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Ancelotti feiert "Wahnsinns-Jubiläum"

Wurde reich beschenkt: Carlo Ancelotti (r.)
Wurde reich beschenkt: Carlo Ancelotti (r.)
Foto: © imago sportfotodienst
26. Februar 2017, 09:52

Ein so überwältigendes Geschenk hatte Carlo Ancelotti von seiner Mannschaft gar nicht gefordert. Auf seinem Wunschzettel an die Stars des FC Bayern stand doch nur "ein gutes Spiel zu meinem Jubiläum".

Aber das 8:0 (3:0) gegen den Hamburger SV übertraf die kühnsten Hoffnungen des Italieners für sein 1000. Pflichtspiel auf der Trainerbank. "Ich habe nicht erwartet, dass es so gut läuft", gab Ancelotti zu. "Das war Top-Qualität", schwärmte der 57 Jahre alte Maestro, der ahnt: "Es wird schwierig, besser zu spielen. Aber es werden schwierigere Spiele für uns kommen." Ganz bestimmt sogar.

Nach dem "Wahnsinns-Jubiläum mit einem Wahnsinns-Spiel", wie Robert Lewandowski die bajuwarische Tor-Fete in der Münchner Arena titulierte, erwarten die Spieler ein kleines Dankeschön ihres Chefs. "Das 1000. Spiel, und man gewinnt 8:0 - mehr kann man sich nicht wünschen. Ich erwarte, dass er etwas ausgibt", scherzte Arjen Robben. Vor Sieg Nummer 591 hatte Ancelotti als Trainer nur einmal höher gewonnen, wie er berichtete: "Einmal 9:1 mit Real Madrid."

Die Bayern laufen wieder heiß

Die Stimmung beim Tabellenführer könnte jetzt, da laut Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge die "Ancelotti-Jahreszeit" mit der erhofften reichen Titelernte ansteht, kaum optimistischer sein. "Wir haben miteinander Spaß gehabt auf dem Platz", sagte Robben.

"Wenn man 8:0 gewinnt, ist das ein Zeichen", proklamierte Rummenigge. "Man will immer alles, darf aber auch nicht gierig sein", bemerkte der Vorstandsvorsitzende zur intakten Triple-Chance. "Wir sind in einer guten Verfassung, fast alle Spieler sind fit, das ist ein gutes Zeichen", meinte Ancelotti. Keine Frage - die Bayern laufen wieder heiß.

Natürlich hätte man es wissen können, dass Ancelottis Jubiläum mit einem XXL-Heimsieg enden musste. Denn der HSV hat eine krankhafte Bayern-Allergie entwickelt, zumindest in München. 0:8, 0:5, 0:8, 1:3, 2:9, 0:5, 0:6, 0:1 - acht Niederlagen am Stück. Es steht jetzt 45:3 für die Bayern.

Lewandowski: "Heute war es leicht"

"In der Bundesliga ist es nicht so leicht, Tore zu schießen. Heute war es leicht", erklärte Robert Lewandowski schmunzelnd. Der Torgarant schnürte einen Dreierpack. Kingsley Coman (2), Arturo Vidal, David Alaba und Robben beteiligten sich außerdem am Torreigen. "Wir wollten nach jedem Tor weitermachen mit dem Toreschießen", so "Lewy". In der Torschützenliste liegt er nun mit 19 Treffern gleichauf mit dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang. Ein großes Duell.

Ob 8:0 oder 0:8 - viel Zeit zum Genießen oder Ärgern bleibt nicht. Schon am Mittwoch geht es für beide Mannschaften darum, vielleicht am 27. Mai im Pokalfinale noch einmal aufeinanderzutreffen. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", skandierten die mitgereisten HSV-Fans trotzig in München. Das Traumziel ist auch für den HSV nur noch zwei Spiele entfernt.

Die Bayern können im dritten Titelwettbewerb ihre gerade begonnene Gala-Heimspiel-Serie fortsetzen. 5:1 gegen den FC Arsenal in der Champions League. 8:0 in der Bundesliga gegen den HSV. Und wie hoch darf es im DFB-Pokal gegen den FC Schalke sein? Ganz egal, antwortete Boss Rummenigge: "Das ist ein K.o.-Spiel, da gilt es weiterzukommen." Notfalls auch nach Verlängerung und Elfmeterschießen.

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