Dank Powerplay-Stärke und einem Happy-End in der zweiten Verlängerung hat der EHC Red Bull München im DEL-Finale einen ersten Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung getan.
In der Neuauflage des Vorjahresfinales gewann die Mannschaft von Don Jackson gegen die Grizzlys Wolfsburg die erste von maximal sieben Partien nach zweimaligem Rückstand im "sudden death" nach fast 100 Minuten Spielzeit mit 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 1:0). Das Marathon-Match war das achtlängste Spiel in der DEL-Geschichte und das längste Finale.
Den entscheidenden Treffer vor 6142 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Eishalle erzielte Dominik Kahun in der zweiten Verlängerung (97.). Zuvor hatten Armin Wurm (20.) und Sebastian Furchner (28.) Wolfsburg zweimal in Führung gebracht, Brooks Macek (26.) und Yannic Seidenberg (35.) glichen jeweils in Überzahl aus.
Individuelle Klasse gegen Leidenschaft im Kollektiv
Die Münchner zeigten als Favorit immer wieder, warum ein Titel nur über sie führen kann. Ihrer individuellen Klasse stellte Wolfsburg mannschaftlichen Einsatz entgegen. Diese Tugend hatte die Niedersachsen schon im Halbfinale gegen favorisierte Nürnberger zum 4:2-Erfolg geführt. München hatte sich souveräner und ungefährdeter mit 4:1 gegen Berlin durchgesetzt auf dem Weg zum ersehnten zweiten Titel in Serie und dem siebten für Erfolgscoach Don Jackson, dem Rekordtrainer in der DEL.
Dieser sah einen soliden Start seiner Schützlinge, die 29 Sekunden vor dem Drittelende aber geschockt wurden. Wurm besorgte mit einem Schuss von der blauen Linie die Gäste-Führung. Diese hielt aber nicht lange. Im zweiten Abschnitt erhöhten die Hausherren den Druck und kamen in Überzahl zum Ausgleich: Nationalstürmer Macek glich aus.
Sicherheit gab das Tor dem Jackson-Team nicht. Plötzlich wurden wieder die Grizzlys gefährlich im Angriff und gingen nur zweieinhalb Minuten später erneut in Führung. Furchner schloss einen Konter ab und erklomm mit nun 14 Punkten die Spitze der Playoff-Scorerliste. Wolfsburg aber brachte sich abermals durch eine Strafzeit um den Vorsprung. Dieses Mal nutzte Seidenberg die Überzahl mit einen Abschluss von der blauen Reihe vorbei an Goalie Brückmann. "Gut, dass das Powerplay funktioniert", sagte Seidenberg in der Drittelpause.
Drama in zwei Akten
Im letzten Abschnitt probierten vor allem die Münchner noch einmal, die Verlängerung zu umgehen. Aber diesmal war auch in Überzahl kein Vorbeikommen an Brückmann, so dass die Overtime entscheiden musste. Und da kam es dann zu einem Drama in zwei Akten.
Für die Grizzlys war es bei der dritten Finalteilnahme die achte Niederlage. 2011 hatten sie die damalige Serie "best of five" 0:3 gegen die Eisbären Berlin verloren, im vergangenen Jahr 0:4 gegen München.
Spiel zwei findet am Dienstag in Wolfsburg statt.



















