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Kommentar: "50+1 ist mehr als nur 51"

Viele Fans in den Kurven der Bundesligastadien sind für den Erhalt der 50+1-Regel
Viele Fans in den Kurven der Bundesligastadien sind für den Erhalt der 50+1-Regel
Foto: © imago sportfotodienst
18. November 2016, 10:27
sport.de
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Wir schreiben den 22. August 2036. Bundesligaauftakt. Der amtierende Deutsche Meister Adidas München empfängt Wiesenhof Bremen am Freitagabend zum Saisonstart. Am Samstag spielt unter anderem noch der 1. FC Rewe Köln gegen VW Wolfsburg. Die Domstädter tragen wie immer ihre Trikots mit der Werbung für das Angebot der Woche. Dagegen hat Gazprom Schalke 04 seit einer gefühlten Ewigkeit denselben Trikotsponsor – Tradition sei Dank! 

Natürlich ist auch Borussia Dortmund mit seinen chinesischen Besitzern noch in der Bundesliga vertreten – sogar mit eigenem Namen. Nur die Vereinsfarben haben sich geändert. Und der TSV 1860 München hat mit den Scheich-Millionen von Hassan Ismaik endlich die Champions League erreicht. Dietrich Mateschitz, Klaus-Michael Kühne, Dietmar Hopp und Martin Kind sind als einstige Pioniere des Umsturzes der 50+1-Regel längst in die Bundesligageschichte eingegangen. Durch das weite Rund hört man das Knallen der Sektkorken. Sonst nichts. Es ist ruhig geworden in den früher stimmungsvollen Bundesligastadien. Währenddessen verdrückt Aki Watzke, der sich vor 20 Jahren noch als Ultra titulierte, eine kleine Träne.

Zugegeben, diese Dystopie für den deutschen Fußball ist sehr überspitzt. Doch in Zeiten, in denen von Experten immer wieder die Abschaffung der 50+1-Regel gefordert wird, macht sich der geneigte Fußballfan Gedanken über die Zukunft seines Vereins.

Was bedeutet 50+1?

Zur Erinnerung: Die 50+1-Regel besagt, dass eine Kapitalgesellschaft nur eine Lizenz für die Liga erhält, wenn der Mutterverein über 50 Prozent der Stimmenanteile zuzüglich mindestens eines weiteren Stimmenanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügt", so die Bundesligasatzung. Folglich dürfen Investoren keine Mehrheit an der Kapitalgesellschaft haben. In Hoffenheim gibt es dafür bereits eine Ausnahme, weil Dietmar Hopp den Klub seit mehr als 20 Jahren unterstützt. 2018 könnten Hannover 96 und Martin Kind folgen.

Das Argument, das nun Gegner der Regel aktuell immer wieder vorbringen, betrifft die sportliche Spannung und die Schere zwischen "armen" und "reichen" Vereinen. Bayern, Dortmund und Wolfsburg sind mit ihren Personaletats Vereinen wie Darmstadt und Freiburg um Lichtjahre voraus, wie die Statistik der "11Freunde" in der neuesten Ausgabe zeigt.

Öffnete man die Bundesliga für Investoren, die zweifelsohne bereits anklopfen, würden sich die finanziellen Unterschiede zwischen den Klubs verringern, so die Gegner von 50+1. Und mit höheren monetären Mitteln könnten die heute kleineren Teams die größeren öfter ärgern. Sprich: Red Bull investiert in sein Projekt in Leipzig und macht die Meisterschaft dadurch spannender.

Heiligt der Zweck die Mittel?

Aber heiligt der Zweck die Mittel? Sind Investoren Garanten für Chancengleichheit aller Klubs? Wohl kaum. Will sich ein Verein wirklich abhängig machen vom Gutdünken eines Investors, der bei Erfolglosigkeit bald schon keine Lust mehr auf sein Spielzeug haben könnte? Speziell in Deutschland, wo viele Fans noch ein inniges Verhältnis zu ihrem Verein haben, würden sich die Anhänger wohl bald von ihrem Klub verabschieden und nicht mehr ins Stadion gehen. Speziell bei Traditionsvereinen wie in Dortmund, Gladbach, Köln oder Frankfurt gäbe es sicherlich große Proteste. Bereits in Hamburg zeigt sich, dass viele Anhänger des HSV mit Investor Klaus-Michael Kühne, der immer mehr Einfluss will, auf Kriegsfuß stehen. 

Hinzu kommen Klubs, die es ohne Firmeninvestitionen wahrscheinlich nie in die Bundesliga geschafft hätten beziehungsweise sich etabliert hätten. Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und Ingolstadt, die in der vergangenen Saison unter den sechs Teams mit dem geringsten Zuschauerschnitt lagen, zählen nicht gerade zu den beliebtesten Klubs.

Ein Fazit

So schnell wird 50+1 nicht fallen, denn die großen Vereine wie Bayern, Dortmund oder Schalke wollen ihren sportlichen und finanziellen Vorsprung vor den kleineren Klubs natürlich nicht verlieren. Vielleicht schwingt bei dem Festhalten an 50+1 aber auch ein bisschen Verständnis für die Fans und die Fankultur mit. Denn 50+1 ist mehr als nur 51 – sondern bedeutet auch ein Hindernis für die weitere Kommerzialisierung des Sports.

Die eingehende Dystopie kann man dann getrost vergessen und sich am Freitagabend wieder dem sportlichen Teil zuwenden. Dann empfängt Bayer Leverkusen Red Bull…nein, natürlich Rasenballsport Leipzig.

Florian Pütz

23. Spieltag
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1. FSV Mainz 05
1. FSV Mainz 05
Mainz 05
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1
Hamburger SV
Hamburger SV
Hamburger SV
1
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Fr, 20.02.
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1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin
Union Berlin
1
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Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
Leverkusen
0
0
15:30
Sa, 21.02.
Beendet
FC Bayern München
FC Bayern München
FC Bayern
3
2
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
E. Frankfurt
2
0
15:30
Sa, 21.02.
Beendet
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
Wolfsburg
2
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FC Augsburg
FC Augsburg
Augsburg
3
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15:30
Sa, 21.02.
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1. FC Köln
1. FC Köln
1. FC Köln
2
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TSG Hoffenheim
Hoffenheim
2
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15:30
Sa, 21.02.
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SC Freiburg
SC Freiburg
Freiburg
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Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach
M'gladbach
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So, 22.02.
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St. Pauli
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SV Werder Bremen
SV Werder
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So, 22.02.
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1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
Heidenheim
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VfB Stuttgart
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So, 22.02.
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1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC Bayern23193185:216460
2Borussia DortmundBorussia DortmundBVB23157149:222752
3TSG HoffenheimTSG HoffenheimHoffenheim23144549:301946
4VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgart23134644:321243
5RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig23125644:321241
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen22123743:281539
7SC FreiburgSC FreiburgFreiburg2396834:37-333
8Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtE. Frankfurt2387846:49-331
91. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin2377929:37-828
10FC AugsburgFC AugsburgAugsburg23841128:41-1328
11Hamburger SVHamburger SVHamburger SV2268825:32-726
121. FC Köln1. FC Köln1. FC Köln23661133:39-624
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0523571126:38-1222
14Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach23571126:39-1322
15VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg23551333:49-1620
16FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli23551322:40-1820
17SV Werder BremenSV Werder BremenSV Werder23471223:44-2119
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