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Todt-Interview: "Geht nur um den HSV"

Sportdirektor Jens Todt hat sich zur Lage beim HSV geäußert
Sportdirektor Jens Todt hat sich zur Lage beim HSV geäußert
Foto: © imago sportfotodienst
14. April 2017, 12:20

HSV-Sportchef Jens Todt spricht im Interview über das bevorstehende Nordderby gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen sowie den "verrückten" Abstiegskampf, zieht nach 100 Tagen bei den Hamburgern eine Zwischenbilanz und erklärt, warum die Welt beim Dino nicht "heil" ist.

Herr Todt, können Sie und Ihre Spieler angesichts des Sprengstoffanschlags von Dortmund vor dem Nordderby überhaupt unbelastet in den Mannschaftsbus steigen?

Jens Todt: Absolut. Wir lassen uns nicht von Einzeltätern oder Gruppen einschüchtern, die Terror verbreiten wollen. Das wird nicht passieren.

Wie groß ist Ihre persönliche Vorfreude auf das Derby, Ihr erstes aufseiten des HSV?

Das ist ein wirklich brisantes Spiel, überhaupt keine Frage. Meine Vorfreude ist dementsprechend groß. Beide Mannschaften haben in den vergangenen Wochen fleißig gepunktet, so dass es tabellarisch ein bisschen besser aussieht. Es gibt aber keinen Grund für uns durchzuatmen. Es ist für beide Seiten ein sehr wichtiges Spiel.

Sie haben als Profi drei Jahre für Werder gespielt, steht der Klub deswegen bei Ihnen noch unter besonderer Beobachtung?

Natürlich. Ich habe noch immer guten Kontakt und Freunde in der Stadt, deswegen gucke ich da immer ein bisschen genauer hin. Aber wir haben in Hamburg genug zu tun.

Überrascht Sie Werders Wiedergeburt unter Alexander Nouri? Zuletzt blieben die Bremer acht Spiele ungeschlagen und holten dabei 20 von 24 Punkten...

Die Lage war vor einigen Wochen natürlich wahnsinnig brisant. So wie ich es von außen wahrgenommen habe, war die Stimmung in der Stadt nicht gut. Dennoch gab es wie in Hamburg auch in Bremen immer den Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft. Wenn man sich da sicher sein kann, erhöht das die Wahrscheinlichkeit immens, irgendwann die Kurve zu bekommen. Das ist in Bremen passiert, und davor haben wir Respekt.

Was kann man vom Rivalen lernen?

Beide Vereine haben es ähnlich gemacht, sind auf Kurs geblieben, als es mal schwierig wurde. Auch wir haben nach bitteren Niederlagen wie dem 1:3 in Ingolstadt oder dem 0:8 in München nicht auf die Mannschaft eingeschlagen. Wir vertrauen unserer Mannschaft, bei uns darf man auch Fehler machen. Und wenn es einmal schiefläuft, zeigen wir nicht mit dem Finger auf den anderen.

Der HSV holte zuletzt 20 Punkte aus zehn Spielen, hat die letzten neun Heimspiele nicht verloren. Was macht den HSV momentan so stark?

Egal, wer spielt. Egal, wer ausfällt. Wir haben ein Team auf dem Platz - und das spüren unsere Fans ganz genau. Die gegnerischen Mannschaften wissen: Wenn sie nach Hamburg kommen, wird es vermutlich kein spaßiger Nachmittag.

Nun geht es nach Bremen, für viele Fans eines der beiden Spiele der Saison. Wenn Sie sich entscheiden müssten: Derbysieg oder Klassenerhalt?

Das ist ja überhaupt keine Frage. Der Klassenerhalt steht über allem! Es gibt auch in Bremen nur drei Punkte zu verteilen. Das Spiel des Jahres ist das Spiel, in dem wir den Klassenerhalt sicher machen. Egal, wo es stattfindet und gegen wen.

Wären Sie mit einem Remis zufrieden?

Das kommt immer auf den Spielverlauf an. Wir nehmen Punkte auch einzeln. Wir sammeln Punkt für Punkt. Und wenn es manchmal nur einer ist, dann ist das auch okay. Wir wollen nur am Ende der Saison die Arme hochreißen können.

Wie bewerten Sie die aktuelle Tabellensituation? Die halbe Liga steckt gefühlt noch im Abstiegskampf. Selbst Werder als Elfter scheint noch nicht gerettet...

Es ist natürlich verrückt, wie viele Mannschaften in den letzten Wochen im Tabellenkeller gepunktet haben. Aber diese Unberechenbarkeit zeichnet die Liga auch ein Stück weit aus. Es wird in der letzten Saisonphase noch viele spannende Spiele geben. Und das tut dem Fußball gut.

Wie lautet Ihr Rettungsplan? Wie viele Punkte fehlen dem HSV noch für den Klassenerhalt?

Ich rechne da nicht mit. Ganz grob sage ich: Man wird wohl 38 bis 41 Punkte brauchen, um drin zu bleiben. Wir gehen davon aus, und so gehen wir in jedes Spiel, dass die Konkurrenz auch punktet, und wir punkten müssen. Damit sind wir bisher gut gefahren.

Neben der aktuellen sportlichen Situation gibt es noch einige Baustellen in Sachen Kaderplanung. Einige Verträge laufen aus. Wie laufen die Gespräche?

Wir haben sechs auslaufende Verträge, da ist also kein großer Umbruch zu erwarten. Wir reden dann klar miteinander, wenn die Klasse gehalten ist. Das haben wir den Spielern auch frühzeitig so kommuniziert.

Kann es tatsächlich sein, dass Rene Adler aufgrund seiner Verletzung womöglich kein Spiel mehr für den HSV bestreitet?

Es kann immer alles sein, wenn Verträge auslaufen. Jeder muss seine persönlichen Dinge hinter den Erfolg des Teams stellen. Es geht nur um den HSV und nur darum, die Klasse zu halten.

Haben Sie da keine Angst, dass ein Spieler mit einem anderen Klub handelseinig werden könnte?

Ich weiß, dass so etwas passieren kann. Aber das ist normal. Ich habe keine Angst, das ist für mich absolute Normalität. Es gibt - und da können Sie sicher sein - auch relativ viele Spieler, die gerne für den HSV spielen würden. Es ist nicht so, dass wir im Sommer plötzlich ohne Mannschaft dastehen werden. Wir gucken uns um und beschäftigen uns mit beiden möglichen Szenarien. Sie können sicher sein, dass wir unsere Hausaufgaben machen.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach 100 Tagen in Hamburg aus?

Es war intensiv, aber es macht großen Spaß. Ich freue mich, Teil dieses großen Vereins zu sein. Wir haben unser Ziel, den Klassenerhalt, zwar noch nicht geschafft und müssen noch Punkte holen, aber wir sind auf einem guten Weg. Ich nehme rund um den Klub viel Rückenwind wahr. Das tut allen gut.

In Ihrer Zeit als Journalist waren Sie immer auch an den abgründigen Geschichten interessiert. Wie sehr reizt Sie da überhaupt die neue heile Welt beim HSV?

Den HSV als absolut heile Welt zu beschreiben, wäre nach dieser Saison übertrieben. Ich erinnere nur daran, wie die Stimmung vor einem halben bis dreiviertel Jahr war. Das dürfen wir nicht vergessen. Wir befinden uns in einer wahnsinnig schwierigen Saison und haben allen Grund, uns kritisch zu hinterfragen, auch wenn wir die Klasse halten sollten. Wir müssen schauen, wie wir es hinbekommen, dass so etwas nicht nochmal passiert.

Wie lautet denn die Überschrift am der Ende der HSV-Saison?

Meine Lieblingsüberschrift wäre: 'Der HSV schafft den Klassenerhalt viel früher als gedacht.' Damit könnte ich sehr gut leben.

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