Boris Becker verweilt derzeit in Melbourne, wo die Weltranglistenerste Angelique Kerber bei den Australian Open versucht, ihren Coup aus dem Vorjahr zu wiederholen. Doch der Altmeister prophezeit nichts Gutes.
Für die 29-Jährige werde das Tennis-Jahr 2017 "verdammt schwer", meint Becker im Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Es ist immer schwer, das Jahr genau so erfolgreich zu bestreiten wie das vorhergehende, wenn der Durchbruch sehr spät kam wie bei Angie." Im letzten Jahr startete sie als Zehnte der Welt, nun sei der Druck weitaus größer. Seit September 2016 steht sie an der Spitze des Tennis.
Becker geht noch weiter: "Normal wäre, wenn sie diese Leistung nicht ein zweites Mal abrufen könnte." Außerdem sei es schwierig, dieselbe Unbekümmertheit auf den Court zu bringen. Allerdings sei Kerber "eine Kämpferin", verfüge über ein "gutes Umfeld" und könne mit dem Druck umgehen.
"Was Angie angeht, kommt der größte Druck von ihr selber. Sie will ihrer eigenen Erwartungshaltung gerecht werden", so Becker un erklärt: "Ein Spitzensportler braucht Druck, um seine Bestleistung zu bringen." Dass Kerber nach ihren letzten Erfolgen mit Torben Beltz noch immer denselben Trainer und auch dieselben Physiotherapeuten hat, seien "gute Voraussetzungen", um mit der Belastung umzugehen.
Kerbers Trainer Beltz sei "ein sehr sensibler Mensch", wisse dabei aber auch, wie sich die Vorjahressiegerin auf ihr nächstes Match vorbereiten müsse: "Sie haben sich heute einen Linkshänder ins Training geholt, weil Kristýna Plíšková, ihre nächste Gegnerin, Linkshänderin ist. Das ist professionell", urteilte der 49-Jährige. Ähnlich wie im letzten Jahr, werden die Australian Open für Kerbers Karriere also entscheidend sein.

















