Clemens Fritz spielt mit dem SV Werder Bremen zur Zeit seine elfte Saison, ist schon seit fünf Jahren Kapitän der Hanseaten. Mit seinen 36 Jahren denkt er weiterhin nicht ans Aufhören, obwohl er immer mal wieder in der Kritik stand und dabei sein Alter ins Spiel gebracht wurde.
"Das ist doch seit Jahren so. Wenn du die 30er-Grenze überschritten hast, geht es los, dass du plötzlich zu langsam sein sollst und so weiter", beklagte sich Fritz in der "Syker Kreiszeitung" und fügte klar und deutlich hinzu: "Das ist doch Blödsinn."
Über seine Zukunft an der Weser hat sich der Mittelfeldspieler trotzdem noch keine Gedanken gemacht. "Nein, es ist wirklich noch offen", bestätigte er, "irgendwann wird das kommen. Ich habe da keinen Fahrplan."
Selbstkritisch
Mit sich selbst ist er in dieser Saison noch nicht ganz zufrieden: "Ich erwarte ganz klar mehr von mir, das muss ich ehrlich sagen. Die vergangene Rückrunde lief richtig gut. Dieses Niveau konnte ich nicht halten."
Eine Erklärung für seine im im Vergleich eher schwächeren Leistungen hatte der 36-Jährige nicht parat, gab sich aber kämpferisch: "Manchmal hast du einfach einen Lauf. Den musst du dir erarbeiten, das mache ich gerade."
Dass die Bremer beim Sieg in Berlin endlich ohne Gegentor blieben, sei "für den Kopf" sehr gut gewesen. "Du weißt jetzt, es geht. Wir können mit breiter Brust auftreten, das werden wir auch tun." Beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag (15:30 Uhr) möchte sich der Routinier mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden.
Alter ist Alter, Leistung ist Leistung
Als Saisonziel gibt Fritz weiterhin einen einstelligen Tabellenplatz aus. "Wenn alle fit sind und auch bleiben", sei das mit der Werder-Mannschaft ohne Probleme möglich.
Dass der Altersschnitt zuletzt bei weit über 30 Jahren lag, findet der Defensivspezialist nicht wichtig. "Drobný, Pizarro und ich ziehen den Schnitt wirklich weit nach oben. Und natürlich ist es in der heutigen Zeit nicht normal, in unserem Alter noch zu spielen", sagte Fritz, "aber intern ist das überhaupt kein Thema. Das Alter ist das Alter, die Leistung die Leistung – das sollte man voneinander trennen."





























