Markus Kuhn hat seine Karriere gerade beendet, am Wochenende widmet sich der frühere NFL-Profi beim Super Bowl aber wieder ganz seinem Sport. Zuvor erklärte der TV-Experte, warum sein ehemaliger Klub New England Patriots das Rennen machen wird.
Es kribbelt bei Markus Kuhn. Schon bald geht der Flieger. "Mein Vater ist auch dabei, wir machen einen kleinen Männertrip", sagte der Ex-NFL-Profi vor seiner Reise nach Houston/Texas, wo am Wochenende der Super Bowl über die Bühne geht - das Highlight des Jahres für jeden, den Football nur in irgendeiner Form berührt.
Erst seit wenigen Tagen steht offiziell fest, dass Kuhn nie um den großen Preis spielen wird. Mit 30 zog der gebürtige Mannheimer einen Schlussstrich unter seine Karriere, ab Herbst will er in New York studieren. Welches Fach es werden wird, weiß er noch nicht. Nur, dass ein ganz neues Kapitel beginnt.
Von Brady beeindruckt
Bevor der ehemalige Defensive Tackle in die Bücher schaut, steht die NFL im Vordergrund. Als TV-Experte verstärkt Kuhn beim Super Bowl LI das Team von "Sat.1", so wie im Vorjahr. "Das war eine super Erfahrung. Wir haben eine lustige Truppe", sagte der Fachmann: "Es war klar: das machen wir dieses Jahr wieder." Die Arbeit im TV-Studio ist ihm wichtig: "Dadurch bringt man den Sport auch gerade den jüngeren Leuten in Deutschland, die vielleicht damit anfangen wollen, näher."
Bei der 51. Auflage ist Kuhn ("Es gibt nicht viele Deutsche mit Football-Ahnung") besonders wertvoll. Im NFL-Finale stehen die Atlanta Falcons seinem früheren Klub New England Patriots gegenüber. Nach dem Abschied von den New York Giants hatte der 140-Kilo-Mann im Sommer sein Glück in Foxborough versucht, es aber nicht in den Kader geschafft. Aus seinen fünf Monaten beim Team nahm Kuhn viel mit, vor allem Quarterback Tom Brady hat ihn beeindruckt.
"Defense wins championships"
"Tom Brady ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Spieler, der jemals gespielt hat", sagt Kuhn. "Wenn er einen schlechten Tag hat, muss sich die Defense im nächsten Training darauf gefasst machen, dass Brady die Bälle verteilt wie verrückt. Zwei schlechte Tage in Folge gibt's bei so jemandem einfach nicht."
New England ist für Kuhn der klare Favorit - nicht einmal wegen Brady. "Defense wins championships", weiß Kuhn. Dies hätten vor einem Jahr die Denver Broncos bei ihrem Titelgewinn erst wieder bewiesen. Auch das Gesamtpaket sei besser. "Es ist ja nicht so, dass die Patriots eine schlechte Offense haben. Auch hier sehe ich sie vorne."
"Super Bowl ist immer ein Spektakel"
Vor Matt Ryan, Spielmacher der Falcons, zieht Kuhn ebenfalls den Hut. "Man hat immer über ihn gesagt: wenn er in die Playoffs kommt, ist er nicht so gut wie sonst. Bis jetzt spielt er phänomenal", sagt der bis heute einzige Deutsche, dem in der NFL ein Touchdown gelang. Ein Problem könne sein, dass Ryan erstmals im Super Bowl antritt. "Er stand noch nie in einem so großen Spiel. Tom Brady war auf dieser Bühne so oft wie noch kein anderer Quarterback, das hilft natürlich."
Der Experte erwartet einen Leckerbissen. "New England und Atlanta haben in der regulären Saison und in den Playoffs dominiert. Es sind wirklich die beiden besten Teams aus AFC und NFC vertreten", sagt Kuhn, meint aber auch: "Der Super Bowl ist immer ein Spektakel."






