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Wolfsburg: Die Rückkehr der Angriffslust

Der VfL Wolfsburg scheint gewappnet für die Rückrunde
Der VfL Wolfsburg scheint gewappnet für die Rückrunde
Foto: © imago sportfotodienst
11. Januar 2017, 13:10

Ein Kaderumbau mit umgesetzten 72 Millionen Euro im Schnelldurchlauf haben den VfL Wolfsburg wieder angriffslustig gemacht. Nach einem ereignisreichen Trainingslager im spanischen La Manga fühlt sich der Tabellen-13. der Bundesliga bereit für die Aufholjagd im neuen Jahr.

"Wir sind startklar", kündigte Chefcoach Valérien Ismaël vor dem Abflug aus Spanien an. Den Franzosen, der nach wie vor unter Druck steht, macht optimistisch, dass der Kader deutlich früher als zuletzt komplett ist. Unter dem ehemaligen Sportchef Klaus Allofs wurden stets ganz am Ende der Transferzeit noch wichtige Transfers getätigt.

Nachfolger Olaf Rebbe handhabt dies nun anders. "Es war für uns alle eine intensive Woche, sogar für Olaf. Es ist einfach super, dass der Trainer schon am Ende des Trainingslagers seine Wunschspieler hat", so Ismaël.

Neue Hoffnungsträger

Den größten Problemfall löste Rebbe durch den Verkauf von Julian Draxler nach Paris für 42 Millionen Euro im Eiltempo noch im alten Jahr. Für fünf Millionen Euro kam Paul-Georges Ntep von Stade Rennes als Ersatz noch nach La Manga. "Bei Ntep weiß man, dass was passiert, wenn er den Ball hat", lobte Ismaël seinen französischen Landsmann. Ebenfalls schon nach La Manga kam Yunus Malli, der vermeintliche Königstransfer des Winters.

"Er hat die Genialität in seinem Spiel", befand Ismaël über den bisherigen Mainzer, der für 12,5 Millionen Euro kam und die Alternative zum dauerverletzten Daniel Didavi sein soll. Mit einem Tor beim 2:1 am Dienstag gegen den FC Sion überzeugte Malli auf Anhieb. "Das ist gut für mich und mein Spiel", sagte er.

Die ebenfalls neuen Riechedly Bazoer (Ajax Amsterdam/12 Millionen Euro) und der erst 18 Jahre alte Nigerianer Victor Osimhen sind eher für die Zukunft vorgesehen.

Unzufriedenheit im Kader verflogen

Für seinen Fleiß wurde Rebbe noch im Trainingslager sogleich vom Mutterkonzern Volkswagen belohnt und zum Sportchef und damit offiziell zum Allofs-Nachfolger befördert. "Gratulation", sagte Ismaël: "Er hatte wirklich Druck, auch von mir. Teilweise habe ich alle drei Stunden bei ihm auf der Matte gestanden und gefragt, was jetzt nun mit den Spielern ist."

Auch im Team kommen die Veränderungen und das teils harte Training von Ismaël an. "Wir werden in der Rückrunde besser sein", versprach Mario Gomez. Die im vergangenen Jahr latente Unzufriedenheit im Kader scheint aktuell nicht vorhanden. Lediglich Ersatzkeeper Koen Casteels ist nach wie vor alles andere als erfreut über seine Rolle als Nummer zwei hinter Kapitän Diego Benaglio.

Gustavo soll bleiben

Einen Wechsel des Belgiers im Winter soll es aber nicht geben. "Wir denken weder über einen Verkauf noch eine Ausleihe von Koen nach", stellte Rebbe klar. Auch Luiz Gustavo und Vieirinha, zuvor ebenfalls Wechselkandidaten, sollen bleiben. Gustavo ist als zentraler Spieler in der Abwehr-Dreierkette wieder gesetzt.

Doch der Druck und Zweifel bleiben offenbar. Viel hängt von dem Start gegen den Hamburger SV und eine Woche später gegen den FC Augsburg ab, wo möglichst sechs Punkte die Basis für die geplante Aufholjagd sein sollen. "Insgesamt fühlt es sich gut an momentan, aber entscheidend sind die Spiele gegen Hamburg und Augsburg", bekannte Rebbe. Sollte der Start schief gehen, muss sich der 38-Jährige erneut bewähren: als Krisen-Manager.

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