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Protest-Eklat: Fourcade verlässt Siegerehrung

Martin Fourcade (re.) hat die Siegerehrung aus Protest gegen die russische Mannschaft vorzeitig verlassen
Martin Fourcade (re.) hat die Siegerehrung aus Protest gegen die russische Mannschaft vorzeitig verlassen
Foto: © imago sportfotodienst
09. Februar 2017, 17:48
sport.de
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Beeindruckende Geste von Martin Fourcade: Der Franzose hat die Siegerehrung zum ersten Rennen der Biathlon-WM boykottiert und damit seinen Protest gegen den Doping-Sünder Alexandr Loginov zum Ausdruck gebracht.

Während sich zunächst die deutsche Staffel den Fans als neuer Weltmeister präsentierte und den Applaus der Zuschauer erntete, verlief auch die Verleihung der Silbermedaille an das französische Team noch ohne großen Zwischenfälle. Als die Staffel der Russen, die sich am Ende die Bronzemedaille sicherte, auf das Podest kam, klatschte Martin Fourcade zu Beginn höhnisch Beifall.

Als die Russen schließlich geschlossen auf dem Podium standen, verließ der beste Biathlet der Welt empört das Treppchen und stapfte mit einem bösen Blick an der russischen Mannschaft vorbei.

Der Protest von Fourcade richtete sich vor allem gegen die Person von Alexandr Loginov. Die Doping-Sperre des 25-Jährigen war erst im vergangenen November abgelaufen. "Er ist für zwei Jahre wegen EPO-Dopings disqualifiziert worden. Vergesst nicht eine seiner wichtigsten Trophäen", schrieb Fourcade vor dem Rennen in einem Kommentar auf Instagram, wo der russische Verband ein Foto Loginovs mit der Nominierung veröffentlicht hat.

Dass die russische Mannschaft Loginov dennoch ohne Umschweife für die WM nominierte, stieß nicht nur Fourcade sauer auf. Auch Erik Lesser kritisierte den Schritt der Russen und sagte, die Nominierung des Sünders "stinkt bis zum Himmel".

Russen wehren sich

"Wir haben heute Situationen gesehen, in denen es viel Negativität der Franzosen gegen uns gegeben hat. Das gesamte Verhalten war nicht besonders nett", sagte Russlands Schlussläufer Anton Shipulin. Bei der anschließenden Pressekonferenz lieferten sich er und Fourcade ein offenes Wortgefecht und verteidigten ihre Positionen.

"Ich habe Fourcade gegrüßt und wollte ihm meinen Respekt zeigen, aber er wollte mir nicht die Hand schütteln", sagte Loginov der russischen Agentur "TASS". Doch Fourcade sieht das komplett anders, es habe gar keinen Versuch gegeben, die Hand zu reichen: "Ich habe nichts falsch gemacht. Ich bin etwas traurig."

Shipulin verteidigte unterdessen das Verhalten der Russen, die bei sich selbst keine Fehler sehen. "Wir sind in der Mannschaft eine Familie und stehen füreinander ein", sagte der Staffel-Olympiasieger, der Fourcade in den vergangenen Wochen unfaires Verhalten vorwarf.

WM 2017 Hochfilzen (AUT)

1DeutschlandDeutschland1:09:06.40h
2FrankreichFrankreich+2.20s
3RusslandRussland+3.20s
4ItalienItalien+28.70s
5UkraineUkraine+35.60s

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