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BVB verzweifelt am Augsburger Bollwerk

Foto: © getty, Dean Mouhtaropoulos
20. Dezember 2016, 21:55

Drei Spiele sieglos, die Spitze meilenweit entfernt: Borussia Dortmund hat sein Jahr des Umbruchs mit einer Enttäuschung abgeschlossen und bleibt sich in der Bundesliga selbst ein Rätsel.

Nach einer leblosen ersten Halbzeit kam der BVB am 16. Spieltag gegen den FC Augsburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus - gibt es am Mittwoch beim Gipfel zwischen Bayern München und RB Leipzig einen Sieger, läge dieser zwölf Punkte vor der Borussia.

Dass der frühere BVB-Profi Ji Dong-Won (33.) das Augsburger Führungstor schoss, passte ins Bild. Ousmane Dembélé (47.) rettete den Dortmundern vor 81.360 Zuschauern zumindest die imposante Heimserie von nun 29 Ligaspielen ohne Niederlage. Der Augsburger Interimstrainer Manuel Baum empfahl sich seinem Klub mit dem vierten Punkt im zweiten Spiel für das Amt des Cheftrainers.

"Riesenkompliment an unsere Mannschaft. Sie hat das super gemacht. Sicher haben wir auch in der ein oder anderen Situation großes Glück gehabt", sagte ein zufriedener FCA-Sportchef Stefan Reuter. Zur Trainerfrage wollte er sich bei "Sky" nicht konkret äußern, sagte stattdessen: "Wir werden die Situation in Ruhe analysieren."

Dortmunds Nationalspieler Julian Weigl, der vor dem Anpfiff seinen Vertrag bis 2012 verlängert hatte, fand: "Wir haben heute den Gegner zu oft eingeladen."

Tuchel rotiert

BVB-Trainer Thomas Tuchel entschied sich zum Jahresausklang noch einmal für eine Mini-Rotation. Der Spanier Mikel Merino ersetzte Sven Bender in der Innenverteidigung, Shinji Kagawa spielte für den gesperrten und schmerzlichst vermissten Marco Reus hinter Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Wichtiger war vor dem Anpfiff aber eine Videobotschaft: Nationalspieler Julian Weigl verkündete darin seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2021.

Die bestens geordneten Augsburger versuchten es mit einer klassischen Auswärtstaktik: einem konterbasierten Spiel mit einer Vierer- bis Fünferkette in der Abwehr und dem agilen Ji als einsamer Spitze. Der BVB fand in einer Anfangsphase voller Chaos und Ballverluste trotzdem seine Wege zum Tor - nach acht Minuten traf Mario Götze den Pfosten.

Wenig Bewegung

Insgesamt war allerdings selbst in der besseren zweiten Halbzeit zu wenig Bewegung im Dortmunder 4-1-4-1-System. Schon die Außenverteidiger hatten Mühe, Anspielstationen zu finden, Augsburg stellte das Mittelfeld geschickt zu. Es dauerte lange, bis Kagawa noch einmal Marwin Hitz im Tor der Gäste beschäftigte (30.).

Dem FCA gelang es zudem immer wieder, den Aufbau mit Pressingphasen erheblich zu stören. Ji traf nach einem kollektiven Aussetzer der BVB-Defensive, auch im siebten Pflichtspiel in Serie geriet die Borussia in Rückstand. Zuvor hatte Innenverteidiger Martin Hinteregger mit einem Alleingang fünf Dortmunder auf sich gezogen.

Augsburger Bollwerk hält

Tuchel schien aber die richtigen Worte gefunden zu haben, der BVB kam aggressiver aus der Kabine und glich durch den guten Dembélé umgehend aus. Kurz darauf meldete sich auch Aubameyang mit einem Seitfallzieher im Spiel an (50.), und Kagawa (58.) traf allein vor Hitz den Ball nicht richtig.

Augsburg ließ sich fortan zu weit zurückdrängen, eigene Entlastungsangriffe gab es kaum noch. Der BVB zeigte die lange vermisste Spielfreude - warum erst so spät, blieb rätselhaft. Der eingewechselte Weltmeister André Schürrle verpasste kurz vor Schluss aber noch den möglichen Siegtreffer.

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