an den eiskalt erwischten Gegner. "Die dürfen nicht damit rechnen, dass wir aus so einem Spiel einen Rentner-Kick machen", sagte er nach dem 2:1 (1:0) von Darmstadt 98 über ein erneut desolates Schalke 04.
"Die Mannschaft hat sich heute für ihre Moral und ihren Charakter belohnt. Natürlich war der Sieg glücklich - aber wir hatten es schon oft umgekehrt", sagte 98-Trainer Torsten Frings, der nach dem Siegtreffer zum Jubelsprint angetreten war. Der fünfte Saisonsieg verschafft Darmstadt eine Gnadenfrist, mehr nicht - bei 14 Punkten Rückstand und noch fünf ausstehenden Spielen bleibt der Sturz in Liga zwei unvermeidbar und könnte am kommenden Samstag beim HSV Realität werden.
Schalkes Trainer Markus Weinzierl war indes nach der Blamage am Böllenfalltor restlos bedient, pfefferte stinksauer seine Jacke zu Boden. "Das war eine bittere Niederlage, so ein Spiel darf man nicht verlieren", sagte Weinzierl. Nach dem 0:2 in der Europa League erlebte Königsblau einen neuen Tiefpunkt: Abermals die Chance vertan, sich im Kampf um das internationale Geschäft zurückzumelden, dazu durch Guido Burgstaller einen Elfmeter verschossen (57.) und Thilo Kehrer mit Roter Karte verloren (82.).
Vor 17.400 Zuschauern im ausverkauften Stadion besiegelten Mario Vrančić (11.) sowie Gondorf (90.+3) den viel umjubelten Erfolg der Lilien. Schalkes Spanier Coke (75.) hatte mit seinem ersten Bundesliga-Tor ausgeglichen.
Schalke präsentierte sich auch drei Tage nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League bei Ajax Amsterdam (0:2) in schwacher Verfassung und konnte kein Selbstvertrauen für das Rückspiel gegen die Niederländer am Donnerstag tanken. Zudem verpassten die Knappen einen wichtigen Schritt in Richtung neuerlicher Europacup-Qualifikation.
Von Beginn an wirkte die Defensive der Königsblauen um Hoger Badstuber nicht sattelfest. Trainer Markus Weinzierl hatte seine Abwehrreihe umbauen müssen, weil Kapitän Benedikt Höwedes (Wade) und Matija Nastasić (Gelbsperre) sowie weiterhin auch der wohl zum FC Arsenal wechselnde Sead Kolašinac (Adduktoren) nicht auflaufen konnten.
Schalkes Defensive düpiert und vorne fahrig
Auch bei der frühen Führung des Tabellenletzten machte die Schalker Hintermannschaft eine schlechte Figur und ließ sich mit einfachen Mitteln aushebeln. Der wieselflinke Marcel Heller musste nach seinem Lauf über die rechte Seite nur noch querlegen auf Vrančić, der mühelos seinen vierten Saisontreffer erzielte.
In der Folge forcierte der Favorit den Druck und sorgte für eine regelrechte Sturm-und-Drang-Phase im 98-Strafraum. Doch Darmstadt-Keeper Michael Esser vereitelte binnen vier Minuten hochkarätige Chancen von Kehrer, Badstuber (beide 18.) und Donis Avdijaj (21.). Weinzierl wurde am Spielfeldrand fast wahnsinnig und warf wütend seinen Mantel weg.
Danach verflachte die Partie. Die Hessen blieben aber durch ihre Steilpässe in die Nahtstellen der Gästeabwehr und ihre Konter gefährlich. Heller hatte mit einem Schlenzer über das S04-Gehäuse Pech (38.).
Auch nach dem Wechsel kaufte Darmstadt der Weinzierl-Elf mit großem kämpferischen Einsatz den Schneid ab. Nur bei Standards waren die Gäste gefährlich. Nach einem Freistoß köpfte Dennis Aogo knapp drüber (55.).
Burgstaller lässt Chance vom Punkt liegen
Im Anschluss an einen Rempler von Lilien-Kapitän Aytaç Sulu gegen Daniel Caligiuri gab Schiedsrichter Patrick Ittrich dann einen umstrittenen Elfmeter. Doch der bislang beste Schalker Torschütze Burgstaller scheiterte am überragenden Esser.





























