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Bayer hofft auf den Korkut-Effekt

Tayfun Korkut und seine Leverkusener stehen in Madrid vor einer Mammutaufgabe
Tayfun Korkut und seine Leverkusener stehen in Madrid vor einer Mammutaufgabe
Foto: © getty, Lars Baron
12. März 2017, 10:48

Nach dem 1:1 gegen Werder Bremen wirkte auch Bayer Leverkusens neuer Trainer Tayfun Korkut ratlos. Dennoch hoffen die Verantwortlichen der Werkself für das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch bei Atlético Madrid auf ein Wunder.

Ernüchterung statt Aufbruchstimmung: Auch unter seinem neuen Trainer Tayfun Korkut taumelt Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen durch die Liga und gerät im Kampf um einen Europacup-Platz immer weiter ins Hintertreffen. Nach dem glücklichen 1:1 (1:0) gegen Werder Bremen quittierten die frustrierten Bayer-Fans den leblosen Auftritt ihres Teams minutenlang mit einem gellenden Pfeifkonzert, das Korkut und seine Spieler mit versteinerten Mienen zur Kenntnis nahmen.

"Ich kann die Fans verstehen, sie sind genauso enttäuscht wie wir", sagte Unglücksrabe Ömer Toprak. Der Bayer-Abwehrchef hatte in der 96. Minute den Sieg auf dem Fuß, scheiterte aber mit einer "Elfmeter-Rückgabe" am starken Werder-Torwart Felix Wiedwald.

"Wir hätten zehn Punkte mehr haben können"

Zu allem Überfluss steht Toprak (Kapselbandriss im linken Sprunggelenk) im Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Atlético Madrid nicht zur Verfügung. Torwart Bernd Leno will indes trotz eines Bruchs des Nasenknorpels in Madrid spielen.

"Wir hätten zehn Punkte mehr haben können - haben sie aber nicht", sagte anschließend zähneknirschend Sportchef Rudi Völler angesichts des fünften verschossenen Strafstoßes in der laufenden Bundesliga-Saison. Zudem kassierte Bayer, das in der 90. Minute noch Wendell durch eine Gelb-Rote Karte verlor, beim 1:1 durch den ersten Saisontreffer von Bremens Edeljoker und Bayer-Schreck Claudio Pizarro (79.) seinen 19. Gegentreffer nach einem Standard (Liga-Höchstwert).

Barça-Wunder als Vorbild

Dies trübte auch die Stimmung bei Korkut, der selbst als Trainer in der Bundesliga zum 14. Mal in Folge sieglos blieb. "In der Kürze der Zeit konnten wir nicht so viel ändern. Aber wir müssen jetzt den Kopf wieder hochnehmen, das Positive mitnehmen und uns auf die kommende Aufgabe konzentrieren. Was im Fußball möglich ist, haben wir ja zuletzt gesehen."

Damit spielte der 42-Jährige, der am vergangenen Montag Roger Schmidt beerbt hatte, auf das Wunder von Barcelona an, als Messi und Co. trotz einer 0:4-Hypothek aus dem Hinspiel Paris Saint-Germain noch mit 6:1 aus der Champions League warfen. Angesichts seiner aktuellen Verfassung wäre es aber ein noch größeres Wunder, wenn Bayer nach einem 2:4 im Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch auch noch den Einzug in die nächste Runde der Königsklasse schaffen würde.

Toprak kündigt Trotzreaktion an

"Wir wissen, dass es schwer wird und es kaum möglich ist. Aber wir werden aber alles reinhauen und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", kündigte Toprak eine Trotzreaktion an."

Auch Torschütze Kevin Volland (7.), der sich vor den Augen von Bundestrainer und Korkut-Kumpel Joachim Löw in einer ordentlichen Verfassung präsentierte, hat Bayer noch nicht aufgegeben: "Im Fußball ist alles möglich, und wir wissen, dass wir es besser können."

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